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Hannover Hitzeopfer stürmen MHH-Notaufnahme
Nachrichten Hannover Hitzeopfer stürmen MHH-Notaufnahme
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00:21 11.08.2018
Der Andrang auf die Notaufnahmen ist derzeit besonders groß. Quelle: Hauke-Christian Dittrich, dpa
Hannover

Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat zu einem großen Andrang in den Notaufnahmen geführt. In die Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) kommen derzeit täglich rund 200 Menschen, das sind doppelt soviel wie an normalen Tagen üblich, berichtet MHH-Sprecher Stefan Zorn. Viele von ihnen seien schwer kranke Menschen, die durch die Hitze noch mehr zu leiden hätten.

Darunter seien sehr viele ältere Menschen mit bestehenden Erkrankungen wie Diabetes, neurologische Beschwerden oder Herz-Kreis-Lauf-Erkrankungen, berichtet der Leiter des internistischen Bereichs der MHH-Notaufnahme, Christoph Duesberg. „Viele von diesen Patienten haben nach der langen Hitzeperiode keine Ressourcen mehr“, erläutert Duesberg. „Die häufigsten Erkrankungen dieser Patienten sind schwere Elektrolytstörungen, akutes Nierenversagen, Magen- und Darminfektionen oder Lungeninfektionen“, berichtet er.

Die Patienten seien vielfach so geschwächt, dass sie oft sieben bis zehn Tage in der Klinik bleiben müssten. Bei ähnlichen Notfallpatienten seien sonst eher zwei bis drei Tage üblich, berichtet der Internist.

Andrang hält vermutlich noch an

Duesberg rechnet damit, dass der große Andrang von hitzegeschädigten Menschen auf die Notaufnahme noch ein paar Tage anhalten wird. Denn auch wenn die Temperatur in den kommenden Tagen sinke, werde die Anzahl der Notfallpatienten erst mit einer Verzögerung von ein bis zwei Wochen wieder abnehmen.

Auch jüngere Menschen leiden unter Hitzewelle

Auch in den Notaufnahmen der beiden Diakovere-Krankenhäuser Friederikenstift und Henriettenstift gibt es derzeit einen verstärkten Andrang wegen der Hitze, berichtet Unternehmenssprecherin Dunja Rose. Viele von ihnen fühlten sich schlapp und erschöpft, in den meisten Fällen hätten sie zu wenig getrunken, sagt die Sprecherin. Es meldeten sich aber auch zahlreiche jüngere Leute, die zu lange in der prallen Sonne gesessen hätten. Andere hätten sich bei sportlichen Aktivitäten zu viel zugemutet.

Die meisten Menschen hätten sich jedoch gut auf die Situation eingestellt, sagt der Sprecher des Regionsklinikums, Steffen Ellerhoff. Oftmals werde auf unnötige Anstrengungen verzichtet und ausreichend getrunken, das gelte auch für ältere Menschen. In den Notaufnahmen des Klinikums kämen derzeit täglich 5 bis 10 Prozent mehr Patienten als sonst. Die meisten hätten Kreislaufprobleme oder zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Seit einigen Tagen sei auch eine Zunahme von Infekten der oberen Atemwege zu beobachten.

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Von Mathias Klein

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