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Hannover Wann waren Sie das letzte Mal in Hannover, Frau Tiggeler?
Nachrichten Hannover Wann waren Sie das letzte Mal in Hannover, Frau Tiggeler?
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00:17 03.02.2018
Lena Meckel als Iris (l.) und Nicola Tiggeler als Fiona (r.) in "Rosamunde Pilcher: Das Vermächtnis unseres Vaters".  Quelle: JON AILES
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Hannover

Die in Hannover geborenen Opernsängerin und TV-Schauspielerin Nicola Tiggeler ist am 4. Februar in dem Rosamunde Pilcher-Film „Das Vermächtnis unseres Vaters“ zu sehen. Die Liebe zur Schauspielerei kam bei ihr über den Operngesang. Ihr Vater, Steffen Tiggeler, war von 1957 bis 1975 Regisseur und Oberspielleiter an der Staatsoper Hannover. Im Dezember wurde die 500. Vorstellung seiner Inszenierung der Kult-Oper „Hänsel & Gretel“ gezeigt. Kein Wunder also, dass für Nicola Tiggeler bereits mit vier Jahren der Berufswunsch feststand, Sängerin zu werden. Die HAZ sprach mit der bekannten Serien-Schauspielerin über ihre Kindheit in der Landeshauptstadt und neueste Projekte. 

Frau Tiggeler, Sie wurden 1960 in Hannover geboren. Welche Assoziationen haben Sie mit Ihrer Geburtsstadt? 

Ich bin durch die Tätigkeit meines Vaters quasi in der Oper groß geworden. Er war lange Jahre in Hannover fest als Oberspielleiter engagiert. Durch seine Tätigkeit entbrannte meine Liebe zur Oper. Ich habe hier im Kinderchor gesungen und Statisterierollen übernommen. In Hannover ist mein Wunsch geboren, Opernsängerin zu werden. In Mozarts ‚Hochzeit des Figaro’ habe ich in der Rolle des ‚Cherubino’ an der Staatsoper mein Bühnendebüt gegeben. 

Wann waren Sie das letzte Mal zu Besuch in der Heimat?

Ich bin immer mal wieder in Hannover in verschiedenen Funktionen, als Autorin oder Vortragsrednerin. Das letzte Mal war ich Dezember 2017 zur 500. Aufführung von ‚Hänsel & Gretel’ hier, inszeniert von meinem Vater. Es ist schon sehr selten, dass eine Oper so oft wiederholt wird. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch meine ehemaligen Mentoren George Alexander Albrecht und Peter Lehmann wieder getroffen. Sie waren meine professionellen Förderer bei meinem Debüt an der Staatsoper.

Sie haben bis 1975 hier gelebt. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit?

Die ganze Gegend um den Maschsee ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben, da wir hinter dem Aegidientorplatz, gegenüber vom TKH-Gebäude, gewohnt haben. Wenn ich hier bin, laufe ich diese Strecke gerne ab. Hier hat sich erstaunlich wenig verändert, es sieht immer noch so aus wie früher. In der Südstadt bin ich bis zur 10. Klasse auf das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium gegangen. Hannover hat sich unglaublich gemacht. Es ist eine moderne und interessante Stadt geworden. Viel weltoffener und großstädtischer, als ich es in Erinnerung hatte.

Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie die Orte aus Ihrer Jugend besuchen?

Gefühle von Kindheit und Heimat. Als Teenager war ich todtraurig als ich hier wegmusste. Und als ich im Dezember hier die Oper besuchte, war ich herzlich berührt. Für mich war die Oper als Mädchen ein Kraftort, der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. Er verkörpert meine Sehnsüchte, die ich als junges Mädchen hatte: Ich wollte auf die Bühne, singen und tanzen. Als ich damals gefragt wurde, ob ich bei der ‚Hochzeit des Figaro’ mitspielen will, war ich überglücklich. Da wurde ein Traum wahr!

Am 4. Februar sind Sie zum ersten Mal in einem Rosamunde Pilcher-Film zu sehen. 

Als das Angebot kam, habe ich sofort zugesagt! Bezaubernde Landschaften, eine schöne Geschichte und ein sicheres Happy End – das ist Rosamunde Pilcher. Ich habe die Einladung, in Cornwall zu drehen, gerne angenommen. Meine Rolle ist klein aber fein. Ich spiele die Mutter der Hauptfigur. Es ist schön mal eine ‚normale’ Rolle zu spielen, da mich viele Zuschauer immer noch mit der bösen ‚Barbara von Heidenberg’ aus der ‚Sturm der Liebe’ in Verbindung bringen.

Sie sind nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Stimm- und Sprechtrainerin tätig. Worum geht es in Ihren Seminaren?

Im kommenden April gebe ich auf der Hannover Messe zusammen mit Silke Foth einen Workshop zum Thema ‚Stimme, Status, Rituale – Alles für Ihr Charisma’. Hier referiere ich im Rahmen des Karrieretags ‚WoMen Power’ über den Einsatz der Stimme und Gestik. Ich will Frauen zeigen, wie Sie beides optimal nutzen, um in der männlichen Welt zu bestehen. Ich möchte Frauen unterstützen, wirkungsvoller und ‚stimmiger’ aufzutreten. 

TV-Tipp: „Rosamunde Pilcher: Das Vermächtnis unseres Vaters“, am 4. Februar, 20.15 Uhr im ZDF.  

Nicola Tiggeler gibt im Rahmen des Karrierekongresses „WoMen Power“ zur Hannover Messe am 27. April 2018 einen Workshop zum Thema „Stimme, Status, Rituale“. Mehr Infos zu den Seminaren mit der Schauspielerin finden Sie unter www.stimmeundsprechen-muenchen.de 

Von Marleen Gaida

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