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Hannover Wie stark ist Hannovers Luft wirklich belastet?
Nachrichten Hannover Wie stark ist Hannovers Luft wirklich belastet?
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17:53 03.12.2018
An der Göttinger Straße werden Luftschadstoffe gemessen. Der Standort der Station wird jetzt kontrovers diskutiert. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Besserer Verkehrsfluss, schnelle Radwegverbindungen und als letztes Mittel die blaue Plakette – die Stadtverwaltung hat am Montag im Umweltausschuss ihre bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Luftverschmutzung vorgestellt. Kritik kam vor allem aus der CDU, aber zum Teil auch aus dem Mehrheitsbündnis (SPD, Grüne, FDP). So bemängeln die Grünen, dass die Stadt nicht 400 zusätzliche Carsharing-Plätze schafft, wie vom Mehrheitsbündnis gefordert, sondern die bisherigen Plätze auf 400 aufstockt. „Auch können wir nicht gutheißen, dass die Region das 1-Euro-Ticket für Busse und Stadtbahnen ablehnt“, sagte Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske.

Die CDU kritisiert, dass die Stadt noch immer auf die blaue Plakette setzt, sollten alle anderen Maßnahmen nicht greifen und die Grenzwerte beim Stickstoffdioxid weiter überschritten werden. „Das verunsichert die Bevölkerung, denn am Ende bedeutet die blaue Plakette ein Fahrverbot für einen Großteil der Dieselfahrer“, sagt CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Dabei sei Hannover schon jetzt auf einem guten Weg, die Schadstoffkonzentration nehme ab. Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) gehe davon aus, dass Hannover um Fahrverbote herumkomme.

Die FDP fragt sich, ob die Messstation in der Göttinger Straße realistische Daten über die Luftverschmutzung aufzeichnet. „Man müsste die Anlage zur Probe umstellen“, meint FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Klar sei, dass die Bürger den Messergebnissen kaum noch vertrauten.

Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) weist daraufhin, dass die Messstation vom Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim, einer Landesbehörde, aufgestellt wurde. „Wie die Station zu positionieren ist, muss Herr Lies im eigenen Haus klären“, sagt die Dezernentin. Letztlich gehe es darum, dass die Luft sauberer wird. Hauptverursacher für die Verschmutzung seien Fahrzeuge, die ihre Emissionswerte nicht einhalten. „Das muss auf Bundesebene geregelt werden“, sagt Tegtmeyer-Dette.

Zugleich begrüßt die Umweltdezernentin, dass Kanzlerin Angela Merkel die Fördermittel für Kommunen um eine halbe Milliarde Euro aufstockt. „Wir würden gern mehr Geld beantragen, etwa für digitale Verkehrstechnik“, sagt Tegtmeyer-Dette. Dazu zählt eine „proaktive Verkehrssteuerung“, die auf aktuelle Luft-Daten reagiert.

Von Andreas Schinkel

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