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Hannover Gerüste stützen Decken in Hannovers Museen
Nachrichten Hannover Gerüste stützen Decken in Hannovers Museen
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06:00 05.11.2018
Bereits bei der Ausstellung der Arbeitsgruppe Kunst-Handwerk-Design Hannover (AKH) Ende Oktober im Museum August Kestner waren die Gerüste im ersten Stock nicht zu übersehen. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Hannovers Museen stecken tief im Sanierungsstau fest, es droht ein jahrelanger Stillstand in den Ausstellungsräumen. Nicht nur im Historischen Museum stützen Gerüste abgehängte Decken, auch das Museum August Kestner braucht jetzt ein inneres Korsett. Dadurch werden die Ausstellungsmöglichkeiten in beiden Häusern erheblich beeinträchtigt. Nach Informationen der HAZ muss das Kestnermuseum vier bis fünf Jahre mit den Gerüsten leben, bis endlich die Sanierung beginnt. „Das ist ein unerträglicher Zustand“, sagt Klaus Suckow vom Kestner-Freundeskreis Antike und Gegenwart. Offiziell teilt die Stadtverwaltung mit, dass ein Sanierungsplan demnächst vorgelegt werde.

Noch härter trifft es das Historische Museum. Dort sind viele Bereiche seit Anfang August von Gerüsten verstellt. Die Museumsleitung arbeitet bereits seit einiger Zeit an einer Neukonzeption der Dauerausstellung. Eigentlich sollte im Herbst 2019 das Gebäude umgestaltet sein, so dass die neue Ausstellung eröffnet werden kann. Doch es stellte sich heraus, dass der Umbau komplizierter wird. Asbest wurde in Teilen der Bausubstanz entdeckt, zudem müssen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz Fenster ausgetauscht werden. Jetzt verzögert sich alles um mehrere Jahre.

„Das ist inakzeptabel“

Auf Nachfrage der HAZ teilt die Stadtverwaltung mit, dass erst im Sommer 2019 die Umbaupläne er Ratspolitik zur Abstimmung vorgelegt werden, Anfang 2020 sollen die Sanierungsarbeiten beginnen, zwei Jahre später eröffnet die neue Dauerausstellung. Das sei der „Grobterminplan“ mit den voraussichtlichen Terminen, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

„Das ist inakzeptabel und zeigt die Unfähigkeit der Stadt“, sagt Rosenmarie Elisabeth Wallbrecht, Vorsitzende des Freundeskreises des Historischen Museums. Die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 sei vor diesem Hintergrund ein Witz. „Wie kann man sich bewerben, wenn man die eigene historische Identität nicht pflegt?“, fragt sie.

Weitere Gebäude werden untersucht

Die Stadt beteuert, dass die beiden Museen keineswegs einsturzgefährdet seien. Der Gerüstbau im Inneren sei jeweils eine „vorsorgliche Maßnahme“. Nach neuesten Sicherheitsbestimmungen müssen alle abgehängten Decken die fünffache Eigenlast tragen, das ist in den beiden Museen nicht der Fall. Die Eigentraglast im Kestnermuseum liege zwischen dem drei- und fünffachen, teilt Stadtsprecher Dennis Dix mit. Der Freundeskreis des Museums regt an, die Decken einfach herauszureißen und das Dach freizulegen. „Dann könnten die Gerüste in sechs bis acht Monaten abgebaut werden“, meint Suckow vom Freundeskreis.

Die neuen Sicherheitsbestimmungen können auch anderen städtischen Gebäuden zum Verhängnis werden. „Das Gebäudemanagement untersucht in allen von ihm betreuten Liegenschaften nach und nach alle abgehängten Deckensysteme“, sagt Dix. Stützgerüste könnten demnächst auch in anderen öffentlichen Häusern montiert werden.

Von Andreas Schinkel

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