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Hannover Grundschule Lüneburger Damm feiert 50. Geburtstag
Nachrichten Hannover Grundschule Lüneburger Damm feiert 50. Geburtstag
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11:11 12.09.2018
50 Jahre auf Erfolgskurs: Die Rektorin der Grundschule Lüneburger Damm, Elisabeth Holtkamp, mit ihrer Vorgängerin Roswitha Kern-Schertl Quelle: Alexander Körner
Heideviertel

Die Grundschule Lüneburger Damm feiert in dieser Woche ihren 50. Geburtstag – mit einer Projektwoche, offenen Unterrichtsstunden und einem großem Schulfest am Freitag zwischen 15 und 18 Uhr. Zum alten Eisen gehört die Schule aber überhaupt noch nicht, im Gegenteil: „Wir werden immer größer“, sagt Rektorin Elisabeth Holtkamp, „unsere Schülerzahlen wachsen rasant.“ 2010 gab es 276 Schüler in zwölf Klassen, im vergangenen Jahren waren es schon 426 und 18 Klassen. Zurzeit sind es 415 Schüler, zehn angehende Erstklässler sind vom Schulbesuch auf Wunsch ihrer Eltern zurückgestellt worden. Das neue Schulgesetz ermöglicht dies Familien.

Schule als Lern- und Lebensraum

Das größte Plus des Geburtstagskindes? Für Schulleiterin Holtkamp keine Frage: „Der offene Ganztag, seit 2010 bieten wir das mit unserem Kooperationspartner, dem Stephansstift, an, die Kinder können bei Bedarf von 7 bis 17 Uhr bei uns betreut werden.“ Rund 300 Schüler nehmen an den Ganztagsangeboten teil.

„Miteinander lernen und leben“ ist das Motto der Schule. „Der Einzelne wird gesehen“, sagt Holtkamp. Seit zwei Jahren ist die neue Mensa, seit einem Jahr der Ganztagsbereich mit Kuschelecke und Lesezimmer fertig. Das Essen kommt von den Hannoverschen Werkstätten. Neben den 30 Lehren arbeiten hier noch einmal so viele pädagogische Mitarbeiter. Sogar eine Förderschullehrkraft gehört mit voller Stundenzahl fest zum Kollegium, es gibt einen Schulsozialarbeiter : „Wir arbeiten mit multiprofessionellen Teams, nicht ein Klassenlehrer, und das war’s“, erzählt die Schulleiterin.

70 Prozent der Schüler kommen aus Migrantenfamilien

Rund 70 Prozent der Kinder haben Migrationshintergrund. Ist die Grundschule Lüneburger Damm eine Brennpunktschule? „Nein“, sagt Holtkamp, „die Mischung stimmt, wir können es noch steuern, wir haben Kinder mit Förderbedarf, aber auch ganz Leistungsstarke, alle sollen voneinander lernen, persönliche Beziehungen aufbauen, auch zu anderen Bevölkerungsgruppen.“ Ziel sei es, die Schüler da abzuholen, wo es stünden. Es gibt herkunftsprachlichen Unterricht in Türkisch, Russisch und Arabisch und islamischen Religionsunterricht. Wer Lernprobleme hat, kann übergansgsweise auch in der Kooperationsklasse mit der Ludolf-Wilhelm-Fricke-Schule des Stephansstift unterrichtet werden. „Es gibt Kinder, die in großen Gruppen überfordert sind, die lernen einfach besser in kleineren Gruppen“, sagt Holtkamp.

Die Klassen in der Grundschule im Heideviertel haben einen Klassenrat, zweimal in der Woche kommen Senioren vom Verein „Seniorpartner in School“ als ehrenamtliche Streitschlichter. Die Schule hat einen musikalischen Schwerpunkt, die Kinder lernen Orchesterinstrumente, zwei Konzerte pro Jahr stehen auf dem Programm, Weihnachten ist das nächste.

Das Einzugsgebiet ist groß, es schließt die Vogelsiedlung, den Roderbruch mit ein und reicht sogar bis zum Osterfelddamm. Es gibt deswegen sogar einen Schulbusverkehr, morgens fahren zwei Busse, und nach der Schule auch, einer um 13 Uhr und einer um 16 Uhr für die Ganztagskinder. Diesen zweiten Bus zu bekommen, sei ein harter Kampf mit der Region gewesen, berichtet Holtkamp. Ihr Wunsch: „Alle Kinder, die in der Ganztagsschule sind, sollten auch gratis essen bekommen.“ Es komme immer wieder vor, dass es Schüler gebe, die mittags Hunger hätten, deren Eltern aber kein Essen bestellt hätte.

Dass die Schule vor 50 Jahren an den Rand des Einzugsgebietes gebaut worden sei, sei dem Vernehmen nach auf den Wunsch eines damaligen Ratsherren zurückzuführen, heißt es. Immerhin: „Unsere Schule liegt mitten im Grünen.“

Andere Schulen mit im Gebäude

Am Start waren es 136 Erst- und Zweitklässler, 1970/71 waren es schon 323 Schüler. Lange waren in dem Gebäude noch andere Schulen untergebracht, erst eine Außenstelle der Schillerschule, bis schließlich in Misburg das heutige Kurt-Schwitters-Gymnasium gegründet wurde, dann eine Fachschule des Annastifts, die Maximilian-Kolbe-Förderschule, die neue Montessorischule, die inzwischen in der Südstadt beheimatet ist.

Roswitha Kern-Schertl (76) hat die Schule von 1976 bis 2006 geleitet, so lange dürfte kaum ein Schulleiter an einem Standort gearbeitet haben. Zu Beginn ihrer Amtszeit war sie die jüngste Schulleiterin der Stadt. Schon zu ihrer Zeit habe es freiwillige Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag für die Schüler gegeben, berichtet sie, die seien damals von Eltern angeboten worden. Seit 2007 ist Holtkamp (63) im Amt. Nächstes Jahr wird die Mutter zweier erwachsener Söhne in den Ruhestand gehen. Nicht nur die Schulleitung ist lange im Amt, in den 50 Jahren ihres Bestehens hat die Schule nur zwei Hausmeister gehabt: erst Horst Schwanke, seit 1989 Jürgen Kölle.

Zum Schulfest am Freitag ab 15 Uhr ist der gesamte Stadtteil herzlich eingeladen.

Von Saskia Döhner

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