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Hannover Besucher-Limit: Streit um Silvesterparty in der Markthalle
Nachrichten Hannover Besucher-Limit: Streit um Silvesterparty in der Markthalle
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00:15 07.12.2018
In der Markthalle herrscht Silvester regelmäßig schon in den Mittagsstunden Partystimmung. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Bei den Standbetreibern der Markthalle gibt es erheblichen Unmut über den Betreiber der Halle. Grund sind die Vorbereitungen für Silvester. Denn an diesem Tag strömen die Kunden alljährlich wie sonst nie in die Markthalle und feiern dort bis zum Ende der regulären Öffnungszeit um 16 Uhr. Der Prosecco fließt an diesem Tag in Strömen und die Standbetreiber freuen sich über gute Umsätze.

Weil es in den vergangenen Jahren immer wieder Hinweise auf Überfüllung, verstopfte Gänge und überlastete Toilettenanlagen gegeben hat, hat die Stadt für dieses Jahr Auflagen verhängt. Nach Informationen der HAZ hatte das die Verwaltung der Markthallen Betreiberfirma WSW-Immobilienverwaltungs- und Management GmbH in einem Gespräch Ende Oktober angekündigt. Daraufhin hatte die Firma die Standbetreiber angeschrieben und sie aufgefordert, einzeln bei der Stadt Veranstaltungsgenehmigungen zu beantragen.

Stadt widerspricht Hallenbetreiber

„Das ist sehr ärgerlich“, sagt ein Standbetreiber, der seinen Namen aus Angst vor Repressalien der Markthallen-Verwaltung nicht in der Zeitung lesen will. „Und das denken hier ganz viele“, betont er. Er habe eine Konzession, dass er an allen Öffnungstagen seinen Geschäften nachgehen könne und jetzt müsse er es extra beantragen. „Ich fühle mich richtig verkaspert“, sagt der Wirt. „Und an Silvester mache ich nichts anderes als die anderen Tage“, berichtet er. „Ich verkaufe Getränke und Speisen und die Musikanlage läuft.“ Er habe das Gefühl, dass die Verantwortung vom Markthallenbetreiber an die Inhaber der kleinen Stände abgewälzt werden soll.

Einzelgenehmigungen funktionierten aber nicht, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Eine zentrale Veranstaltungsleitung, bei der alle Fäden zusammenliefen, sei unbedingt notwendig. Wenn zum Beispiel an einem stand ein Notfall wie ein Brand auftreten würde und die restliche Halle geräumt werden müsste, müsste das zentral gesteuert werden“, sagt die Sprecherin. Ebenfalls müsste eine drohende Überfüllung der Halle zentral geregelt werden. Und dafür sei der Betreiber zuständig.

Limit: Weniger als 1000 Gäste am Silvestermorgen?

„Wir wissen, wie beliebt das jährliche Zusammenkommen in der Markthalle an Silvester ist“, sagt Kalmus. Um den reibungslosen Ablauf am Silvestertag zu gewährleisten, verlangt die Stadt den Einsatz eines Sicherheitsdienstes, die Bestimmung eines Veranstaltungsleiters und Brandschutzvorschriften. Außerdem wurde eine maximale Personenzahl für die Halle festgesetzt, nach Informationen dieser Zeitung auf unter 1000.

Der Geschäftsführer der Betreiberfirma WSW, Gerhard Schacht, war trotz wiederholter Anfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In den vergangenen Jahren war die Markthalle an den Silvestertagen ab 12 Uhr regelmäßig voll. Meist schieben sich die Besucher Schulter an Schulter zentimeterweise voran, um an einem der Stände ein oder mehrere Gläser Sekt zu kaufen. Vor einigen Jahren gab es Silvester: Ein Gast war zusammengebrochen und die Sanitäter konnten wegen des dichten Gedränges nicht zu dem Patienten vordringen, erst die herbeigerufene Polizei konnte den Helfern den Weg frei machen. Im vergangenen Jahr war das „Warmfeiern“ vor den Silvesterpartys ausgefallen, der Silvester-Frühschoppen wurde um einen Tag vorverlegt.

Von Mathias Klein

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