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00:15 23.09.2017
Austauschschüler backen mit ihren Gästen aus Tansania in der Helene-Lange-Schule zum Abschied. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Dieses Datum ist offiziell: Der Weltkindertag ist Kindern und Jugendlichen in aller Welt gewidmet. Menschenrechte, Armut und Gewalt rücken in den Fokus, 24 Stunden lang. Aber auch die globale Vernetzung von jungen Menschen spielt eine zentrale Rolle. Ihre Probleme sind in vielen Ländern weitaus größer als in Deutschland. „Einen Blick über den Tellerrand zu werfen, prägt aber auch das eigene Verhalten“, sagen die Schüler der Tansania-AG der Helene-Lange-Schule. Der Schüleraustausch mit Afrika, China, aber auch Spanien und Frankreich verändert für viele den Blick auf die Welt.

Jackson (15), Schüler aus Tansania: In Deutschland gibt es keine Uniformen, und Männer können Männer heiraten, was für ein Fortschritt. Quelle: von Ditfurth

Austauschschüler aus Tansania

„Wir haben in Tansania 1000 Moringa-Bäume gepflanzt“, erzählt Emma. Der Baum liefere wichtige Mineralien, sonst gibt es da nur Bohnen und Maisbrei.“ Das stört die Schüler Godfrey, Jackson und John aus Tansania eher weniger. Sie finden es toll, dass es in Deutschland keine Schuluniform gibt, die Haare lang sein und gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. „Das ist krass“, sagt John. In seiner Heimat dürfe man das Thema nicht ansprechen.

Leon (13), Helene-Lange-Schule: Wir kümmern uns hier um Elektroautos und saubere Luft, in Tansania brauchen wir Mineralien. Quelle: von Ditfurth

Schule ein Geschenk

Helene-Lange-Schüler Henrik findet es spannend, zu erleben, wie unterschiedlich die Kulturen der Austauschschüler sind. „Bei uns hängen überall Wahlplakate, in Tansania kann man sich nicht einmal eine Frau in der Politik vorstellen.“ Seine Klassenkameradin Cindy hat es vor allem fasziniert, „wie glücklich die Kinder ohne Geld sind.“ Und wie dankbar. „Wir stöhnen über Hausaufgaben, für sie ist die Schule ein Geschenk.“

Sarah (13), Helene-Lange-Schule: Muslime müssen Kopftuch tragen, und die Kinder haben kaum Unterrichtsmaterial. Quelle: von Ditfurth

China-Austausch

An der Ricarda-Huch-Schule gibt es seit Jahren Austauschprogramme mit Italien, Frankreich, Spanien und China. „Die chinesischen Kinder und Eltern sind unheimlich ehrgeizig“, sagt Kira; Schule bis zum späten Nachmittag, dann stundenlang Hausaufgaben und am Wochenende Nachhilfe. Mit ihren Mitschülern Jan, Hannah und Merit hat sie am China-Austausch teilgenommen, der Gegenbesuch ist auch schon gelaufen. „Allerdings kommen andere Schüler zu uns“, betont Merit. Die Kinder sollten keine persönliche Verbindung aufbauen.

Hannah (16), Ricarda-Huch-Schule: In China gibt es keine Freizeit und nur eine kontrollierte Suchmaschine, alles andere ist verboten. Quelle: von Ditfurth

Jan ist vor allem aufgefallen, dass sein Austauschschüler nur mit Lernen oder Herumspielen am Handy beschäftigt war. „Ein richtiger Austausch hat auch schon wegen der mangelnden Englischkenntnisse kaum geklappt.“ Kultur, Essen und Gewohnheiten seien komplett unterschiedlich, das mache den Besuch aber auch so spannend. „Und dass in Shanghai Protz neben absoluter Armut existiert ist schon bedrückend.“

Joshua (16), Ricarda-Huch-Schule: In Sachen Welt angucken habe ich in China erstmal genug gesehen. Ich bin froh, hier zu leben. Quelle: von Ditfurth

Amelie, Felicia und Livia waren in Frankreich und Spanien. „Dort gibt es nicht wirklich andere Probleme als bei uns, aber die Menschen sind trotzdem anders“, findet Livia; herzlich in Spanien, distanziert in Frankreich. Mit Kindern aus aller Welt zu kommunizieren, sei ein Gewinn - diese Erkenntnis eine alle Austauschschüler. Schade nur, dass sie nur einmal im Jahr offiziell im Mittelpunkt stehen.

Veranstaltungen zum heutigen Weltkindertag: Spendenlauf mit 6000 Kindern am Maschsee (Start ab 8.30 Uhr am Nordufer), Drachenfest auf dem Kronsberg (10 bis 13 Uhr), 350 Kita-Kinder ziehen über die Lister Meile (10.30 Uhr, Treff in Höhe Markuskirche). 

Susanna Bauch

Kindheit in Hannover – so war es früher

Auf unserer Facebook-Seite haben HAZ-Leser eigene Kindheitserinnerungen notiert. Hier Auszüge daraus:

Jens Zacholetti: In Mittelfeld geboren. Ich erinnere mich nur noch die Zeppeline, die während der Messe rumgeflogen sind.

Carola Ebskamp-Mayer: Der Duft von frisch gebackenen Leibniz-Keksen von Bahlsen. Damals, so Anfang der Siebzigerjahre, war die Produktion noch am Lister Platz.

Kaddi von Zwoll: Ich bin in Hannover aufgewachsen, und das Schönste war als Kind, wenn der Maschsee zugefroren war und die Buden darauf standen und man mit der Familie den ganzen Tag dort verbracht hat.

Adis Ahmetiovic: Das Rodeln im Winter auf dem kleinen „Berg“ im Sahlkamp. Damals hatten wir Kinder in der Nachbarschaft nur zwei Schlitten. Deshalb waren wir in der Regel vier bis fünf Leute auf einem Schlitten. Zwar gefährlich, aber von Tag bis Nacht Spaß gehabt.

Kristina Gebhardt: Wir sind als Kinder 1974 (zwölf Jahre alt) immer still und heimlich ins Wassergewinnungsgelände (Ricklingen ) gegangen. Damals war es noch geschlossen für die Allgemeinheit. 

So haben unsere Leser abgestimmt

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