Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover „Ich bin froh über die Perücke“
Nachrichten Hannover „Ich bin froh über die Perücke“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 10.08.2018
„cih bin in erster Linie Musiker“: Jon Flemming Olsen. Quelle: Johnson
Anzeige
Hannover


Herr Olsen, Sie sind Songwriter, Interpret, Autor – und der Imbisswirt Ingo im TV-Format „Dittsche“. Was ist am wichtigsten?

Ich bin schon in erster Linie Musiker. Die Musik ist der Baum, alles andere hat sich als Ast abgezweigt. Auch die Fernsehrolle ist 1999 aus einer langjährigen Freundschaft mit Olli Dittrich entstanden, der ja auch Musiker ist.


Die Rolle als Ingo hat sie bekannt gemacht – allerdings tragen Sie dort eine Perücke. Wer hatte die Idee?

Ich weiß es gar nicht mehr genau. Wir hatten irgendwann eine Themensitzung, da waren sich alle einig, dass der Ingo Haare haben sollte. Ich fand's lustig. Und ich hatte damals schon recht übersichtliches Haupthaar. Also, ich bin eigentlich ganz froh drüber.


Warum?

Das ist ja wie ein Kostüm, und wenn man in ein Kostüm schlüpft, wird es einfacher, sich in die Rolle zu versetzen. Man ist schon äußerlich ein anderer.

 
Werden Sie ohne Perücke erkannt?

Nicht immer. Aber manchmal bekomme ich einen zweiten Blick, und manchmal grüßen mich Menschen prophylaktisch, weil sie denken, sie kennen mich irgendwie, ohne genau zu wissen, woher. Ich grüße dann zurück.


Ist ein bisschen von diesem etwas desinteressierten Imbissbuden-Ingo in Ihnen?

Klar, man baut sich eine solche Figur und ihre gesamte Lebensgeschichte aus Versatzstücken zusammen, die man irgendwoher kennt. Dennoch sind wir sind schon ziemlich unterschiedlich. Mein Interessenhorizont ist einfach deutlich größer.


Sie haben dann sogar eine Reise durch deutsche Imbissbuden gemacht und als Buch veröffentlicht. Sind Sie Currywurstfan?

Imbisse haben in meinem Leben nie eine Rolle gespielt. Aber es sind interessante Biotope, da wachsen kuriose Pflanzen. Deshalb spielt „Dittsche“ ja auch in einem Imbiss. Und da ich Deutschland auch gar nicht so gut kannte, wollte ich das Land aus dieser gastronomischen Froschperspektive erkunden.

M
it der Countryband Texas Lighning waren Sie 2006 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Athen. Sie sind dann ausgestiegen. Warum?

Ich habe mich Ende 2008 selbst entlassen. Dieser Erfolg war unerwartet, gemessen an chartfähiger Popmusik waren wir alle damals ja schon eher im Greisenalter, und dann auch noch mit Country? Irre! Es war erstmal schön, dann aber auch sehr verstörend. Ich war auf den sofortigen, unfassbaren Druck überhaupt nicht vorbereitet. „No No Never“ war ja unser bis dahin einziger eigener Song, das war überhaupt nicht das Konzept der Band. Und dann hieß es plötzlich: So, nun mal bitte die zweite Single, und das möglichst bis gestern! Ich habe gemerkt, dass das nicht meins war.


Aber will man nicht als Musiker erfolgreich sein?

Es war nie mein Wunsch und Wille, mit der Musik, die ich mache, einen Nummer-1-Hit zu haben. Das Ego wird natürlich gestreichelt, aber mein persönliches Glück hat das nicht befördert. Ich hatte Angst vor Kontrollverlust, ich war nicht mehr Herr meines kleinen Bootes. Eine wirklich ohnmächtige Situation, ich habe psychische Probleme bekommen. Da die Notbremse zu ziehen, war das einzig Richtige. Darüber bin ich sehr glücklich.

 
Sie treten am morgigen Mittwoch um 20.20 Uhr mit Matthias Brodowy im Step by Step in der Melanchtonstraße auf. Was machen Sie da?

Ein Doppelprogramm: Er eine Hälfte, ich eine Hälfte, und mit Sicherheit machen wir auch noch was zusammen.

 

 

Von Uwe Janssen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat die Schulgebäude kräftig aufgeheizt. Einige Schulleiter wollen jetzt erst einmal möglichst viel Unterricht draußen stattfinden lassen.

10.08.2018

Die Feuerwehr Hannover ist am Montagabend zum Mittellandkanal gerufen worden. Zwei Kinder hatten nahe der Hebbelstraße eine untergegangene Person gemeldet. Taucher und ein Sonarboot waren im Einsatz, gegen Mitternacht wurde die Suche eingestellt.

07.08.2018

Hannovers Behindertenbeauftragte lobt Fortschritte für Behinderte in der Stadt – und hat noch viele Forderungen.

09.08.2018
Anzeige