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Hannover Roboterfabrik für Schüler und Studenten startet
Nachrichten Hannover Roboterfabrik für Schüler und Studenten startet
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00:18 27.10.2017
Von Bärbel Hilbig
Zeigten ihr technisches Wissen: Die Schüler Vincent Michalski (12), Lennard Lessing (13), Erik Erdmann (17), und Fabrice Zeug (16) vom Roberta-Team. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Der Roboter besteht im wesentlichen aus einem Arm, der mit sanften Bewegungen Saft eingießt, Limetten zerstößt und Zucker beimengt. In wenigen Tagen hat ein Studententeam die sensible und hoch bewegliche Maschine zum Cocktail-Mixer getrimmt. „Wir zeigen dem Roboter neue Bewegungen. Komplexere Abläufe programmieren wir“, erklärt Student Alexander Moortgat-Pick.

Bald werden auch Schüler sich mit dem sanften und flexiblen Roboter beschäftigen. Denn Leibniz-Universität und Region Hannover starten jetzt mit einer neuen gemeinsamen Roboterfabrik, in der Schüler, Auszubildende und Studenten lernen, wie sie Roboter programmieren, bedienen und beim Handeln anleiten. „Wir wollen Kinder in der Schule abholen und möglichst für Studium und Doktorarbeit an unserer Uni motivieren“, erläutert Uni-Präsident Volker Epping. Schüler können, wenn sie wollen, bereits vor dem Abi erste Leistungsnachweise fürs spätere Studium erwerben.

Vor allem verfolgen die Initiatoren aber das Ziel, in der Region Nachwuchs für eine Zukunftstechnologie zu gewinnen und womöglich auch Firmengründungen voranzubringen. Den Anstoß hat Spitzenforscher Sami Haddadin gegeben. Der weltweit anerkannte Robotikexperte, bisher noch Direktor des Uni-Instituts für Regelungstechnik, will zwar nach München wechseln. Dennoch liegt ihm die Roboterfabrik in Hannover am Herzen. Der Professor sieht das durchgängige Ausbildungsangebot als Pilotprojekt, das er auf ganz Deutschland ausweiten will. „Wir brauchen neue Lehr- und Ausbildungskonzepte, Weiterbildung für Lehrer und Facharbeiter.“

Ministerpräsident Stephan Weil kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. „Wir müssen in Deutschland und Europa in der Spitzengruppe der Entwicklung mit dabei sein. Die Roboterfabrik ist ein Puzzlestein dazu.“

Die „Fabrik“ an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik bietet lernfähige Roboter der neuen Generation. Studenten und bald auch Schüler lösen in mehrtägigen „Robothons“ Aufgaben im Team. Sie lernen dabei, Roboter mit neuen Werkzeugen und Fähigkeiten auszustatten. Zu sehen waren jetzt auch Exemplare, die Geschirrspüler einräumen oder Waffeln aufwärmen und servieren.

Bei den Studenten zündet das Angebot bereits. Die Robotik-Veranstaltungen von Haddadin sowie Prof. Tobias Ortmaier, Leiter des Instituts für Mechatronische Systeme, sind stark nachgefragt. Die Region fördert das Projekt in fünf Jahren mit insgesamt 600 000 Euro. Zu den Unterstützern zählen Industrie- und Handelskammer Hannover und der von Haddadin mitbegründete Roboterhersteller Franka Emika. Das Roberta Regiozentrum der Region für Schüler ist in die Roboterfabrik gezogen.

Nachgefragt bei Prof. Sami Haddadin, Direktor
 Institut für Regelungstechnik

„Jeder kann Roboter benutzen“

Was ist das Besondere an den 
neuen Robotern?

Wir entwickeln Roboter als Assistenten für den Menschen. Sie müssen nicht mehr hinter einem Schutzzaun arbeiten, denn sie sind extrem leicht und feinfühlig. Durch Sensoren messen sie Abstände sowie Berührungsdruck und stoppen vor Hindernissen.

Wie werden Schüler mit den Robotern arbeiten?

Die Schülerteams sollen in einer begrenzten Zeit echte Probleme lösen. Unsere Roboter verfügen über Tastsinn, sind in ihrer Motorik lernfähig. Dadurch können wir sie an der Hand nehmen und ihnen etwas vormachen. Sie lernen von Menschen. Der Tastsinn ist für uns Menschen wohl der wichtigste Sinn, denn mit ihm orientieren wir uns in der physischen Welt und gestalten sie durch Werkzeuge.

Dennoch müssen die Roboter doch programmiert werden?

Ja, aber das ist wahnsinnig einfach. Dafür reicht es, Apps zusammenzuziehen. Studenten, die nie vorher programmiert haben, schaffen das an einem Tag. Wir wollen Roboter als Werkzeuge. Jeder kann sie benutzen, nicht nur Experten.

Was können Kinder und Studenten auf diesem Weg erreichen?

Sie entwickeln die Fähigkeiten der Roboter flexibel weiter. Diese tun etwas, was vorher nicht vorgesehen war.

bil

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