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Hannover Bund macht beim Ausbau des Hauptbahnhofs Druck
Nachrichten Hannover Bund macht beim Ausbau des Hauptbahnhofs Druck
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00:19 09.11.2018
Der Hauptbahnhof Hannover ist ein Nadelöhr im Bahnverkehr. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Eine Entscheidung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zum Bundesverkehrswegeplan erfreut die Verkehrsplaner in der Region. Es hat den Ausbau des Bahnknotens Hannover mit geschätzten Kosten von 610 Millionen Euro in der Dringlichkeit höher gestuft und damit die Voraussetzung dafür geschaffen, dass das Projekt in absehbarer Zeit realisiert werden kann. „Damit ist eine entscheidende Hürde überwunden“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover.

Weitere Ausbauvorhaben im Norden

Der geltende Bundesverkehrswegeplan wurde 2016 beschlossen, deckt den Zeitraum bis 2030 ab und beinhaltet Investitionen in Straßen, Schienen- und Wasserwege mit einem Gesamtvolumen von mehr als 270 Milliarden Euro. 40 Prozent davon sind für Bahnprojekte vorgesehen. Das Bundesverkehrsministerium hat ihn jetzt überarbeiten lassen und bundesweit insgesamt 29 Projekte in die höchste Bewertungskategorie „vordringlicher Bedarf“ hochgestuft. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie in absehbarer Zeit angegangen werden können.

Außer dem Bahnknoten Hannover zählt in Niedersachsen die signaltechnische Ertüchtigung der Strecke zwischen Wolfsburg und Lehrte zu den Projekten, damit Züge dort künftig Tempo 230 fahren können. Ein Ausbau der ICE-Strecke zwischen Hannover und Bielefeld ist ebenso im Paket enthalten wie jener für die Strecke Lüneburg – Lübeck. Weitere Vorhaben betreffen den Güterverkehr, unter anderem die Elektrifizierung der Strecke zwischen Hildesheim und Hameln.

Der Bahnknoten Hannover ist durch den kontinuierlich zunehmenden Zugverkehr an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Sollten Bahnsteige im Hauptbahnhof und Gleisnetz im Einzugsbereich nicht ausgebaut werden, sind weitere Verbesserungen im Fahrplan nicht mehr möglich. Genau das aber ist politisches Ziel auch der für den Nahverkehr zuständigen Region.

Wichtigster Bestandteil des Pakets ist die Erweiterung des Hauptbahnhofs um zwei Gleise auf der Raschplatzseite. „Es gibt aber noch keine konkreten Planungen, außerdem muss die Finanzierung gesichert werden“, sagt Franz. Gleisanlagen und Bahnsteige im Hauptbahnhof müssen ohnehin von 2021 an saniert werden. Im Zuge dieser Arbeiten sollen die auch beiden Zusatzgleise gebaut werden – nach Einschätzung des Dezernenten könnte es Mitte des kommenden Jahrzehnts soweit sein.

„Die Erweiterung bringt uns eine Menge an neuen Möglichkeiten“, erläutert Franz. Das gilt vor allem für die Ost-Verbindungen Richtung Burgdorf und Wolfsburg, auf der zusätzliche Bahnen eingesetzt werden sollen. Auf der Strecke Hannover – Wolfsburg wünscht sich die Region ebenso einen Halb-Stunden-Takt wie für die Verbindung Hannover – Hamburg, auf der außer den Fernzügen der Bahn auch der Metronom unterwegs ist.

Die Gutachter, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eingeschaltet hat, haben unter dem Stichwort Knoten Hannover auch den Ausbau der Strecke zwischen Elze und Nordstemmen aufgeführt. Für den Güterverkehr ist der Ausbau des Abschnitts zwischen Empelde und Lindener Hafen auf der Güterumgehungsbahn sowie ein zusätzliches Gleis im Bahnhof Lehrte vorgeschlagen.

Zur Überraschung von Region und Bahn findet sich ein weiterer Punkt auf der Liste, nämlich ein Überwerfungsbauwerk im Bereich zwischen Bismarckstraße und Wülfel. Der Begriff beschreibt die Kreuzung zweier Trassen auf unterschiedlicher Ebene; es müsste also entweder eine Brücke oder ein Tunnel gebaut werden. „Davon hören wir zum ersten Mal“, teilen Region und Bahn übereinstimmend mit. Insider bewerten die Chancen, ein derartiges Bauwerk in den Süden des Stadtgebiets zu setzen, als unwahrscheinlich.

In der Politik stieß die Entscheidung des Ministeriums auf Zustimmung; der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler bezeichnete sie als lange überfällig. „Das ist eine wichtige Richtungsentscheidung, mit der die Attraktivität des Standortes Hannover für den Eisenbahnverkehr langfristig gesichert wird“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Betreiberwechsel bei der S-Bahn

Das Tauziehen um Betrieb der hannoverschen S-Bahn von Dezember 2021 an ist beendet, die Nord-West-Bahn mit Sitz in Osnabrück wird dann von der Deutschen Bahn übernehmen. Das Staatsunternehmen hatte sich gegen diese Entscheidung juristisch gewehrt, war aber damit gescheitert. Deshalb haben Region und Land den Osnabrückern jetzt endgültig den Zuschlag erteilt. Die Nord-West-Bahn wird 64 neue Fahrzeuge einsetzen und weitere 13 aus dem jetzigen Bestand übernehmen. Sie sind sämtlich barrierefrei sowie mit WC-Anlage und W-Lan ausgestattet. Auf den stark nachgefragten Linien 1, 2 und 5 bieten sie mehr Sitzplätze als bislang. Außerdem fährt auf jedem Zug ein Zugbegleiter mit.

Von Bernd Haase

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