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Hannover SPD gewinnt – keine Mehrheit für Rot-Grün
Nachrichten Hannover SPD gewinnt – keine Mehrheit für Rot-Grün
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00:22 16.10.2017
Mit wem soll Stephan Weil künftig regieren? Quelle: dpa
Hannover

Die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil hat die Landtagswahl in Niedersachsen klar gewonnen. Eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition ist allerdings nicht möglich. Letzte Klarheit darüber brachte erst das vorläufige amtliche Endergebnis um 23.30 Uhr. In den Hochrechnungen zuvor hatte es für Rot-Grün mal gereicht, dann wieder doch nicht. Die Grünen mussten schwere Verluste hinnehmen. Rechnerisch ist nach dem Wahl-Sonntag jetzt eine Große Koalition, ein Ampel-Bündnis von SPD, FDP und Grünen oder eine Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen möglich.

  • Die SPD kommt auf 36,9 Prozent und damit über 4 Prozentpunkte mehr als 2013.
  • Die CDU erzielt ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959 und rutscht auf 33,6 Prozent ab. 
  • Die Grünen werden erneut drittstärkste Kraft, verlieren aber 5 Prozentpunkte und kommen nur noch auf 8,7 Prozent.
  • Die FDP verliert ebenfalls und landet bei 7,5 Prozent.
  • Die Linken verbessern sich zwar um 1,5 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent, scheitern aber erneut an der 5-Prozent-Hürde.
  • Die AfD zieht mit 6,2 Prozent erstmals in den Landtag ein, hat aber gegenüber letzter Umfragen deutlich verloren.   

Die Sitzverteilung sieht mit Überhang- und Ausgleichsmandaten so aus: CDU 50 (2013: 54), SPD 55 (49), Grüne 12 (20), FDP 11 (14) und die AfD 9 (0). Rot-Grün kommt damit auf 67 Mandate. Die absolute Mehrheit liegt bei 69 Mandaten.

Die Wahlergebnisse in unseren Live-Grafiken

SPD-Chef Stephan Weil sprach vor seinen Anhängern in Hannover von einem „großen Abend“ für die niedersächsische SPD. „Wir können zum ersten Mal seit der letzten Landtagswahl mit Gerhard Schröder vor 19 Jahren wieder die stärkste Fraktion im Landtag werden, das ist großartig“, sagte er. Der SPD-Bundesvorsitzende Martin Schulz, der bei der Bundestagswahl dramatisch gescheitert war, erklärte, es sei „einzigartig in der Wahlkampfgeschichte der Bundesrepublik Deutschland“, was Weil in den letzten Wochen geleistet habe.

Zu möglichen Koalitionen hielt Weil sich zunächst zurück. Er werde mit allen im Landtag vertretenen Parteien außer der AfD reden, sagte er. CDU-Spitzenkandidat Althusmann sieht trotz der Niederlage seiner Partei einen Auftrag der Wähler zum Mitregieren der CDU. „Auch wir, in welcher Konstellation auch immer, haben einen klaren Gestaltungsauftrag für Niedersachsen.“

Die Grünen haben fünf Prozentpunkte eingebüßt: Sie landen bei unter 9  Prozent. Gleichwohl hofften sie am Abend lange auf eine Fortsetzung von Rot-Grün. Die Lage war auch deswegen lange unklar gewesen, weil sich die Zahl der künftigen Sitze im Landtag wegen möglicher Überhangmandate ständig änderte.

Die FDP, die ebenfalls Stimmen verloren hat und auf gut 7 Prozent kommt, schloss ein Bündnis mit SPD und Grünen definitiv aus. „Die FDP steht für eine Ampel in Niedersachsen nicht zur Verfügung“, sagte Spitzenkandidat Stefan Birk­ner. Man wolle einen Neustart.  

Für Rückenwind sorgte aus Weils Sicht auch, dass sich die SPD im Bund unmittelbar nach der herben Schlappe bei der Bundestagswahl für die Opposition entschieden hatte. Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen geht der SPD-Sieg in Niedersachsen stark auf das hohe Ansehen Weils und auf Landesthemen zurück.

Großer Verlierer ist die CDU. Mitte August hatte sie in Umfragen noch bei rund 40 Prozent gelegen. Der CDU-Wirtschaftsrat gab Merkel eine Mitschuld. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wertete die Niederlage als „erneutes Alarmsignal“ für die gesamte Union. Er kündigte eine klare Kante der CSU in den anstehenden Sondierungsgesprächen über ein Jamaika-Bündnis auf Bundesebene an. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin befürchtet, dass die CDU-Pleite die Verhandlungen erschwert.

CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann führte die Verluste auch auf einen negativen Bundestrend zurück: „Es war am Ende eher ein bisschen mehr Gegenwind.“ Er sieht dennoch einen Auftrag zum Mitregieren: „Auch wir, in welcher Konstellation auch immer, haben einen klaren Gestaltungsauftrag für Niedersachsen“. Dies ginge rechnerisch in einer Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen oder als Juniorpartner der SPD in einer großen Koalition. 

Der Wahlabend im Ticker zum Nachlesen

  • 15.10.17 21:18

    Vorläufiges Endergebnis


    Die SPD hat die Landtagswahl klar gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen kamen die Sozialdemokraten unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Stephan Weil auf 36,9 Prozent. Die CDU stürzte mit 33,6 auf ein historisch schlechtes Ergebnis. Die Grünen kommen auf 8,7 Prozent, die FDP kommt auf 7,5. Die Linke verpasst mit 4,6 Prozent den Einzug in den Landtag. Die AfD ist mit 6,2 Prozent hingegen erstmals drin. Zur Verteilung der Mandate gab es zunächst noch keine offiziellen Angaben.
  • 15.10.17 21:16

    Wedemark: SPD nur hauchdünn vorn


    Die Region ist ausgezählt: Als letzte Kommune wurde das Ergebnis in der Wedemark bekanntgegeben. Hier finden Sie alle Ergebnisse aus den Wedemärker Ortsteilen.
  • 15.10.17 21:08
    Bei der SPD lichten sich im Saal die Reihen, die meisten Anhänger wechseln die Etage zu Livemusik und Tanzparty.
  • 15.10.17 21:06
    CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann im ARD-Interview: Einer Großen Koalition steht er offen gegenüber. Denkbar sei aber auch Jamaika. Im Cavallo, der Wahlparty-Location der CDU, ist auch nach dieser Kampfansage an die SPD die Stimmung nicht ausgelassener.
  • 15.10.17 20:51
    Bei der CDU wird es langsam leer, an tanzen denkt hier niemand.
  • 15.10.17 20:48
    Auch ohne rot-grüne Mehrheit: Die SPD tanzt.
  • 15.10.17 20:45
    Bei der SPD fangen die Mitarbeiter der Fernsehsender an, einzupacken.
  • 15.10.17 20:41

    Garbsen: SPD über 40 Prozent

    Die Ergebnisse aus allen Garbsener Ortsteile.
  • 15.10.17 20:33
    Noch immer ein volles Haus im Besitos bei der Grünen-Wahlparty. Die Parteiprominenz harrt weiter aus. Stefan Wenzel, Jürgen Trittin und Christian Meyer warten auf die nächsten Ergebnisse. Die Hoffnung auf eine rot-grüne Mehrheit schwindet.
  • 15.10.17 20:24
    Ist bei den Grünen die Luft raus? Das grüne Ehepaar Sabine Tegtmeyer-Dette und Michael Dette ist bei der SPD-Wahlparty aufgetaucht.
  • 15.10.17 20:15
    Die SPD-Anhänger werden am Montag heiser sein: Jetzt wurden die Wahlkämpfer aus der der hannoverschen SPD-Zentrale, dem Kurt-Schumacher-Haus bejubelt.
  • 15.10.17 20:10
    Doris Schröder-Köpf und Boris Pistorius bei der SPD. Beide haben Grund zur Freude: Der Innenminister zieht mit einem Direktmandat erstmals in den Landtag ein. Er kam im Wahlkreis Osnabrück-West auf 42,6 Prozent der Erststimmen. Pistorius hatte bislang trotz seines Ministerpostens kein Landtagsmandat inne. Schröder-Köpf gewann ihren Wahlkreis Hannover-Döhren.
  • 15.10.17 19:56
    Bei den Grünen macht sich Ernüchterung breit nach den jüngsten Hochrechnungen. „Das wird ganz schön knapp für Rot-Grün“, sagt Landtagsabgeordnete Maaret Westphely. Tatsächlich fehlt Rot-Grün derzeit eine Stimme. Bei der Wahlparty im Besitos gehen die meisten jetzt zu Bier und Cocktails über.
  • 15.10.17 19:56
    Bei der SPD spielt jetzt eine Band, unter anderem den Gospel "Oh happy day".
  • 15.10.17 19:54
    Bei der SPD bleibt es dabei, auf eine GroKo hat hier niemand so richtig Lust.
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