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Hannover In diesen Insektenhotels wohnen Wildbienen am liebsten
Nachrichten Hannover In diesen Insektenhotels wohnen Wildbienen am liebsten
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00:21 11.08.2018
Das Aufstellen von Insektenhotels hat sich zu einem regelrechten Boom entwickelt.
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„Das Aufstellen von Insektenhotels hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom entwickelt“: Bienenfachmann Michael Borgolte, der sich im Beirat des Springer Naturschutzbundes (Nabu) engagiert, freut sich eigentlich über jeden Deisterstädter, der Nisthilfen schaffen möchte. Etliche der kleinen Holzhäuschen würden allerdings nur die Verkäufer glücklich machen: „Die entsprechen nicht mehr den neusten Erkenntnissen.“

Was Insekten wirklich wollen

Im Springer Rathauspark testet der Nabu derzeit, was Wildbienen und Wespen wirklich wollen. Markhaltige Bambushalme, Kiefern- und Fichtenzapfen oder auch Holzschnitzel und Loch- oder Gasbetonsteine gehörten nicht dazu. Viel sinnvoller seien einfache Hartholzblöcke, die in wenigen Minuten aufgearbeitet werden können: Ins Längsholz (also rechtwinklig zur Holzfaser) werden Löcher gebohrt, erklärt Borgolte.

„Die Wildbienen kriechen rückwärts in ihren Nistgang.“ Deshalb müssen die Bohrungen sauber durchgeführt werden: „Abstehende Holzsplitter könnten die Flügel verletzen, was ein Todesurteil wäre.“ Als Lochdurchmesser seien zwei bis acht Millimeter gut. Am besten werden die Röhrchen nicht in einer Reihe und in gleichen Abständen gesetzt, damit sich die Bienen leichter orientieren können. „Zum Schluss wird der Holzklotz ausgeklopft, damit die Bohrspäne herausfallen. Die Oberfläche wird abgeschmirgelt“, gibt Borgolte einen weiteren Tipp. Aufgestellt werden sollte der Block an einem sonnigen, trockenen Standort. Im Umkreis von 300 Metern sollte es möglichst vom Frühjahr bis zum Herbst viele Pollen- und Blütenpflanzen geben.

So wohnen Wildbienen

In der freien Natur besiedeln Wildbienen laut Borgolte vorher bestehende Käferfraßgänge in Totholz, hohle Pflanzenstängel, Erd-, Fels- und Mauerspalten oder auch leere Schneckenhäuser. 75 Prozent würden ihre Bruthöhlen in sandigen, möglichst sonnigen und spärlich bewachsenen Bodenstellen bauen. Die Holzstücke in dem Insektenhotel im Rathauspark weisen etliche besiedelte Brutröhren auf. Damit sei der Nabu auf einem guten Weg.

Die Mitglieder hatten die Nisthilfen erst für dieses Jahr ausgetauscht und wollen weitere Erfahrungen sammeln, um sie dann an Gartenbesitzer weiterzugeben.

Von Marita Scheffler

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