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Hannover 47.270 Euro wegen OP am falschen Knie
Nachrichten Hannover 47.270 Euro wegen OP am falschen Knie
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00:22 06.12.2018
Bärbel Lüders ist froh, mithilfe ihres Anwalts Karsten Heidemann eine akzeptable Entschädigung zu bekommen. Quelle: Michael Zgoll
Hannover / Lehrte

Eine 68-Jährige hat am Landgericht Hannover auf dem Vergleichsweg Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 47.270 Euro zugesprochen bekommen. Die Frau aus dem Lehrter Ortsteil Immensen war 2014 auf einer Kellertreppe gestürzt und hatte sich dabei eine Schienbeinkopffraktur zugezogen – am linken Bein. Doch operiert wurde im Krankenhaus Lehrte das rechte Knie; erst im Nachgang – als der Kunstfehler entdeckt worden war – kam auch das linke an die Reihe. Die Entschädigungssumme muss der gelernten Hauswirtschafterin und Diätköchin das Klinikum Region Hannover (KRH) überweisen.

Doch gibt es noch ein zweites Krankenhaus, das sich im Anschluss an die offenkundig überflüssige OP nicht mit Ruhm bekleckerte und weitere Kunstfehler beging. Bei der Operation des falschen Knies hatten die Ärzte in Lehrte gepfuscht, so dass für die Patientin ein Jahre währendes Martyrium begann. Im Zuge Dutzender Arzt- und Physiotherapiebesuche sowie drei weiterer Operationen wurden auch am Friederikenstift Fehler begangen, so dass Diakovere – der Träger des hannoverschen Krankenhauses – nun 18.908 Euro der Entschädigungssumme übernehmen und seinerseits an das KRH überweisen wird.

Mithilfe von Karsten Heidemann, Fachanwalt für Medizinrecht, hatte die 68-Jährige wegen grober Behandlungsfehler ursprünglich auf Zahlung von 88.000 Euro geklagt. „Doch nach drei Jahren Prozessierens ist es meine Mandantin nun leid und letztendlich auch zufrieden mit dem Vergleichsergebnis“, sagt Heidemann. Völlig wiederhergestellt ist das rechte Bein der leidgeprüften Patientin allerdings immer noch nicht. 2015 bekam sie dort ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt, kann sich aber immer noch nicht so ausdauernd und schmerzfrei bewegen wie vor ihrem Treppensturz.

Von Michael Zgoll

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