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Hannover „Lüttje Lage“: Was ein Pürierstab alles kann
Nachrichten Hannover „Lüttje Lage“: Was ein Pürierstab alles kann
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10:20 07.09.2018
Michael Zgoll Quelle: HAZ
Hannover

Ich sah es schon kommen: Dieser Gang würde kein leichter sein. Ich wollte kochen. Das erste Mal seit 20 Jahren. Für gute Freunde, denen ich etwas schuldig war. Regelmäßig am Herd tätig war ich nur in der Zeit, als die Kinder noch klein waren. Habe ihnen Pfannkuchen und Fischstäbchen, Tiefkühl-Spinat oder Milchreis aufgetischt. Küchen-Kreisklasse halt. Meine Frau? Bundesliga. Die guckt regelmäßig Kochsendungen. Experimentiert gerne mit mir unheimlichen Zutaten. Und dann schmeckt’s auch noch.

Ein Gurken-Dill-Süppchen hatte ich mir als ersten Gang ausgeguckt. Zeile für Zeile fräste ich mich durch das Rezept. Fragte meine Frau, ob ich die Gurken schälen solle, dazu gebe die Anleitung nichts her. Mit Erstaunen vernahm ich, dass wir schon seit Jahren keinen fertig gemahlenen Pfeffer mehr im Haus haben, sondern per Mühle mahlen. Dass ein Pürierstab nicht das Gleiche ist wie ein Handrührgerät. Und dass dieser strombetriebene Stabmixer schon seit zehn Jahren in einem Fach liegt, dessen Existenz mir bislang verborgen geblieben war. Die Reaktionen meiner Frau auf meine etwas verkrampften Bemühungen schwankten. Zwischen Belustigung und Mitleid.

Es war eine glückliche Fügung, die mein angeknackstes Selbstbewusstsein ein wenig aufpolierte. Als ich die Chefköchin fragte, welche Einstellung des Pürierstabs denn die richtige sei zum Häkseln der Gurkenmelange, kam sie doch tatsächlich ins Trudeln. Empfiehlt sich Knopf 1 – mit den Stufen 1 bis 15 – oder eher der Turbo mit der 2?

Ihre Reaktion: Zwei Knöpfe? Verschiedene Geschwindigkeiten? Davon wisse sie nichts. Leichthin erklärte ich meiner Frau Bedienelemente und technische Möglichkeiten unseres Stabmixers. Deckte auf, dass sie bislang wohl stets per Turbo unterwegs war. Reaktionen meinerseits, die zwischen Belustigung und Mitleid schwankten, verbat sie sich. Energisch.

Alles in allem wurde es noch ein gelungener Abend. Und ich denke, dass es allen geschmeckt hat. Die Drehzahl des Pürierstabs hatte daran – selbstredend – nur einen ganz bescheidenen Anteil.

Von Michael Zgoll

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