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Hannover Umfangreich Sanierungsarbeiten behindern Ausstellungen
Nachrichten Hannover Umfangreich Sanierungsarbeiten behindern Ausstellungen
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06:00 09.08.2018
Das Landesmuseum Quelle: Martin Steiner (Archiv)
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Hannover

Besucher des Landesmuseums in Hannover müssen sich in den kommenden Jahren auf eingeschränkte Ausstellungen an der Willy-Brandt-Allee einstellen. „Für die Jahre 2019 bis 2021 ist eine umfassende Erneuerung der gesamten Glasdächer vorgesehen“, sagte Museumssprecher Dennis von Wildenrath der HAZ. Wie stark die Beeinträchtigung ausfallen werde, konnte von Wildenrath nicht einschätzen, „da wir uns in der Vorplanungsphase befinden“. Aus demselben Grund sind auch die voraussichtlichen Kosten noch offen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Aussage dazu machen.“

Landesgalerie seit 10. Juli gesperrt

Bereits aktuell ist der Ausstellungsbetrieb in dem Neorenaissancebau am Rande des Maschparks eingeschränkt. Seit dem 10 Juli ist die Landesgalerie geschlossen, wo eigentlich seit Anfang Juli die Fotoausstellung „Glanzlichter“ mit preisgekrönten Naturfotografien gezeigt werden sollte. Der Mittelaltersaal ist ebenfalls gesperrt. Auch hier sind Reparaturarbeiten am Dach des Gebäudes aus dem Jahr 1902 der Grund. Erst in zwei Wochen soll die Fotoausstellung wieder öffnen, der Mittelaltersaal im September.

Die Entscheidung für die Schließung hatte die Museumsleitung kurzfristig getroffen. „Im Zuge der Planungsmaßnahmen“ für die anstehende große Sanierung „waren in Teilen der Dachkonstruktion kleinere Schäden festgestellt“ worden, erklärte von Wildenrath. Das historische Dachwerk werde an die aktuellen Bauanforderungen angepasst, die Schließung der Landesgalerie sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Fall erinnert ans Sprengel-Museum

Die Geschichte erinnert an das Sanierungsdebakel im Sprengel-Museum am Maschsee. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass die Kosten für die nötige Brandschutzsanierung im Altbau von ursprünglich geplanten vier Millionen auf 11 Millionen Euro ansteigen. Stadt und Land streiten noch über die Aufteilung der Kosten, Kulturminister Thümler versuchte vergeblich, die Gelegenheit nutzen, das von Stadt und Land gemeinsam finanzierte Ausstellungshaus komplett zu übernehmen. Die Kritik schwang mit, die Stadt habe das Sprengel-Museum nicht im Griff. Das Landesmuseum steht hingegen komplett unter der Hoheit Thümlers.

An der Willy-Brandt-Alle spricht man von einer „kurzen Sommerpause“. Ein Kritiker, der anonym bleiben will, behauptet, diese sei alles andere als geplant gewesen. Er kreidet der Museumsleitung „jahrelange Versäumnisse in der Instandhaltung der Dachkonstruktion“ an. Das sei schon daran zu erkennen, dass entgegen der hausinternen Planung die erst kürzlich eröffnete Fotoausstellung geschlossen werden musste. „Nach einer Routineuntersuchung wurden die betreffenden Räumlichkeiten sofort durch die zuständige Behörde gesperrt.“ Die Ausstellungsstücke in der Mittelaltersammlung seien durch einen möglichen „Einsturz des Dachs im vorderen Gebäudeteil akut gefährdet“.

Landesmuseum weist Kritik zurück

Das Landesmuseum weist das zurück. „Die Reparaturmaßnahmen werden im Zuge des regulären Bauunterhalts vom staatlichen Baumanagement durchgeführt“, erklärte Sprecher von Wildenrath. Die eigentlichen Reparaturarbeiten werden nur zwei Tage dauern. Die lange Dauer der „Sommerpause“ begründet er mit „sorgfältiger Planung“ sowie der Beauftragung einer Fachfirma, die aufgrund der Baukonjunktur und der Sommerzeit schwierig zu sei. Kunstwerke seien nicht zu Schaden gekommen.

Immerhin, so von Wildenrath, sei es dem Landesmuseum gelungen, die „Glanzlichter“-Schau mit ihren spektakulären Naturfotografien bis zum 14. Oktober zu verlängern. Sie sollte ursprünglich nur bis zum 12. August gezeigt werden.

Von Karl Doeleke

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