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Hannover „Lüttje Lage“: Platt in Hannower
Nachrichten Hannover „Lüttje Lage“: Platt in Hannower
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20:41 11.10.2018
Uwe Janssen Quelle: HAZ
Hannover

Wenn Hannoveraner platt sprechen, wollen sie zumeist etwas beweisen. Dass hier nicht nur hochdeutsch gesprochen wird. Dass man das sprachliche Erbe pflegt, und dass der Calenberger nicht nur den Pfannenschlag erfunden hat. Das ist löblich und kulturhauptstadtanwärterisch nicht hoch genug zu bewerten.

Aus Ostfriesensicht ist das Platt, das der Hannoveraner spricht, in etwa so platt wie Ingwertee für ihn Tee ist. Ostfriesen streiten sich darüber, ob sie platt „schnacken“ (Harlingerland) oder „proten“ (der Rest) und ob sie in Husen oder Hüüs wohnen. Wenn Ostfriesen in Hannover das Wort „nechgliek“ benutzen, warum auch immer, werden sie wahlweise nach Holland, Norwegen oder den Nahen Osten sortiert. Da wirkt die regionshannoversche Version von Platt eher halbhoch.

Ostfriesen sind in Hannover sehr vorsichtig mit dem Einsatz von hartem, schonungslosen Platt. Zur Begrüßung („Moin“) geht es, mittlerweile sogar nachmittags und abends. Verabschiedungen („Munterholn“) und deren Erwiderung („ok so“) sind ungefährlich.

Das volle Programm setzen Ostfriesen nur im äußersten Notfall ein, also in Todesangst oder wenn es nichts mehr zu trinken gibt. Das weniger Dramatische von beiden, also die Todesangst, lässt sich mit plattdeutschen Sätzen abmildern oder sogar beseitigen. Ein Angreifer, der salvenartig mit wütenden plattdeutschen Tiraden oder den ersten Strophen des Ostfriesenliedes zugetextet wird, fängt an zu denken und verliert die Konzentration. Ein Wirt ohne Bier, der sagt, ihm sei das „Jewer“ ausgegangen, macht im Angesicht einer Gruppe durstiger Ostfriesen diesen Fehler nur einmal. Sonst wird ihm die Liedzeile „Har wi noch man ‘n Emmer full“ bis zum Lebensende in den Ohren klingeln. Und sein neuer Wohnort: Hannower.

Von Uwe Janssen

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