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Hannover Das sagen HAZ-Leser zum Baustopp an der IGS Südstadt
Nachrichten Hannover Das sagen HAZ-Leser zum Baustopp an der IGS Südstadt
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09:00 31.01.2018
Die bisherigen Baupläne an der IGS Südstadt sehen ein Investitionsvolumen in Höhe von 32 Millionen Euro vor.  Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover, die Erweiterung und Modernisierung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Südstadt zu stoppen, trifft bei den Lesern der HAZ auf ein geteiltes Echo. Anwohner hatten gegen die Baupläne geklagt, da diese aus ihrer Sicht dem bisherigen Charakter des Wohngebiets widersprechen würden. Das Gericht gab den Klägern Recht. Wir haben einige der bei uns eingeganngenen Leserbriefe zusammengestellt, um die Diskussion unter den Bürgern über das Urteil zu dokumentieren:

IGS ist wichtiges Zentrum im Quartier

Dass ein Schulkomplex und eine Kita eine störende Wirkung auf das Quartier haben und für Gebietsunruhe sorgen, ist eine nicht nachweisbare Behauptung. Schauen Sie auf die IGS Roderbruch und die IGS List. Beide Schulen kamen beim deutschen Schulpreis unter die besten 25. Sie sind wichtige Zentren für das jeweilige Stadtgebiet geworden. Durch diesen Gerichtsbeschluss verweigern Sie der Südstadt diese Möglichkeit. „Anwohner hatten Klage eingereicht, weil sie meinten, dass das Bauvorhaben dem Charakter ihres Wohngebiets zuwider laufe“. Das erinnert mich sehr an Aussagen aus den neuen Bundesländern: „Wir wollen unter uns bleiben, bitte keine neuen Menschen in meiner Nachbarschaft.“ (AfD) Eine offensichtlich elitäre Gemeinschaft in der Wißmannstraße – „Wohngebiet de luxe“ – in Nähe einer Bahnstrecke glaubt, dass Egoismus über sozialen Werten, Bildung und Visionen der nächsten Generationen steht. Armes Denken dieser Menschen. Wir brauchen gute Bildungschancen für alle, jetzt, sofort. Friedrich Knostmann, Hannover

„De luxe“ wegen Schul- und Kita-Nähe 

 Eben, Wohngegend „de luxe“ wegen Schul- und Kita-Nähe, guter Verkehrsanbindung und Einkaufsmöglichkeit in der Nähe. Wie für die Parallelstraße zur Jordanstraße, mit Bus und Anfahrverkehr von 6 bis 21 Uhr zu dem problemlos genehmigten neuen Gewerbegebiet, eine Schulerweiterung als problematisch eingestuft werden kann, ist unverständlich. Aber auch an die Anwohner: Gibt es keine andere Möglichkeit, hier zu einem allseits guten Kompromiss zu kommen, als zu klagen? Ich hoffe sehr, dass die anscheinend kinderlosen Anwohner im hohen Alter etwas rücksichtsvoller durch die dann nachfolgende Generation „betreut“ werden und dann nicht seniorengerechtes Wohnen, Senioren-WGs oder Krankenhäuser als Stadtteilbelastung empfunden werden. Maike Beier, Hannover

Alter Plan sah die Gebäude schon vor

In welcher Welt möchten die Menschen, die eine solche Klage einreichen oder ihr stattgeben, gerne leben? Die Frage, die sich dann gleich stellt, lautet: Wer soll sich wohl zukünftig um all die Menschen kümmern, die jetzt schon derart ruhebedürftig sind? Es ist ja offensichtlich erforderlich, ins Reich der Fantasie zu schreiten, da in diesem Verfahren auf Sachargumente weder von den Antragstellern noch erstaunlicherweise vom Gericht Wert gelegt wird. Hier wäre zunächst der ursprüngliche Bebauungsplan, der genau die Gebäude, die jetzt in der Planung sind, schon vorsieht, zu nennen. Des Weiteren wurde den Anwohnern mitnichten der Schulkomplex „vor die Nase“ gesetzt – der Schulbetrieb war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bereits in vollem Gange, und zwar im derzeitigen Umfang, der nur unwesentlich weniger Schülern Raum zum Lernen bot. Und ob letztendlich alles an 70 Kita- Kindern scheitern soll? Das kommt darauf an, in welcher Welt wir leben möchten. Astrid Melcher, Hannover

Erwachsene bremsen den Nachwuchs aus

Nicht zu fassen: Da bremsen sogenannte Erwachsene den Nachwuchs aus. Die Bewohner rund um die IGS Südstadt protestieren gegen Schüler. Da wird endlich mal etwas für die Jugend getan, alle Menschen sollten sich darüber freuen, und was passiert? Ein paar verknöcherte Bewohner stoppen das tolle Vorhaben. Diesen Leuten kann man nur den Vorschlag machen, in eine andere Gegend zu ziehen, wo es für sie ruhig genug und fernab des Lebens ist. Das Verwaltungsgericht ist genauso rückständig, will für ein paar Querulanten die „spezifische Ruhe“ möglich machen. Zu einem intakten Wohngebiet gehören auf jeden Fall Schulen. Annette Grass, Hannover

Unvorstellbare Entscheidung

Für mich unvorstellbar, dass eine Schulerweiterung, die nötig und sinnvoll ist, nicht umgesetzt werden soll, weil einem „individuellen Ruhebedürfnis“ der Vorrang gilt. Dazu Heinrich Heine: „Wir wollen auf Erden glücklich sein, und wollen nicht mehr darben; verschlemmen soll nicht der faule Bauch,was fleißige Hände erwarben. Es wächst hienieden Brot genug, für alle Menschenkinder.“ Das sollte in einem reichen Staat wie in unserem gelebt werden. Mit Bitte an die Klagenden, dies zu bedenken. Und seien diese unbesorgt: Nach 14 Jahren in einem Büro gegenüber dem Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium: Morgendliches Hinbringen, mittägliches Abholen per SUV, dann oft mit Hupsignalen, die das Kind natürlich erkennt – dies werden die Kläger bei einer IGS nicht erleben! Simona Nitz, Hannover

Schülern einen Fußweg zumuten

Ich wohne nicht in einem „Wohngebiet de luxe“, sondern in einem Sozialraum mit unterschiedlichen Kulturen. Gegenüber meiner Wohnanlage befindet sich eine Bushaltestelle und ein Schulzentrum mit Grund-, Haupt- und Realschule. Die Artikel fokussieren den Blick einseitig auf das „Ruhebedürfnis“ der Anwohner. Es wird aber auch von fehlenden Parkmöglichkeiten und einer engen Wohnstraße berichtet. Ich empfehle den verärgerten Eltern, mal darüber nachzudenken, wie viele Schüler mit Bussen und Privat-Pkw zur Schule gebracht werden. Ich erlebe es täglich: Schüler, die vielleicht zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, fahren oft nur zwei Haltestellen mit dem Bus, die Pkw verursachen jeden Tag ein Verkehrschaos. Mein Appell an die Eltern: Mutet den Kindern auch bei Regen und Kälte einen morgendlichen Spaziergang zur Schule zu, verhaltet euch selbst rücksichtsvoll und gebt euren Kindern einen Verhaltenskodex der Eigen- und Mitverantwortung in Bezug auf den Schutz der Umwelt und Höflichkeit gegenüber ihren Mitmenschen. Wenn das gelebt wird, dann kann sich auch in einem Wohngebiet eine Schule weiterentwickeln. Ich bin auch Mutter von drei Kindern, die es gelernt haben, achtsam und respektvoll mit sich selbst, der Umwelt und anderen Menschen umzugehen. Monika Walter, Wunstorf

Gericht hält sich nur an Gesetze

Was für ein Theater. Das Gericht hat lediglich festgestellt, dass sich die Obrigkeit auch an Verordnungen und Gesetze zu halten hat. So funktioniert das in einer Demokratie. Ralph Criée, Hannover

Bürger vorher mit einbeziehen

Da wundern sich unsere gewählten Ratspolitiker über ein Urteil, das sie nicht erwartet hatten. Dass die Klage überhaupt sein musste, ist meines Erachtens auf die Ignoranz der Politiker gegenüber dem Bürger, hier den Anwohnern, zu suchen. Man hätte sich doch im Vorfeld einmal mit den betroffenen Bewohnern in Verbindung setzen und mit ihnen eine Lösungsmöglichkeit für beide Seiten suchen können. Sicherlich ist der Aus- und Weiterbau einer Schule wichtig, aber das einfach einmal gegen Einwände der betroffenen Anwohner zu tun, zieht diese Klage nach sich. Die Politiker sollten sich einmal den Nachmittagsverkehr auf dem Altenbekener Damm anschauen, der sich jetzt schon in beiden Richtungen erheblich staut. Wenn jetzt noch weiterer Verkehr einer größeren Schule und Turnhalle hinzukommt, gibt es weder einen flüssigen Verkehr noch Parkplätze für Anwohner. Mein Vorschlag wäre, eine Parkplatzzone für die Anwohner einzuführen und gegebenenfalls weitere Parkplätze für die Schule mit einzuplanen. Dieter Dannhäuser, Hannover

Schulen künftig nurnoch am Stadtrand?

Da wird nach Jahren des Stillstands endlich wieder in Schulen und Bildung investiert, und dann so ein Urteil. Regelmäßig entsteht in unserem Lande das gleiche Problem: Verbesserungen der Infrastruktur können alle zustimmen, nur die nicht, vor deren Haustür die Maßnahme erfolgen soll. Dieses unsoziale Urteil muss schnellstens aus der Welt geschaffen werden. Sollen unsere Kinder künftig nur noch am Stadtrand zur Schule gehen? Schule ist und muss Teil der Wohngebiete sein. Nun hat das Gericht – offenbar für viele überraschend – das Wohngebiet zum „Wohngebiet de luxe“ befördert. Welches Qualitätsmerkmal bekämen wohl Wohngebiete in Kleefeld, Waldheim oder im Zooviertel gerichtlich zugesprochen? Das Ergebnis wäre, dass die Schulen dort umgehend geschlossen werden müssten. Bezüglich der Parkplatznot sollte jeder Anwohner zunächst darüber nachdenken, ob er nicht durch immer größere Autos selbst dazu beiträgt. Hartwig Burmeister, Hannover

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