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Hannover Wie funktioniert der Sachkundenachweis?
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06:46 19.04.2018
Von Conrad von Meding
„Wenn man die Hunde ordentlich erzieht, geht keine Gefahr von ihnen aus“: Zweifach-Mutter Nancy Ivie Aliu hat sich den Staffordterrier-Rüden Tyson als Familienhund geholt. Am Maschsee legt sie den praktischen Teil der Sachkundeprüfung ab.  Quelle: Clemens Heidrich
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Gut fünf Monate alt ist Staffordterrier-Rüde Tyson. Die Welpenschule hat er absolviert, seine Halterin Nancy Ivie Aliu hat die theoretische Sachkundeprüfung längst bestanden, jetzt ist es Zeit für den praktischen Teil. Es geht nicht um den Hund, sondern um die Halterin: Hat sie das Tier auch in schwierigen Situationen im Griff? Gehorcht es ihr? Elf Punkte umfasst der Prüfbogen. „Am Ende will ich sehen, dass ein Halter dafür sorgt, dass der Hund niemand anderen belästigt“, sagt Günter Wiegmann mit gestrengem Blick. Mehr als 300 Prüfungen habe er schon abgenommen. Also los.

Ein Sonnentag am Maschseeufer, schwierige Bedingungen: Überall locken Ablenkungen. Radfahrer und Skater, Fußgängermassen, Hunde und Hündinnen. An der Körperhaltung lässt sich sehen: Die Halterin ist aufgeregt, kann das aber gut überspielen. Der Hund aber ist unter Stress. Er spürt, dass irgendetwas ungewöhnlich ist.

Warum ist der Hund der beste Freund des Menschen?

Tyson zerrt an der Leine, manch ein Jogger macht einen großen Bogen. Der Hund ist lieb und verspielt, aber das weiß man ja nicht, wenn man ihm entgegenkommt. „Würde sie die Leine jetzt lang lassen, dann wäre sie durchgefallen“, sagt Wiegmann. Die drei Kommandos „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ muss seine Halterin mit ihm absolvieren. Was sie nicht weiß: Für die Prüfung reicht es, wenn Tyson einen Punkt richtig macht – aber er bewältigt alles brav. Zwischen Autos führt Aliu den Hund gekonnt über die Uferstraße hinweg, Fußgänger interessieren ihn nicht, wären da nur nicht diese Hündinnen. Immer wieder lässt er sich ablenken. „Ein normales Verhalten für einen jungen Rüden“, sagt Wiegmann.

Noch nie sei jemand bei ihm durchgefallen, berichtet der Inhaber der City-Hundeschule stolz. Aber ist das denn ein Qualitätsmerkmal für eine Prüfung, wenn alle sie schaffen? Wiegmann guckt erstaunt: Nicht die Prüfung sei zu einfach, sondern die Vorbereitung gut: „95 Prozent der Prüflinge haben vorher einen Kurs besucht.“

Die Mühlenbergerin Aliu ist 24 Jahre alt, hat zwei Kinder. Gerade hat ein Staffordterrier-Mischling in Hannover seine beiden Halter totgebissen. Hat sie keine Sorge? Liebevoll wandert ihr Blick zu Tyson. „American Staffords sind echte Familienhunde“, sagt sie und krault die Ohren. Nur die Medien berichteten immer so negativ über sie. Wenn man die Hunde ordentlich erzöge, gehe keine Gefahr von ihnen aus. Die Reifeprüfung dafür hat sie bestanden: Am Ende des Spaziergangs hat sie das Zeugnis in der Hand.

Nicht alle müssen an die Leine

Auch während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis 15. Juli müssen nicht alle Hunde in Hannovers Park- und Grünanlagen an die Leine. Halter können beim Veterinäramt eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Dafür müssen sie ihre Eignung nachweisen. Halter müssen dafür ihr Führungszeugnis vorlegen und mit dem Hund eine Begleithundeprüfung, einen Hundeführerschein oder eine vergleichbare Prüfung absolviert haben, in der kontrolliert wurde, ob ihr Hund auch ohne Leine hört und keine anderen Tiere oder Menschen belästigt.

Die Befreiung ist nicht übertragbar – weder auf andere Hunde noch auf Halter. Sie gilt in Parks und Grünanlagen auch in der Brut- und Setzzeit, nicht aber in der freien Landschaft (wie auf der Alten Bult oder auf den Freilaufflächen am Kronsberg), in Wäldern und in Bereichen, in denen Anleinpflicht herrscht – etwa nahe Kitas, Schulen, Spielplätzen und in der City. 

Weiterlesen: Das müssen Sie zur Leinenpflicht wissen.

rör

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