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Hannover Jugendaustausch mit Hiroshima besteht seit 50 Jahren 
Nachrichten Hannover Jugendaustausch mit Hiroshima besteht seit 50 Jahren 
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00:39 06.04.2018
Austausch seit 50 Jahren: Jugendliche und erwachsene Gäste aus Hiroshima werden im Rathaus von Bürgermeister Thomas Hermann (re.) empfangen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 „Als ich den Fuß wieder ins schöne Neue Rathaus setzte, fühlte ich mich, als wäre ich nach Hause gekommen.“ Der japanische Medizinprofessor Prof. Kouki Inai von der Universität Hiroshima war schon oft in Hannover. Dieses Mal leitet er eine Delegation aus 17 Jugendlichen und 18 Erwachsenen, die nach Hannover gekommen ist, um das 50-jährige Bestehen des Jugendaustausches  zu feiern. Einige Erwachsene sehen nach Jahrzehnten ihre deutschen Gasteltern wieder, die sie als Schüler aufgenommen hatten. 

Am Mittwochmittag empfing Bürgermeister Thomas Hermann die Gruppe im Ratssaal. 1968 kamen das erste Mal japanische Schüler in die niedersächsische Landeshauptstadt. „Dieser Austausch kommt aus der Zivilgesellschaft, er wurde nicht von oben verordnet“, sagt Hermann, und die japanischen Gäste nicken lächelnd. Die offizielle Städtepartnerschaft entstand denn auch erst 15 Jahre später, im Mai 1983. Seit 20 Jahren gibt es auch einen Austausch der Hochschulen beider Städte.

Jugendaustausch war Vorreiter für Städtepartnerschaft

„Wir haben etwas ganz Besonderes“, findet Hannovers Bürgermeister. Wichtig sei, dass sich nicht nur Verwaltung, Wissenschaft und Kunst begegnen, sondern dass sich auch die Bürger dafür interessierten und engagierten. „Internationale Begegnung führt zueinander,  baut Vorurteile ab und schafft Frieden. Wer neugierig ist und mit offenen Augen durch die Welt geht, ist weniger auffällig für Ausgrenzung und nationale Abschottung“, sagt Hermann. Deshalb sei ja auch die Erziehung zum Frieden eines der Hauptziele des Bündnisses „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden), das 1982 von Hiroshima initiiert worden war und dem auch Hannover angehört. Jugendliche für ein Austauschprogramm zu gewinnen, sei eine wichtige Basis dafür.

Japanische Gäste von alten Häusern und Offenheit der Deutschen begeistert

Yoshiharu Mitoh (16) ist derzeit zu Gast bei Familie Zaum aus Abbensen in der Wedemark (Region Hannover). Er sagt, die Herzlichkeit der Deutschen beeindrucke ihn, und ihre Offenheit, und natürlich die die „vielen, schönen alten Häuser“. Mit seiner Gastfamilie verständigt er sich auf Englisch, und ein bisschen auch auf Japanisch. Mutter Kerstin Zaum lernt das seit gut zwei Jahren beim Deutsch-Japanischen Freundschaftskreis Hannover-Hiroshima-Yukokai. Die asiatischen Schriftzeichen hätten ihr immer schon gefallen, betont sie. Die Japan-Liebe liegt in der Familie. Die 20-jährige Tochter Nadine ist großer Anime-und Manga-Fan. Und Vater Volker Zaum kündigt an, dass man die Silberne Hochzeit im nächsten Jahr auf alle Fälle in Hiroshima feiern wolle. 

Nach dem Empfang am Mittag pflanzte Oberbürgermeister Stefan Schostok am Nachmittag noch einen Baum am Hiroshima-Gedenkhain auf der Alten Bult, wo in knapp drei Wochen wieder das Kirchblütenfest gefeiert wird, und abends gibt es noch eine Jubiläumsfeier im Haus der Jugend.

Von Saskia Döhner

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