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Hannover Warum diese Künstlerin alle Bilder wieder zerstört
Nachrichten Hannover Warum diese Künstlerin alle Bilder wieder zerstört
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00:18 30.11.2018
Irina Titova mit einem ihrer Sandbilder. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Ein Wisch –und alles ist weg. Gerade hat Irina Titova ein Gemälde vollendet, links Paris, Eiffelturm, ein Hochseilakt, rechts London, der Big Ben, ein Herr mit Zylinder, in der Mitte ein Globus, in 80 Tagen um die Welt – doch plötzlich ist alles weg. Die russische Künstlerin malt mit Sand, feinem, körnigen braunen Sand. Vorteil: Sie verbraucht kein Papier. Nachteil: Ihre Kunst ist nicht von Dauer. Und immer horizontal. Ist eben Sand.

Dass sie daraus trotzdem eine abendfüllende Show machen kann, hat mit einer beleuchteten Platte unter und einer Kamera über dem Sand zu tun. Und mit dem Talent der in Wien lebenden Moskauerin. Denn alle ihre Bilder entstehen vor den Augen des Publikums – und werden so auch wieder zerstört. „Wenn ich das erste Mal am Abend ein Bild wegwische, kommt aus dem Publikum oft dieses ,Oooooooh’“, sagt Titova. Aber dieses Bedauern weiche bald der Neugier auf das nächste Motiv. In ihrer aktuellen Show geht es frei nach Jules Verne in „Achtzig Bildern um die Welt“, der Text kommt vom Band und wird vorgelesen durch Joachim Kerzel, den Synchronsprecher unter anderem von Jack Nicholson.

Auf dieser Reise durch den Sand versinnbildlicht sie das Unterwegssein, indem sie aus Bildern langsam neue Bilder entstehen lässt. Aus einem Globus wird ein Heißluftballon, aus einem Turm wird ein Mensch. Dabei lässt sie immer wieder feinen Sand aus der Höhe auf die Arbeitsplatte rieseln, malt mal mit den Fingernägeln ganz feine Linien, mit den Handballen große Kreise oder zieht mit beiden Händen symmetrische Konturen. „Ich übe jeden Tag“, sagt sie. Über die Arbeit mit Kindern ist sie als Kunststudentin auf die Idee gekommen, mit Sand zu malen. Mittlerweile steht die zweite Tournee an. Ihr Arbeitsmaterial bestellt sie im Internet, den Sand kann sie etwa ein Jahr verwenden, dann wechselt sie ihr Arbeitsmaterial. Wichtig ist, dass der Sand trocken ist, damit er sich gut formen lässt. „Regen“, sagt Titova, „ist mein größter Feind.“

Obwohl sie während ihrer Show nicht spricht, entsteht immer ein Kontakt zum Publikum. „Es ist interaktiv, weil ich auch spontan etwas machen kann. Ich präge mir zum Beispiel immer ein etwas aus der Stadt ein, in der ich spiele.“ Wenn sie am 26. März im Pavillon am Raschplatz gastiert, wird wohl auch ein hannoversches Bauwerk aus Sand entstehen. Titova hat die Augen schon offengehalten. Das Rathaus, sagt sie, habe sie dabei ziemlich beeindruckt.

Tickets für die Show der „Queen of Sand“ gibt es im HAZ-Ticketshop.

Von Uwe Janssen

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