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Hannover An der Kesselstraße entstehen 184 Wohnungen
Nachrichten Hannover An der Kesselstraße entstehen 184 Wohnungen
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00:15 16.02.2019
So stellt sich das Neubauprojekt vom Eichenbrink aus dar. Quelle: Lenz Häuser
Limmer

Noch sind die Bagger nicht angerückt. Doch die Planungen für das neue Wohnquartier in der Kesselstraße gehen voran: 184 Wohnungen will das hannoversche Unternehmen Lenz auf dem Grundstück der früheren Kesselfabrik zwischen Kesselstraße, Kirchhöfnerstraße und Eichenbrink errichten – und nach der Fertigstellung an das ebenfalls in Hannover ansässige Wohnungsunternehmen Meravis verkaufen. 46 der Wohnungen sollen mit öffentlicher Förderung errichtet werden; das entspricht der Quote von 25 Prozent sozialem Wohnungsbau, den die Stadt im Bebauungsplan festgeschrieben hat. „Wir werden in drei bis vier Wochen den Bauantrag einreichen“, sagt Geschäftsführer Dirk Lenz. Voraussichtlich im Juli solle der Baustart sein.

Geplant ist, auf dem 12 500 Quadratmeter großen Grundstück vier- bis sechsgeschossige Mehrfamilienhäuser zu errichten. Zudem sollen etwa 20 Stadt- und Reihenhäuser mit drei bis vier Etagen gebaut werden. Hinzu kommen eine Tiefgarage und Fahrradstellplätze sowie eine Kita mit mindestens 28 Plätzen und drei Gewerbeflächen. Sämtliche Wohnungen sollten vermietet werden, sagt Jörg Schreiber, Marketing-Experte von Meravis. Noch offen sei, ob die Stadt- und Reihenhäuser ebenfalls als Mietobjekte an den Markt gehen oder im Eigentum zu erwerben sein werden.

Mieten liegen bei 5,60 bis 11,50 Euro

Die Mieten für die zwischen 30 und 120 Quadratmeter großen frei finanzierten Wohnungen werden laut Schreiber voraussichtlich bei 9,50 bis 11,50 Euro pro Quadratmeter liegen; die sozial geförderten Wohnungen sollen einen Quadratmeterpreis von 5,60 bis 6,50 Euro haben. Das Konzept entspricht dem Wunsch der Stadt, auf dem Gelände bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dass das Projekt auf der Internetseite der Firma Lenz derzeit mit dem Slogan „Exklusiv wohnen“ beworben wird, könne missverständlich ein, räumt dessen Geschäftsführer ein.

Die grundlegende Konzeption für das Quartier hatte das hannoversche Unternehmen Legacis Projekte GmbH in Absprache mit der Stadt erstellt. Nun ist Lenz als Projektentwickler und Bauträger eingestiegen. Die große Zahl der Wohnungen und die zu erwartende soziale Durchmischung des Quartiers machten das Projekt interessant, erklärt Lenz. Wie viel er in Grundstück und Neubauten investiert, sagt er nicht. Vertraglich vereinbart wurde, dass Meravis alle fertigen Mietwohnungen in seinen Bestand übernimmt. Auch im Neubaugebiet Wasserstadt wird Meravis Wohnhäuser bauen.

Altbauten werden abgerissen

Laut Lenz werden in einem ersten Abschnitt in der Kesselstraße 24 Wohnungen errichtet, die voraussichtlich nach etwa einem Jahr Bauzeit schlüsselfertig sein sollen. Der Unternehmer geht davon aus, dass alle Gebäude Ende des Jahres 2021 fertiggestellt sind. Die Altbauten auf dem Areal der früheren Kesselfabrik werden abgerissen. Das gilt auch für die Verwaltungshäuser, die bis Ende September 2018 noch bewohnt waren. Für die 26 Mietparteien hatten die Legacis Projekte GmbH und die Stadt eine Lösung gefunden worden: Mit den Mietern wurden einvernehmliche Aufhebungsvereinbarungen getroffen.

Kommentar: Gute Perspektive für Limmer

Seit fast fünf Jahren wird über die Bebauung des früheren Fabrikgeländes an der Kesselstraße diskutiert. Nun soll es im Sommer so weit sein: Der Abriss der Altbauten startet, die Arbeiten für die Neubauten beginnen. Es gibt sicher Projekte, die schneller verwirklicht werden. Doch in diesem Fall ist nach langwierigen Verhandlungen und mehrfachem Wechsel beteiligter Projektpartner am Ende ein gutes Ergebnis herausgekommen. 184 neue Wohnungen samt Kita und Gewerbe sind eine schöne Perspektive für den Stadtteil.

Auf dem bisherigen Industrieareal wird nun konsequent Wohnraum geschaffen. Dabei wird ein Viertel der Wohnungen sozial gefördert; die Mieten der frei finanzierten Wohnungen bewegen sich für Neubauten im mittleren Segment. Schließlich hatten die Stadt und die örtliche Politik sich frühzeitig ein Ziel gesetzt: Es soll Wohnraum entstehen, den sich nicht nur Besserverdienende leisten können. Die Hälfte der Wohnungen im sozialen Wohnungsbau zu errichten, wie es der Bezirksrat gefordert hatte, ließ sich indes nicht verwirklichen. Dass die geplanten Stadthäuser möglicherweise doch als Eigentumsobjekte vermarktet werden, mag für das Unternehmen Meravis die wirtschaftlichere Lösung im Gesamtgefüge sein. Fest steht: Ende 2021 wird Limmer ein ganz neues Quartier haben. Wie weit die Wasserstadt, wo zehnmal so viele Wohnungen entstehen sollen, bis dahin vorangeschritten sein wird, kann heute wohl noch niemand einschätzen.

Von Juliane Kaune

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