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Hannover Ärger um Gehweg-Parker: Anwohner streiten über Poller in der List
Nachrichten Hannover Ärger um Gehweg-Parker: Anwohner streiten über Poller in der List
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00:16 13.11.2018
Diese Poller spalten die List. Quelle: Bauch
Hannover

Die einen haben die Nase voll davon, allabendlich auf der Suche nach einem Parkplatz durch den Stadtteil zu kurven. Die anderen wollen möglichst viele Autos aus dem Bezirk fernhalten und vor allem verhindern, dass die Fahrzeuge illegal auf Fuß- und Radwegen abgestellt werden. Der Streit um das Parken auf Gehwegen in der Lister Jakobistraße ist ein Dauerthema. Vor einigen Wochen wurden Fakten geschaffen: Die Stadt hat Teile der Gehwege mit Pollern abgesperrt. Das hat Anwohner dazu veranlasst, zu einem Bürgerbegehren und Ortstermin aufzurufen.

Dabei haben die Protestler streng darauf geachtet, nicht versehentlich die Seiten zu wechseln – die Fraktion der Pollergegner hat sich vor dem Pizza-Bringdienst versammelt, wo auch eine Unterschriftenliste gegen die Metallstäbe kursiert. Die Befürworter sind mit Holzmodellen stellvertretend für parkende Fahrzeuge ein gutes Stück weiter Richtung Voßstraße gerückt. „Wenn die Menschen meinen, sie hätten einen Anspruch auf den Stellplatz vor der Tür, müssen sie wohl in die Region ziehen“, sagt ein Demonstrant. Vielen geht vor allem auf die Nerven, dass etliche Autofahrer den Parkraum beanspruchen, der eindeutig als Gehweg ausgewiesen ist. Sie fordern daher an dieser Stelle „mehr Platz für Menschen“.

„Ich möchte gar nicht auf dem Gehweg parken“

Etliche Bürger machen wiederum ihrem Unmut über die Parkplatznot Luft. „Hier ist nie jemand über den Fußweg gerast“, meint ein Anlieger, der die Absperrungen am liebsten sofort wieder entfernen möchte. Einige Geschäftsleute monieren, die Poller seien ohne Ankündigung installiert worden – allerdings ist der Pollerstreit seit Jahren Dauerthema im Bezirksrat Vahrenwald-List. „Ich möchte gar nicht auf dem Gehweg parken“, sagt eine junge Anwohnerin. Vielmehr möchte sie sich dafür stark machen, dass die Verwaltung neue Parkflächen im Viertel schafft. Mit den Gegendemonstranten kommt sie nicht ins Gespräch. „Ich habe es versucht, aber mit der Aussage ,Die Poller bleiben.Punkt’ ist ja jeder Austausch von Argumenten abgewürgt.“

Ein Friseurmeister, der sein Geschäft seit Jahrzehnten an der Jakobistraße betreibt, mag nicht recht glauben, dass bislang Kinder durch den Gehweg-Parkverkehr gefährdet worden sind. Und viele wollen nicht verstehen, dass eine lange geduldete Regelung plötzlich nicht mehr gelten soll. Die Pollerbefürworter können das nicht nachvollziehen. „Bloß weil etwas lange geduldet wurde, ist es noch längst nicht gut“, sagt eine Anwohnerin. Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann (SPD) nimmt die Sorgen der Anlieger ernst. „Man muss abwägen zwischen Parkplatzsituation, Sicherheit und Lebensqualität“, so Walk­ling-Stehmann. Man wolle demnächst auch mehr Bänke auf dem Fußweg aufstellen. In dem vor Jahren „Parkverkehr beruhigten“ Bereich der Jakobistraße zwischen Voß- und Kollenrodtstraße wird eine entsprechende Aufwertung der Fläche gut angenommen.

Konsens der Bürger an der Jakobistraße indes ist, dass nach Alternativparkplätzen in der List gesucht werden soll. Wobei einige hoffen, dass mehr Bürger auf das eigene Fahrzeug verzichten und auf den Nahverkehr oder Carsharing umsteigen. Rainer Bartling hat bereits vor 20 Jahren versucht, einen Bereich der breiten Gehwege mit Klebeband als legale Parkfläche zu kennzeichnen – mit Abgrenzung zum Fußgängerbereich. „Wir haben sofort Ärger bekommen wegen unerlaubten Eingriffs in die Straßenverkehrsordnung“, so der Rentner. „Aber wir müssen hier Lösungen finden.“

Von Susanna Bauch

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