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Hannover Anwohnerin klagt wegen nächtlichen Lärms auf dem Spielplatz
Nachrichten Hannover Anwohnerin klagt wegen nächtlichen Lärms auf dem Spielplatz
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00:19 29.11.2018
26.11.2018, Niedersachsen, Hannover: Vertreter von Stadt und Gericht verhandeln auf dem Spielplatz an der Lange-Feld-Straße. Eine Anwohnerin klagt wegen lärmenden Jugendlichen, die sich abends auf dem Spielplatz aufhalten. Foto: Moritz Frankenberg Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Eine Anwohnerin eines Spielplatzes in Kirchrode hat die Stadtverwaltung vor dem Verwaltungsgericht Hannover verklagt. Die Hausbesitzerin wollte es nicht länger hinnehmen, dass das Areal an der Lange-Feld-Straße nach 20 Uhr von jungen Erwachsenen genutzt wird, die dort Musik hören, Alkohol trinken und Fußball spielen. Sie sah die Stadt in der Pflicht, gegen den Missbrauch des Platzes vorzugehen. Die Verhandlung unter Vorsitze des Verwaltungsrichters Andreas Leine-Tebbe fand am Montagnachmittag auf dem Spielplatz statt.

Spielplatz existiert seit den Siebzigerjahren

Den Spielplatz mit integriertem Fußballplatz gibt es an der Lange-Feld-Straße seit Mitte der 1970er Jahre. Die Klägerin kaufen ihr Einfamilienhaus im Jahr 1994 und hatte keine Probleme damit, dass Kinder dort zwischen sieben und 20 Uhr spielten. „Seit einigen Jahren hat sich die Situation hier dramatisch verschlimmert“, sagte Rechtsanwalt Wolfgang Neumann, der die Anwohnerin vertrat. Der Spielplatz sei zu einem Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch aus anderen Stadtteilen geworden, die zum Teil mit eigenen Autos anreisten und auf dem Gelände nach 20 Uhr regelrechte Gelage abhalten würden. Über die Lärmbelästigung hat die Anwohnerin ein sehr genaues Protokoll geführt. Die Stadt müsse, so die Auffassung der Klägerin und ihres Rechtsanwalts, für die Einhaltung der Spielplatzordnung sorgen.

Zu wenig Personal für mehr Kontrollen

Vertreter der Verwaltung erklärten vor Gericht, auch bei dem neu geschaffenen Ordnungsdienst gäbe es nicht genug Mitarbeiter, um alle Spielplätze der Stadt kontrollieren zu können. „Die Stadt kann sich nicht damit herausreden, zu wenig Personal zu haben“, sagte Rechtsanwalt Neumann. Nach einer etwa einstündigen Verhandlung schlug Verwaltungsrichter Leine-Tebbe den beiden Parteien einen Vergleich vor, dem sie vorerst zustimmten.

Der Fußballplatz auf dem Gelände wird verkleinert und um rund zehn Meter verlagert. Dadurch soll der Platz für ältere Spieler nicht mehr so attraktiv werden. Vor dem Haus der Anwohnerin werden hohe Büsche als natürlicher Lärmschutz gepflanzt. An allen Eingängen des Spielplatzes werden neue Schilder aufgestellt, die auf die Zeiten hinweisen, in denen das Gelände genutzt werden darf. Außerdem erhält die Anwohnerin die Telefonnummer des Ordnungsdienstes, um im Bedarfsfall Hilfe holen zu können. Sowohl die Stadt als auch die Anwohnerin haben jetzt bis Mitte Januar Zeit, gegen diesen Vergleich Einspruch zu erheben.

Entsteht auf dem Spielplatz eine Grundschule?

Das Gelände mit dem Spielplatz war erst kürzlich in die Schlagzeilen geraten. Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wolferode hatte die Stadt gebeten, die Eignung des Spielplatzes als Standort für eine Grundschule prüfen zu lassen. Dagegen regt sich inzwischen massiver Widerstand. Anwohner haben inzwischen mehr als 1300 Unterschriften gegen dieses Vorhaben gesammelt.

Von Tobias Morchner

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