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Hannover Maschseefest: Massenandrang bei Konzert sorgt für Ärger
Nachrichten Hannover Maschseefest: Massenandrang bei Konzert sorgt für Ärger
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00:16 07.08.2018
Schon vor Beginn des Konzerts von Namika drängten sich die Besucher vor der Maschsee-Bühne am Nordufer. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Tausende wollten am Freitagabend beim Auftritt von Namika auf dem Maschseefest dabei sein. Doch am Ende waren es zu viele Zuschauer: Bereits vor Konzertbeginn auf der Maschsee-Bühne wurden die Zugänge auf die Meile am Nordufer abgesperrt. Am Ende musste der Auftritt nach 35 Minuten aus Sicherheitsgründen beendet werden – anstatt der geplanten 45 Minuten. „Auf der Promenade war es so voll, dass das Konzert in Absprache mit dem Sicherheitsdienst des Veranstalters beendet wurde“, sagte Tanja Gießelmann, Einsatzführerin der Polizei beim Maschseefest, am Sonnabendmittag der HAZ. „Am Nordufer war keine Personenbewegung mehr möglich.“ Die genaue Zahl der Besucher kann sie nicht nennen, allerdings sei die Auslastung der Promenade bei 100 Prozent gewesen.

Die Konzertbesucher diskutieren über das völlig überfüllte Nordufer auch auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken. „Das Nordufer ist für solche Massen nicht mehr geeignet - sollte da einmal jemand vor der Bühne austicken, gibt’s keinen Ausweg“, schreibt ein Facebook-Nutzer. „Da wird eindeutig Kommerz vor Sicherheit gestellt. Wenn dort mal was passiert, hat es wieder keiner kommen sehen.“ Ein anderer Konzertbesucher äußerte Kritik an dem Verhalten der Polizei: „Die Polizei hatte die Lage nicht im Griff. Hätte es eine Panik gegeben, hätte es viele Verletzte gegeben. Nichts durch die Loveparade gelernt.“

Maßnahmen als „pro-aktive Vorsorge“

Hans Christian Nolte von der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG) sagt zu den Kommentaren der Nutzer: „Wir hatten damals nach dem Konzert von Johannes Oerding auch eine Facebook-Hysterie.“ Die bei Namika am Freitagabend angewendeten Sicherheitsmaßnahmen seien als pro-aktive Vorsorge zu verstehen, damit es Panik-Szenarien nicht geben kann, so Nolte. Auch am Sonnabend, wenn Stefanie Heinzmann am Nordufer auftritt, soll das selbe, mehrstufige Verfahren wieder angewendet werden. Sowohl HVG als auch Polizei berichteten nach ihrem täglichen Treffen am Abend, dass die Abstufungen am Freitag Erfolg hatten. „Wir können auch noch gar nicht sagen, ob es vor der Bühne wieder genauso voll wird“, sagt Bernd Zessin, Polizei-Einsatzleiter beim Maschseefest. Beispielsweise finde parallel zum Konzert das Fackelschwimmen statt, „das könnte das Ganze etwas entzerren“.

Laut HVG-Chef Nolte hatte es beim Konzert von Namika am Freitagabend eine Knotenbildung vor der Bühne gegeben, weswegen 45 Minuten vor dem Konzert der Zugang zum inneren Gang gesperrt wurde, damit der Lauf auf dem Gelände beim Wasser immer noch möglich ist. 25 Minuten vor dem Konzert wurde von der Veranstaltungsleitung dann auch der zweite Gang auf Wasserseite gesperrt und die Fluchtwege Richtung Arthur-Menge Ufer mit Personal besetzt, damit die Besucher zwar noch raus und mit Stempel wieder rein, aber keine mehr hinzukamen. „Diese Maßnahmen haben sehr gut funktioniert“, erklärt Nolte.

Zu der Verkürzung von 45 Minuten auf 35 Minuten sagt der HVG-Chef: „Das Namika-Konzert wurde gekürzt, um den Druck nicht größer werden zu lassen, und um den Lauf frühzeitig zu ermöglichen.“ Insgesamt seien die rund 2000 Besucher vor der Bühne gut versorgt gewesen. Es hätte ausreichend Wasser und 38 Sanitäter rund um die Bühne gegeben, so Nolte.

Probleme schon in Vergangenheit

Das Problem ist nicht neu: Auch in den vergangenen Jahren mussten immer wieder Konzerte von Stars frühzeitig beendet werden. Bei dem Auftritt von Sänger Johannes Oerding 2015 mussten die Veranstalter erstmals in der Geschichte des Maschseefests die Zugänge zum Nordufer für knapp 40 Minuten sperren. Der beliebte Songschreiber musste nach 45 Minuten ohne Zugabe von der Bühne am Nordufer gehen, weil das Gedränge rund um den Auftrittsort zu groß wurde. Anschließend entbrannte eine Diskussion über das Sicherheitskonzept und die Frage, ob man für solch großen Konzerte mehr Platz brauche.

Namika im HAZ-Interview:

Von Julia Polley, Peer Hellerling und Marleen Gaida

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