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Hannover So lassen sich Internetbetrüger entlarven
Nachrichten Hannover So lassen sich Internetbetrüger entlarven
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00:19 09.11.2018
Online-Betrugsmaschen werden nach Ansicht des Landeskriminalamtes und der Verbraucherzentrale Niedersachsen immer raffinierter. Die Experten mahnen zur Vorsicht im Netz. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Das Landeskriminalamt (LKA) und die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnen vor dem anstehende Weihnachtsgeschäft vor Internetbetrügern. „Die die Methoden werden immer perfider“, sagt Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale. Immer mehr Menschen bestellen online, das wissen auch die Täter. „Durch die zunehmende Digitalisierung machen wir uns immer angreifbarer“, sagt LKA-Chef Friedo de Vries. Seit 2015 kooperieren beide Seiten und informieren über die Gefahren im Netz.

2017 registrierten die Ermittler landesweit 9000 Internetstraftaten, davon entfallen rund 70 Prozent auf Betrügereien. Den Gesamtschaden in Niedersachsen beziffert das LKA auf mindestens 6,7 Millionen Euro. „Wir gehen davon aus, dass wesentlich mehr Menschen betroffen sind“, sagt de Vries. Er schätzt, dass auf eine Anzeige zehn nicht gemeldete Delikte entfallen.

„Oft krudes Deutsch“

In sogenannten Fake-Shops bieten die Betrüger etwa neueste Smartphones oder Turnschuhe verdächtig günstig an. „Jeder muss im Internet mit gesundem Menschenverstand agieren“, rät Kristandt daher. Oft ließen sich die Portale schnell entlarven: Sie haben kein Impressum „oder die Texte kommen im kruden Deutsch daher“. Ein weiteres Indiz: Es gibt nur ein bis zwei Bezahlmöglichkeiten, häufig Kreditkarte beziehungsweise Vorkasse. „Es empfiehlt sich daher, nach Bewertungen der verdächtigen Shops zu googeln“, sagt Kristandt.

Eine weitere Methode ist das sogenannte Pharming. Hierbei gaukeln Kriminelle echte Webseiten vor, in Wirklichkeit wollen sie aber bloß an Bank- oder Kreditkarteninformationen herankommen. „Der Nutzer wird aufgefordert, seine Daten erneut einzugeben“, sagt Kristandt. Diejenigen, die den Schwindel nicht erkennen, müssten später unerwünschte Abbuchungen feststellen. Die Verbraucherschützer raten daher, keine dubiosen Links anzuklicken oder unbekannte E-Mailanhänge zu öffnen.

Gerade jüngere Nutzer fallen auf Code-Abzocker herein. „Vermutlich gelingt es, weil sie leichtgläubiger sind“, sagt Kristandt. Sie werden auf Facebook angeschrieben und nach der Handynummer gefragt. Dann erhalten sie SMS mit Nummernfolgen, die sie weiterleiten sollen. „Oft behaupten die Betrüger, es gehe um eine Wette mit einem Freund“, so Kristandt. In Wirklichkeit kauft der Betrüger über die Kombination aus Rufnummer und weiterleitetem Code ein, die Kosten schlagen sich auf der Handyrechnung des Geschädigten nieder.

Den Tätern kommt es auf die Masse an

Ebenfalls eine gängige Masche: der Identitätsdiebstahl. Etwa über fadenscheinige Gewinnspiele oder Hackerangriffe auf Telefonanbieter gelangen Betrüger an persönliche Daten ihrer Opfer, diese nutzen sie für falsche Angaben in Fake-Shops. Oft fliegt der Schwindel erst auf, „wenn sich Geschädigte beim Opfer des Identitätsmissbrauchs melden und Geld wiederhaben wollen“, sagt Kristandt. „Dann muss derjenige seinen guten Ruf wiederherstellen.“ Daher sollten sensible Daten wirklich nur dann eingegeben werden, wenn es unbedingt sein müsse.

Fake-Shops versucht die Polizei schnellstmöglich vom Netz zu nehmen, manche Portale existieren aber von sich aus bloß wenige Tage. „Das reicht den Tätern schon“, sagt de Vries. Gerade bei geringen Summen komme es für die Täter auf die Masse an. Deshalb rät das LKA, jeden Betrug anzuzeigen. „Es gibt keine falsche Scham“, sagt de Vries. Gelegentlich gelingt es den Beamten, Geld bei ertappten Betrügern sicherzustellen und zurückzugeben. De Vries: „Versprechen können wir das aber nicht.“

Weitere Informationen zum Thema Internetbetrug gibt es bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen und auf dem Präventionsportal der Polizei.

Von Peer Hellerling

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