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Hannover “Jugend musiziert“ Hannover: Junge Musiker stellen sich der Jury
Nachrichten Hannover “Jugend musiziert“ Hannover: Junge Musiker stellen sich der Jury
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00:15 31.01.2018
Jugend musiziert: Theodora B. Kromke lernt Blockflöte und tritt gleich mit mehreren Instrumenten auf. Ihr erstes Stueck ist ein experimentelles Avantgarde-Stueck von Hans Martin Linde, bei dem sie summt, spielt und manchmal gleichzeitig summt und spielt. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 Schlichte weiße Bluse, schwarze Jeans, die Haare zum Zopf zurückgebunden. Schon in der Kleiderwahl wirkt Theodora Kromke hoch konzentriert. Nichts soll von der Musik ablenken, denn auf die kommt es an. Die 13-Jährige tritt Sonntag  wie gut hundert weitere Kinder und Jugendliche beim Regionalwettbewerb Hannover von Jugend musiziert an. Eigentlich mit der Blockflöte. Doch zur Verblüffung der Zuhörer stampft Theodora mit dem Fuß auf, geht im Kreis und stößt dabei Wörter einer Fantasiesprache hervor. Mit ihrem Lehrer Andreas Strunkeit hat sie ein anspruchsvolles Avantgarde-Stück ausgesucht, bei dem sie unterschiedliche Flöten und Gesang einsetzt. An manchen Stellen flötet und singt die 13-Jährige gleichzeitig.  Als Kontrast zu der Dada-Komposition spielt Theodora im Anschluss zwei liebliche Barocksonaten. 

Der Wettbewerb im Haus der Jugend zeigt, wie sich Kinder mit viel Ausdauer und Zähigkeit auf ihrem Instrument perfektionieren. Die Jüngsten sind manchmal noch keine acht Jahre alt, die Ältesten bereits junge Erwachsene. Dieses Mal gehört – zum ersten Mal in Niedersachsen – auch die Baglama zu den Wettbewerbsinstrumenten. Das Zupfinstrument stammt aus dem orientalischen Kulturraum, zahlreiche türkischstämmige Jugendliche spielen diese besondere Art von Laute. „Es ist uns wichtig, sie mit ihrem Instrument im Wettbewerb zu haben. Deshalb haben wir bei den Musiklehrern dafür geworben“, berichtet Bernd-Christian Schulze, Vorsitzender von Jugend musiziert Hannover.

Die Wertung für Baglama läuft in der Aula der Schule Meterstraße. Angespannt und zugleich stolz sitzen die Eltern von Lizge Duru Ince unter den Zuhörern. Die 13-Jährige nimmt seit drei Jahren Unterricht. „Ich finde die  Baglama einfach schön, und sie gehört zu unserer Kultur“, erzählt Lizge später. Vor der Jury spielt sie im 20. Jahrhundert komponierte Stücke, die für westliche Ohren melancholisch klingen. Für Lizges Eltern sind es vertraute Klänge. „Wir sind Alewiten und zum Gebet singen wir bei unseren Versammlungen zu der Musik“, erzählt Lizges Vater Cuma Ince. Mutter Aysel Aksoy-Ince fährt ihre Tochter zweimal in der Woche zum Musikunterricht. Sie strahlt. Aber als die Frage auf das Übungspensum kommt, sind ihre Prioritäten eindeutig: „Lizge hat viel fürs Gymnasium zu lernen, das ist wichtiger.“

Theodora hat dagegen schon mit vier Jahren mit der Blockflöte begonnen, später auch noch Cello gelernt. Für den Auftritt im Wettbewerb hat sie sechs unterschiedliche Blockflöten im Einsatz. „Das Instrument macht mir am meisten Spaß, weil ich gemerkt habe, wie virtuos es sich einsetzen lässt“, sagt die Neuntklässlerin vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymasium. Bisher hat Theodora jedes Mal bei Jugend musiziert einen Preis abgeräumt: Sie wurde Erste im Landeswettbewerb, später im Trio Dritte im Bundeswettbewerb. Das erhöht den Erwartungsdruck. Aber allein der Auftritt dieses Mal hat ihr sichtlich auch einfach großen Spaß gemacht. 

Von Bärbel Hilbig

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