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09:13 05.12.2018
Das Neue Rathaus gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Hannover. Quelle: dpa
 Hannover

Die Stadt an der Leine wurde lange unterschätzt, und seine Bewohner waren bekannt dafür, gegenüber Besuchern, Gästen und Freunden von außerhalb eher zurückhaltend mit den Vorzügen ihrer Stadt umzugehen. Das hat sich geändert. Hannover hat längst einen prominenten Platz auf der Liste beliebter Reise- und Ausflugsziele – wegen seiner Sehenswürdigkeiten, wegen des Kultur- und Freizeitangebots, wegen interessanten Stadtteilen wie Linden oder Herrenhausen. Und auch, weil es Orte gibt, an denen man seine Ruhe hat und die Seele baumeln lassen kann. Informationen, wie man mit den Stadtbahnen in Hannover die einzelnen Orte erreicht, finden Sie hier.

Das Neue Rathaus – Sehenswürdigkeit mit schrägem Aufzug

Viele auswärtige Besucher, vor allem solche aus Asien, halten Hannovers Neues Rathaus am Trammplatz für ein Schloss. Es ist aber keins, sondern ein wilhelminischer Bau, errichtet auf mehr als 6000 Buchenpfählen und 1913 eröffnet. Von der Aussichtsplattform unter der Kuppel bietet sich ein spektakulärer Blick über die Stadt mit Maschpark und Maschsee im Süden, City und Altstadt im Norden, dem Stadion im Westen und dem benachbarten Glaspalast der Norddeutschen Landesbank im Osten. Hinauf geht es mit dem europaweit einzigartigen Bogenaufzug, der im Winkel von 17 Grad fährt. Im Inneren des Rathauses befinden sich unterhalb der fast hundert Meter hohen Kuppel vier Stadtmodelle aus den Jahren 1689, 1939, 1945 und der Gegenwart; letzteres wird regelmäßig aktualisiert. So kann man ermessen, wie Hannover wuchs, im Krieg großflächig zerstört und als moderne Landeshauptstadt wieder aufgebaut wurde. Die besten Fotomotive erhält man, wenn man im unmittelbar hinter dem Neuen Rathaus gelegenen Maschpark mit seinem Teich und den baumbestandenen Rasenflächen spazieren geht. Und warum Neues Rathaus? Es gibt auch ein altes, Anfang des 15. Jahrhunderts erbautes in der Altstadt. Es wurde zu klein für Hannovers Belange und beherbergt heute an städtischen Einrichtungen nur noch das Standesamt.

Das Neue Rathaus ist geöffnet montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr (von Oktober bis April 11 bis 16.30 Uhr). Fahrten mit dem Bogenaufzug sind von März bis Oktober möglich. Auf der Maschparkseite des Hauses befindet sich das Restaurant Gartensaal mit Terrasse.

Der Ausblick von der Kuppel des Neuen Rathauses ist einfach wunderschön. Quelle: Christian Wyrwa

Der Maschsee – Hannovers Treffpunkt für Sport und Freizeit

Unmittelbar südlich von Neuem Rathaus und Maschpark liegt das Nordufer vom Maschsee, der zwischen 1934 und 1936 in der Leineaue künstlich angelegt wurde. Jogger, Skater, Fahrradfahrer und Spaziergänger wissen genau, welche Länge eine Runde um den Maschsee hat – es sind 6,2 Kilometer. Weit über Hannovers Grenzen beliebtes Ausflugsziel ist der zum Stadtteil Südstadt gehörende Maschsee mit seinem maritimen Flair wegen der vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Man kann Ruder- und Tretboot fahren, es gibt Segelschulen und ein Strandbad am Südufer, Restaurants, Biergärten und Cafés. Wer zugucken will, wie sich andere abrackern, geht zu den regelmäßigen Drachenbootrennen oder Ruderregatten. Wer sich schippern lassen will: Vom Frühling bis zum Spätherbst ist die Maschseeflotte der Üstra mit ihren Personenschiffen unterwegs, unter ihnen auch ein Solarkatamaran. Und dann wäre da noch ... na klar, das Maschseefest. Die dreiwöchige Seesause im Sommer mit gastronomischer Vielfalt, Partystimmung, Musik-, Kinder- und Kunstprogramm lockt mittlerweile mehr als zwei Millionen Besucher an. Die kommen längst nicht nur aus Hannover.

Auch ohne Maschseefest ist der See in Hannover immer einen Ausflug wert. Quelle: Rainer

Die Altstadt – gute Stube mit vielen Sehenswürdigkeiten

Historische Fachwerkhäuser, Kirchen und Museen, idyllische Gassen und Plätze – in Hannovers Altstadt gibt es viel zu entdecken. Sie ist Keimzelle einer früheren königlichen Residenz- und heutigen Landeshauptstadt. Von der historischen Altstadt haben nur 40 Gebäude Bomben und Brände des Zweiten Weltkriegs überstanden. Dieses Ensemble wurde ergänzt, indem unversehrte Fachwerkhäuser in anderen Stadtteilen ab- und in der Altstadt wieder aufgebaut wurden. Am Rande der Altstadt liegt der niedersächsische Landtag im früheren Leineschloss der Welfen. Am Flussufer der Leine bauen Sonnabends Händler und Trödler ihre Stände für Deutschlands ältesten Flohmarkt auf. Hier stehen auch die Nanas, drei voluminöse Damenskulpturen in bunten Farben. Bevor sie 1974 als Auftakt zu Hannovers Straßenkunstprogramm aufgestellt wurde, hat sich die halbe Stadt über Sinn und Unsinn dieser Aktion gestritten. Mittlerweile haben die Hannoveraner die Nanas längst lieb gewonnen, für auswärtige Besucher sind sie beliebtes Fotomotiv. Herzstück der Altstadt ist der Marktplatz mit Altem Rathaus und Marktkirche. Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Sakralbau fiel ebenfalls im Zweiten Weltkrieg in Trümmer, ist aber 1952 im historischen Stil der Backsteingotik wieder aufgebaut worden. Zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zählen ferner das Historische Museum und der von Theatern, Cafés und Restaurants gesäumte, aber insgesamt eher ruhige Ballhofplatz.

Die Marktkirche ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, das Historische Museum dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Die Eintrittspreise für das Museum liegen zwischen einem Euro für Kinder und fünf Euro für Erwachsene. Freitags ist der Eintritt frei.

Das Alte Rathaus, der prachtvolle gotische Backsteinbau, steht exemplarisch für die beeindruckende Architektur in der Altstadt. Quelle: Jacqueline Hadasch

Die Innenstadt – Hannovers Einkaufszentrum

In Hannover trifft man sich entweder „unterm Schwanz“, also am Hinterteil des Pferdes Ibrahim, auf dem König Ernst-August auf seinem Reiterdenkmal vor dem Hauptbahnhof thront. Oder man trifft sich an der markanten Uhr auf dem Kröpcke, dem zentralen Platz nur wenige hundert Meter weiter, der nach dem früheren Pächter eines dort gelegenen Cafés benannt ist. Egal wo – man ist mittendrin in der Fußgängerzone, die gleichzeitig eine der am stärksten frequentierten Einkaufsmeilen Deutschlands ist. Was die regelmäßig erhobenen Besucherzahlen angeht, liegen Bahnhofs- und Georgstraße im bundesweiten Spitzenfeld. Schon der Bahnhof nennt sich wegen der Geschäfte in der Promenade Einkaufsbahnhof. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Ernst-August-Galerie mit 150 Geschäften. Parallel zur Bahnhofstraße verläuft die Luisenstraße mit ihren etwas edleren Läden und der Galerie Luise. Fixpunkt am Kröpcke ist das zwischenzeitlich renovierte Kröpcke-Center. Kaufhäuser, Passagen und viele weitere Geschäfte runden das Angebot der Einkaufsstadt Hannover ab.

Die Innenstadt von Hannover lädt zum Einkaufen ein. Quelle: Rainer Droese

Die Oper – ein prächtiges Gebäude

An den Kröpcke grenzt der wesentlich größere Opernplatz mit dem Opernhaus, das zu den prächtigsten Gebäuden Hannovers zählt. Es wurde 1845 bis 1852 von Hofbaumeister Georg Friedrich Laves im spätklassizistischen Stil erbaut und brannte im Krieg aus. Weil die Hannoveraner trotz der schwierigen Zeiten fleißig für den Wiederaufbau spendeten, konnte dort bereits 1950 Premiere mit dem „Rosenkavalier“ Premiere nach der Zwangspause gefeiert werden. Der Opernplatz wird für Feste und Veranstaltungen aller Art genutzt.

Informationen über Programm und Preise im Opernhaus gibt es hier.

Beliebtes Fotomotiv für Touristen: Die niedersächsische Staatsoper in Hannover. Quelle: Rainer_Droese

Diese Gärten sind eine echte Sehenswürdigkeit

Die Herrenhäuser Gärten, bestehend aus Großem Garten, Berggarten, Georgengarten und Welfengarten, zählen zu den wichtigsten Ausflugszielen in Hannover für Touristen und für die Hannoveraner selbst. Kernstück ist der Große Garten, einer der bedeutendsten Barockgärten in Europa. Ursprünglich als Küchengarten angelegt, baute der Calenberger Herzog Johann hier 1666 ein Schloss nebst Lustgarten und machte Herrenhausen so zur Sommerresidenz der Welfen. Kurfürstin Sophie war es dann, die den Garten Ende des 17. Jahrhunderts zu ihrem Lebenswerk machte und nach französischem Vorbild neu anlegen ließ. So entstanden ein Ensemble aus Mustergärten, Irrgarten, Fontänen, Wasserspielen, Freilufttheater, Statuen, einer Kaskade, Galerie und Orangerie. Eine später errichtete Grotte wurde 2002 von der Künstlerin Niki de Saint Phalle ausgestaltet und bildet eine Sehenswürdigkeit ganz eigener Art. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss wurde wieder aufgebaut und 2013 eröffnet. Es dient als Tagungszentrum und Museum. Der Große Garten ist Schauplatz von Gartenfesten, Theateraufführungen und dem internationalen Feuerwerkswettbewerb. Der Berggarten ist ein botanischer Schaugarten. Besucher können in den Schauhäusern mehr als 11.000 Pflanzenarten bewundern, darunter eine der größten Orchideensammlungen Europas. Im Berggarten befindet sich auch Hannovers Sealife-Aquarium. Der Georgengarten liegt beidseitig einer zwei Kilometer langen Allee, die die Innenstadt und den Großen Garten miteinander verbindet. Angelegt im Stil eines englischen Landschaftsparks dient er mit seinen Baumgruppen, Grünflächen, Teichen und ruhigen Ecken in den Sommermonaten als Freizeitrevier etwa für Picknicks, Grillabende und sportlicher Betätigung.

Großer Garten und Berggarten sind täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Schließungszeit variiert nach Saison und Veranstaltungsangebot. Das Schlossmuseum öffnet täglich um 11 Uhr. In der Sommersaison von April bis Oktober schließt es um 18 Uhr, in den Wintermonaten um 16 Uhr. Eine Kombikarte, die zum Eintritt in Großen Garten, Berggarten und Schlossmuseum berechtigt, kostet für Erwachsene 8 Euro. Kinder bis zu 12 Jahren haben freien Eintritt, Jugendliche zahlen 4 Euro. Außerdem gibt es Gruppentickets, Ermäßigungskarten und Karten für spezielle Veranstaltungen. Weitere Informationen darüber und das Veranstaltungsprogramm gibt es hier. Wer sich für einen Besuch im SeaLife interessierte, bekommt hier alles Wissenswertes. Aus der Innenstadt fahren die Stadtbahnlinien 4 und 5 zu den Herrenhäuser Gärten.

Die Herrenhäuser Gärten –ein Muss für jeden, der Hannover kennenlernen möchte. Quelle: dpa

Hannovers lebendiger Stadtteil

Wenn es darum geht, welcher Stadtteil Hannovers besonders angesagt ist, fällt die Wahl zumeist auf Linden. Früher selbstständiges Dorf und von Industrie geprägt, ist es heute ein bunter, vielfältiger Kulturkiez, eine Kneipen- und Partyzone, ein Kreativtreff, Einkaufsmeile mit vielen kleineren Geschäften und noch so einiges mehr. Hauptschlagader in Linden ist die Limmerstraße.

Die „warmen Brüder“ sind eines der Erkennungsmerkmale des Stadtteils. Quelle: Insa Catherine Hagemann

Besucher, die sie im Sommer abends und nachts entlangschlendern, können erkunden, was sich hinter dem Begriff „limmern“ verbirgt. Das Kulturzentum Faust, das Café Glocksee, das Bei Chez Heinz, das Capitol oder das Theater am Küchengarten sind Schauplätze unterschiedlicher Kulturveranstaltungen, gerne auch solche alternativer Art. Ruhiger geht es am Fluss Ihme zu, an dem sich mit der riesigen Wohn- und Geschäftsimmobilie Ihme-Zentrum ein heftiges Beispiel der sogenannten Brutalismus-Architektur der 1970er Jahre besichtigen lässt.

Außerdem steht hier Lindens Wahrzeichen, das Heizkraftwerk mit seinen Türmen. Sie werden nachts angestrahlt und heißen im Volksmund „Warme Brüder“.

Nach Linden gelangt man aus der Innenstadt mit den Stadtbahnlinien 9 und 10.

Der Erlebnis-Zoo Hannover

Welche Bedeutung der Zoo für Hannover seit seiner Gründung vor mehr als 150 Jahren hat, lässt sich daran ablesen, das ein ganzer Stadtteil nach ihm benannt ist. Im Vorfeld der Weltausstellung Expo 2000 beschloss man, ihn radikal umzugestalten. Er hat sich dadurch zum sogenannten Erlebnis-Zoo entwickelt, das Konzept wurde inzwischen in anderen Städten nachgeahmt. Als Ausflugsziel ist er weit über die Grenzen der Region Hannover hinaus bekannt. Besucher können Tiere in sieben aufwändig gestalteten Themenwelten sehen – Eisbären und Pinguine etwa in der Polarlandschaft Yukon Bay, Elefanten und Tiger im Dschungelpalast oder Afrikas Tiere in der Landschaft Sambesi, durch die in der Sommersaison eine Bootstour führt. Der Zoo liegt am Rand von Hannovers Stadtwald Eilenriede, einem der größten seiner Art in Europa. Er ist von zahlreichen Wander- und Fahrradwegen erschlossen.

Aus der Innenstadt ist der Zoo in wenigen Minuten mit der Stadtbahnlinie 11 zu erreichen. Informationen zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreises gibt es hier.

Die Erdmännchen zählen wohl zu den niedlichsten Bewohnern des Zoos in Hannover. Quelle: Philipp Von Ditfurth

Moderne Kunst am Maschsee

Besucher bräuchten mehrere Tage, wenn sie Hannovers Museumslandschaft komplett erkunden wollten. Am Nordufer des Maschsees befindet sich das Sprengel Museum, das zu den bedeutendsten Häusern für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zählt. Es zeigt in der Dauerausstellung Werke unter anderem Werke von Pablo Picasso, Max Beckmann, Max Ernst, Paul Klee, Emil Nolde, Kurt Schwitters, Andy Warhol oder Gerhard Richter. Dazu kommen teils spektakuläre Sonderausstellungen. Unweit des Maschsees an der Willy-Brandt-Allee liegt das Landesmuseum in einem prachtvollen Gebäude im Stil der Neorenaissance. Es zeigt Malerei und Skulpturen aus sieben Jahrhunderten und widmet sich außerdem Archäologie, Natur- und Völkerkunde. 2014 ist die Dauerausstellung umgestaltet worden und seitdem thematisch in fünf „Welten“ gegliedert. In der Altstadt ist das Historische Museum beheimatet, in dem sich die Entwicklung Hannovers vom Fürstentum zum Königreich und vom Marktflecken zur Großstadt nachvollziehen lässt. Ausflugsziel besonderer Art ist das Wilhelm-Busch-Museum im Georgengarten. Schon das Gebäude, das Wallmodenpalais aus dem 18. Jahrhundert, ist eine Sehenswürdigkeit. Die Sammlung umfasst mehr 40.000 Exemplare historischer und zeitgenössischer Karikatur und Bildsatire, darunter solche aus den Federn von den Zeichnern des Simplicissimus, Loriot, Tomi Ungerer, F.K. Waechter und natürlich dem Namensgeber Wilhelm Busch, der durch seine Geschichten von Max und Moritz weltweite Berühmtheit erlangte. Das Museum August Kestner neben dem Neuen Rathaus zeigt Ägyptische Kunst, antike Kulturen, Design und Numismatik.

Die genannten Museen bilden längst nicht das vollständige Angebot ab. Das leistet ein Museumsführer, den es online hier gibt.

Von Bernd Haase

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