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Hannover So sind die Wähler bei der Landtagswahl gewandert
Nachrichten Hannover So sind die Wähler bei der Landtagswahl gewandert
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12:26 17.10.2017
Quelle: dpa/HAZ-Montage
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Hannover

Die Hochburgen der beiden ehemals großen politischen Lager verlieren in Hannover und im Umland an Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer ersten Expertenanalyse des Landtagswahlergebnisses. In den von den Soziologen als „privilegiert“ bezeichneten Stadtteilen wie zum Beispiel Waldhausen, Waldheim, Bult, Zoo und Kirchrode legte die SPD im Vergleich zur Landtagswahl 2013 durchschnittlich 4,6 Prozentpunkte zu, im Vergleich zur Bundestagswahl vor drei Wochen sogar 10,6 Prozentpunkte. Dabei handelt es sich um klassische Hochburgen von CDU und FDP. Der städtische Statistikexperte Andreas Martin sagte bei der gestrigen Wahlanalyse, dafür könne es individuelle Gründe geben. „Vielleicht wollten die Wähler damit Ministerpräsident Stephan Weil stärken, oder vielleicht wollten sie bestimmte Koalitionen verhindern“, erläutert er.
Analyse noch in der Wahlnacht

So haben Ihre Nachbarn gewählt

Grafiken und Übersichten zu den Wahlergebnissen in den Wahlbezirken der Region Hannover.

Noch in der Wahlnacht hatte Martin gemeinsam mit Stadtwahlleiter Carsten Köller und Regionswahlleiter Andreas Kranz die Wahlergebnis durchleuchtet und analysiert. In Hannover kamen die SPD am Sonntag auf 38,8 Prozent, die CDU auf 23,9 Prozent und die Grünen auf 13 Prozent. Die Linke erreichte in der Landeshauptstadt 8, die FDP 7,6, die AfD 5,7 Prozent. Im Umland wählten sogar 39,1 Prozent die SPD und 31,9 Prozent die CDU, 7,9 Prozent die FDP, nur 7,7 Prozent die Grünen und 4 Prozent die Linke, aber 7 Prozent die AfD.
„Die früheren Hochburgen der Parteien verlieren an Bedeutung“, stellt der Regions-Statistikexperte Stephan Klecha fest. Das führe dazu, dass in der Region nur noch in Hannover SPD und Grüne auf einen mehrheitsfähigen Anteil von 51,8 Prozent kämen. In keiner anderen der regionsangehörigen Gemeinden können Rot-Grün oder Schwarz-Gelb noch eine Mehrheit erringen.

Wahlbeteiligung: Sie ist regionsweit um 3,4 Prozent gestiegen und erreicht mit 65,8 Prozent bei Landtagswahlen den höchsten Wert seit der Abstimmung 2003. Im Vergleich zur Bundestagswahl vor drei Wochen liegt die Beteiligunbg allerdings mehr als 10 Prozentpunkte niedriger. Knapp 100.000 Wahlberechtigte in der Region, die noch bei der Bundestagswahl wählten, haben sich ihrer Stimme enthalten. Die Spannweite der Wahlbeteiligung reicht in Hannover von 40 Prozent in Vahrenheide bis 78,5 Prozent in Wülferode. In den Umlandkommunen gab es mit 73,9 Prozent die höchste Wahlbeteiligung in Hemmingen, die geringste mit 59,8 Prozent in Garbsen.

Stimmensplitting: Gegenüber der Landtagswahl vor fünf Jahren ist das Stimmensplitting zwischen Erst- und Zweitstimme stark zurückgegangen. Der Verzicht auf das strategische Verteilen der beiden Stimmen für Direktmandate und Partei ist nach Analyse der Forscher besonders auffällig bei CDU und FDP. Bemerkenswert sei allerdings der hohe Anteil von Wählern der Grünen, die ihre Erststimme den Kandidaten der CDU geben.

AfD: Die rechtspopulistische Partei fällt gegenüber der Bundestagswahl regionsweit mit 3 Prozentpunkten am deutlichsten zurück. Dennoch wurde die AfD in Garbsen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze drittstärkste Kraft hinter SPD und CDU. AfD-Wähler splitten kaum zwischen Erst- und Zweitstimme. In den Wahlkreisen, in denen die AfD keinen Direktkandidaten aufgestellt hat, fällt zudem auf, dass die Erststimmen nicht an die im Landtag vertretenen Parteien fließen, sondern an sonstige Parteien.     

Von Mathias Klein

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