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Hannover Das Stadtteilzentrum Ricklingen ist Anlaufpunkt für alle geworden
Nachrichten Hannover Das Stadtteilzentrum Ricklingen ist Anlaufpunkt für alle geworden
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14:00 17.03.2019
Eröffnung Freizeitheim Ricklingen mit Willy Brandt Quelle: Archiv
Hannover

Wo feiern in Ricklingen? Ende der Fünfzigerjahre, die Kneipensäle sind zu klein oder werden als Kinos genutzt, weil die Schänke nicht mehr lohnte und dichtgemacht hat. Die Vereine aber boomen. Sangesbruder Fritz Haake ahnt: Da geht was. Aber nur zusammen. Mit Ratsfrau Lore Henkel und Zeitungsmacher Horst Schweimler im Verein vereint er die Vereine. 35 sind es 1957, und sie machen Dampf. Zehn Jahre später, im Mai 1967: Mit einem großen Fest, zu dem sogar Willy Brandt kommt, wird das Ricklinger Freizeitheim eröffnet. Um den Hobbys und dem Bewegungsdrang der in kleinen Wohnungen lebenden Ricklinger einen Ort zu geben.

Aber es wurde in 52 Jahren viel mehr. „Früher waren Jugendpflege und Altenhilfe mit im Haus“, erinnert sich Hartmut Herbst. Die aufkommenden Jugendzentren kümmerten sich irgendwann um die Heranwachsenden. Die Seniorenarbeit ist geblieben. Aktiv, wohlgemerkt. Viele Ehrenamtliche helfen mit – das Stadtteilzentrum mit seinen acht Mitarbeitern stellt auf mehreren Etagen die Räume, ob für Musik, Handwerk oder Seminar –und möglichst in Topzustand: „Wir wollen ja, dass die Leute selber viel machen“, sagt der Kulturpädagoge, „da sind wir Dienstleister, das muss klappen wie im Hotel.“ Der Andrang sei groß, und die Idee, einfach ein offenes Haus zu stellen, das von völlig unterschiedlichen Gruppen genutzt werde, funktioniere gut. „Die meisten wissen, was sie wollen“, sagt Herbst, seit 1995 dabei, seit 1997 Leiter der Einrichtung. Und es schwingt ein bisschen Stolz mit, durch Beharrlichkeit und Verlässlichkeit ein Zentrum für die Bürger, im Wortsinne, geschaffen zu haben. „Das ist ihr Haus. Es heißt jetzt ja Stadtteilzentrum, aber für die Ricklinger ist es ihr Freizeitheim.“

Das Angebot hat sich gewandelt

Dazu gehört es natürlich, alle Bevölkerungsschichten mit ins Boot zu holen, Vereine, Workshopgruppen, Integrationskurse, Kinder und Senioren – oder alle zusammen bei den Veranstaltungen. Karneval, Theater, Konzert oder Oper auf dem Lande gehen im großen Fritz-Haake-Saal über die Bühne, dem größten Saal im Stadtteil. Wer rein will, geht durch „Rick‘s Café“, das seit Jahrzehnten ebenfalls seine Funktion in der Kiezkultur erfüllt. Dass die Stadtteilbibliothek und das Bürgerzentrum mit im Gebäude sind, kommt dazu.

Das Haus ist immer noch das gleiche, das Angebot hat sich gewandelt. Im Kreativbereich beobachtet Hartmut Herbst einen Nachfragerückgang. „Die Malgruppen, die hier früher einmal kamen, sind ausgelaufen“, sagt Herbst. Selbst im Kinderbereich ändern sich die Ansprüche. „Früher war mehr Wissen und Experiment gefragt, heute ist der Drang nach Bewegung viel größer“, sagt Songül Yilmaz-Soltani, die in Ricklingen die Kinderkultur managt.

Kooperationen mit den Kitas und den umliegenden Schulen, speziell mit Sprachlernklassen, sind fester Bestandteil der Arbeit. Wichtig sei es, fremdsprachige Schüler und Flüchtlingskinder ins Stadtteilzentrum zu holen, „damit die Schüler hier neue Leute kennenlernen“. Die türkischstämmige Sozialpädagogin hat als Ansprechpartnerin auch viele türkische Gruppen ans Haus gebunden. „Sie vertrauen mir. Sie trauen sich sogar, anzurufen.“

Eines für alle ist das Murmiland. Ortwin Grüttners wundersame Welt der kunstvollen Murmelbahnen ist ein Publikumshit mit zuletzt mehr als 12000 Besuchern, und er ist, wie man sich denken kann, nicht nur Kinderkram, auch Eltern lassen zu gern die Kugel rollen. Kurz zusammengefasst: „Alle murmeln!“ Murmelt Hartmut Herbst. Am 22. März geht es zum dritten Mal los, bis zum 12. April bleibt die Schau im Stadtteilzentrum aufgebaut. Und wieder mal ahnt man: Da geht was in Ricklingen.

Termine und mehr

Stadtteilzentrum Ricklingen

Ricklinger Stadtweg 1

30459 Hannover:

Tel: : (0511) 16849595

Termine

Am 23., 24., 29., 30. und 31. März spielt die bühne93 „Keine Leiche für Lily“.

Bis zum 28. April ist die Ausstellung „(R)Einblicke“ der Fotogeuppe 30451 im Stadtteilzentrum zu sehen.

Am 28. April ist in der Reihe „Spiel:Zeit“ Bullerbü zu Gast im Stadtteilzentrum. Von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr wird es schwedisch mit Tanz, Theater, Musik und allerlei Kreativem.

Am 21. Mai liest Britta Hoge in der „Woche der Sprache und des Lesens“ aus ihren Texten und Gedichten.

Von Uwe Janssen

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