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Hannover Anlieger wehren sich gegen Bauprojekt
Nachrichten Hannover Anlieger wehren sich gegen Bauprojekt
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16:56 25.09.2018
Anwohner protestieren mit Plakaten gegen das Neubauvorhaben der Leibniz-Universität Im Moore. Quelle: Julia Polley/HAZ
Nordstadt

Nachbarn mobilisieren gegen ein Neubauprojekt der Leibniz-Universität für angehende Lehrer. Die Uni will in der Leibniz School of Education ihre Lehrerausbildung konzentrieren und die Grundlagen des Lehramtsstudiums an einem zentralen Ort vermitteln. Bisher steht auf dem Grundstück Im Moore 11 a, das sich im Besitz der Uni befindet, ein kleines betagtes Bürogebäude in einer Senke, genannt „versunkenes Schlösschen“.

Die Anlieger in den Straßen Im Moore und Am Puttenser Felde befürchten erhebliche Nachteile durch den wesentlich größeren Neubau, der auf 2300 Quadratmetern Nutzfläche einen Hörsaal mit 250 Plätzen, fünf Seminarräume, gut 100 Büroarbeitsplätze sowie Lernmöglichkeiten für Studenten bieten soll. „Wir haben Bedenken, weil sich das Kleinklima in den Innenhöfen verändert, der Luftaustausch reduziert und Balkone verschattet werden“, erklärt Susanne Hellmann, Anwohnerin Am Puttenser Felde. Die Anlieger befürchten außerdem, dass ein geplantes Versickerungskonzept bei der weitgehenden Überbauung des Grundstücks nicht ausreicht und Wasser auf die eigenen Grundstücke drücken könnte.

Ihre Bedenken hat die Interessengemeinschaft Uni-Nachbarschaft bereits in einem offenen Brief an den Unipräsidenten, Studentenvertretung, Oberbürgermeister, Ministerpräsident sowie die Fraktionsvorsitzenden in Stadt und Land geschickt. Darin heißt es, man befürchte „dauerhafte Konflikte mit den zukünftigen Nutzern des geplanten Neubaus“. Bereits die aktuelle Bau- und Verkehrssituation rund um das Grundstück sei sehr beengt. „Insgesamt befürchten wir mehr Lärm durch mehr Studenten“, erläutert Susanne Hellmann. Die Initiative geht von Leerstand in bestehenden Hochschulgebäuden aus, die aus ihrer Sicht für die Lehrerausbildung genutzt werden könnten.

Außerdem hat die Initiative eine Postkartenaktion an den Unipräsidenten gestartet und sammelt Unterschriften gegen das Bauprojekt und die geplante Rodung. Tenor: Mit seinem Baumbestand bietet das Grundstück Lebensraum für Wildtiere. Fledermäuse, wie zuerst vermutet, haben dort laut Gutachten jedoch keine Quartiere. Die Anwohner fordern einen Stopp der Planungen und eine Bürgerbeteiligung. Die Leibniz-Uni hat mit den Anliegern ein Gespräch Ende Oktober vereinbart. „Dann könnten die Rodungsarbeiten aber schon begonnen haben“, sagt Susanne Hellmann. Nach bisherigem Zeitplan will die Uni im Herbst den Bauantrag einreichen, voraussichtlich im Winter Bäume fällen und im Frühjahr 2019 den Abriss starten. Die Bauarbeiten sollen von Herbst 2019 bis 2020/21 laufen.

Bisher plant die Uni, den Baustellenverkehr durch die kleine Straße Am Puttenser Felde zu führen, die keinen Bürgersteig hat. Der Bezirksrat Nord sieht das kritisch und spricht sich einstimmig dafür aus, dass die Stadt mit der Uni das Gespräch suchen soll. Die Zielsetzung: Die Baustellenfahrzeuge sollten möglichst über Universitätsgelände fahren. „Aus unserer Sicht gibt es eigentlich keinen Grund, warum das nicht möglich sein sollte“, sagt Christine Deja (Grüne).

Von Bärbel Hilbig

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