Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Kongress: Jesiden kämpfen für mehr Anerkennung
Nachrichten Hannover Kongress: Jesiden kämpfen für mehr Anerkennung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 10.10.2017
Asis Kalasch (l.), Vorsitzender des Kongresses der Jesiden weltweit, spricht zu den Tagungsteilnehmern. Quelle: Heidrich
Anzeige
Hannover

Der Kongress der Jesiden weltweit, eine Art Dachverband der Glaubensrichtung hat vier Prinzipien festgeschrieben: die Anerkennung des jesidischen Volkes, der jesidischen Muttersprache "Ezdiki", des Genozids am jesidischen Volk und des Existenzrecht der Minderheit. "Der Schmerz unseres Volkes ist der Schmerz von jedem einzelnen", sagt Asis Kalasch, Vorsitzender des Kongresses. "Es ist an der Zeit, dass wir zusammenkommen, um über unsere Probleme zu sprechen." Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland, aber auch unter anderem aus Russland und dem Irak - darunter der religiöse Würdenträger Fakir Chemri vom Tempel in Lalisch, dem Heiligtum der Glaubensrichtung.

Besonders wichtig ist es Kalasch, dass die Jesiden in Europa und bei den Vereinten Nationen als Minderheit anerkannt werden und dass die Welt offen über den Völkermord spricht. Über die Jahrhunderte wurden die Jesiden immer wieder vertrieben, unter anderem nach Armenien. Unter anderem machte der IS seit 2014 Jagd auf die Minderheit. "Alle wissen vom Genozid, dennoch geschieht nichts", sagt Kalasch. Bei ihrer Tagung soll es nicht um religiöse, sondern um kulturelle Inhalte gehen. Araber und Kurden würden den Jesiden ihre Identität nehmen, weil sie die Minderheit vereinnahme. "Wir wollen nicht mit der kurdischen Politik verbunden werden - weder positiv noch negativ", sagt beispielsweise Kongressteilnehmer Osman Aklura.

Ähnliche Kongresse sollen demnächst auch in anderen deutschen Städten stattfinden. Der Dachverband möchte möglichst viele jesidische Gemeinschaften hinter sich wissen, um für die vier Ziele zu kämpfen. "Ein Volk, das so sehr gelitten hat, muss Anerkennung finden", sagt Kalesch. Das Jesidentum ist wie der Islam und das Christentum eine monotheistische Religion. Die Heimat liegt auf dem Gebiet des heutigen Irak und Syrien, in Deutschland leben nach Angaben des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes rund 100 000 Jesiden - die größte Gemeinschaft außerhalb des Heimatgebietes.

pah

Beleidigungen im Internet, Drohanrufe, hasserfüllte Kommentare - SPD-Ratsfrau Hülya Iri sieht sich derzeit einer Hetzkampagne ausgesetzt. „Ich habe Angst um meine Familie“, sagt die migrationspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. Grund ist ein angeblicher Eklat nach einer Sitzung des Internationalen Ausschusses vor einigen Tagen.

Andreas Schinkel 12.06.2018

Die Handballer des HSV Hannover kamen sich vor wie in einem Actionfilm. Bei der Auswärtsfahrt nach Flensburg stürmte die Polizei in voller Einsatzmontur ihren Mannschaftsbus. Der kuriose Grund: Die Beamten hatten die Handballer für gewaltbereite Fußball-Fans des SV Werder Bremen gehalten. 

07.10.2017

Nach dem Sturmtief "Xavier" kehrt am Hauptbahnhof Hannover langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Am Donnerstag waren rund 10.000 Personen gestrandet, weil die Bahn den Zugverkehr in Norddeutschland eingestellt hatte. Noch immer müssen Bahnreisende mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. 

07.10.2017
Anzeige