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Hannover „Missmanagement“: Notstand in der MHH alarmiert die Politik
Nachrichten Hannover „Missmanagement“: Notstand in der MHH alarmiert die Politik
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00:20 12.10.2018
Die Kinderintensivstation der MHH. Quelle: dpa
Hannover

Der Pflegenotstand auf der Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover hat die Landespolitik alarmiert. „An der MHH muss über Missmanagement geredet werden“, forderte Thela Wernstedt, stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, am Dienstag. Ursache für fehlende Pflegekräfte sei eine im Finanzierungssystem der Kliniken zu knapp berechnete Personalvergütung, die zu enormem Arbeitsdruck und Überlastung der Mitarbeiter führe. Dies gelte landesweit. Wernstedt nimmt dennoch ausdrücklich die MHH in die Verantwortung und fragt, warum trotz des Fachkräftemangels die Universitätsklinik Göttingen und das Kinderkrankenhaus auf der Bult „nicht in diesem Ausmaß dauerhaft Betten schließen“.

In der landeseigenen MHH stehen seit einem Jahr zwei Zimmer der Kinderintensivstation leer, 30 Prozent der 18 Betten sind mitunter nicht belegt. Wegen Personalmangels musste die Hochschule nach eigenen Angaben in diesem Jahr 300 Patienten abweisen, darunter 100 lebensbedrohlich erkrankte Kinder. Die Grünen forderten die CDU/SPD-Koalition auf, „zeitnah“ für ausreichendes Pflegepersonal zu sorgen, damit vorhandene Betten belegt werden könnten. Die Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz sagte: „Wenn die Landesregierung auf ausreichend niedergelassene Kinderärzte und pädriatische Krankenhausbetten verweist, stimmt das offenbar mit der Realität nicht überein.“

Die FDP-Fraktion fordert Aufklärung über die Situation in der MHH. „Die Zustände sind nicht akzeptabel“, erklärte die sozialpolitische Sprecherin Sylvia Bruns. Das Sozialministerium könne nicht zusehen, wie schwerstkranke Kinder abgewiesen würden. Bruns will Informationen darüber, wie lange das Ministerium von der Situation wisse und was aus den zurück gewiesenen Kindern geworden sei.

Von Gunnar Menkens

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