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Hannover Friedhain und Sternenkinder-Grabanlage gefordert
Nachrichten Hannover Friedhain und Sternenkinder-Grabanlage gefordert
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14:46 12.02.2019
Am Misburger Wald gibt es noch freie Kapazitäten. Quelle: Bernd Haase
Misburg/Anderten

Geht es nach dem Stadtbezirksrat Misburg-Anderten, gibt es auf den Friedhöfen im Stadtbezirk künftig einen Friedhain mit Möglichkeit zur Bestattung unter Bäumen sowie einen Bereich für Sternenkinder – Kinder also, die kurz vor, während oder kurz nach ihrer Geburt gestorben sind und deshalb nicht ins Geburtenregister eingetragen wurden. Entsprechenden Anträgen der SPD folgte der Bezirksrat jeweils einstimmig. „Wir wollen damit häufig geäußerten Wünschen aus der Bevölkerung entgegenkommen“, begründen die Sozialdemokraten die Initiative.

Friedhain: Ruhestätte in naturnaher Umgebung

Friedhaine sind eine kleinere Variante zu den sogenannten Friedwäldern. In beiden Fällen werden Urnen mit der Asche der Verstorbenen unter einem Baum beigesetzt. Die Grabstelle muss dann nicht mehr individuell gepflegt werden, ist aber durch eine Plakette am Baum erkennbar. Vor allem den Waldfriedhof Misburg hält die SPD für geeignet – „wegen der idyllischen Lage am Misburger Wald“, wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Tegeder sagt. Bestattungen unter Bäumen seien auch deshalb gefragt, weil Angehörige von Toten oft nicht mehr vor Ort wohnten und sich nicht um die Grabpflege sorgen müssten.

In Hannover gibt es auf dem Stadtfriedhof Seelhorst den sogenannten Seelwald mit der Möglichkeit zur Bestattung unter Bäumen. Auf den Friedhöfen in Stöcken, Ricklingen und Lahe stehen dafür einzelne Bäume zur Verfügung. Einen echten Friedwald dagegen gibt es in Hannover nicht – unter anderem deshalb nicht, weil die Stadt vor fünf Jahren eine entsprechende Initiative eines privaten Unternehmens für den Misburger Wald nicht unterstützt hat. Die nächstgelegenen Friedwälder zu Hannover befinden sich bei Uetze-Hänigsen sowie am Deister und erfreuen sich hoher Nachfrage.

Sternenkinder: Poesie für einen traurigen Anlass

Früher sagte man Totgeburt – eine Bezeichnung, die die Trauer von Hinterbliebenen nicht gerade gelindert hat. Mittlerweile hat sich ein anderer Name für Kinder durchgesetzt, die kurz vor, während oder kurz nach ihrer Geburt gestorben sind: Sie heißen Sternenkinder, weil sie die Sterne des Himmels erreicht haben, bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten.

Anlagen für Sternenkinder fordert der Bezirksrat nun auch für Misburg und Anderten. „Es ist für betroffene, meist junge Familien schwierig, ihr zu früh geborenes oder gestorbenes Kind nur am anderen Ende der Stadt regelmäßig zu besuchen zu können“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Daniela Selberg. Eine Kindergedenkstätte sowie Kindergräber befinden sich auf dem Friedhof in Stöcken, weitere Kindergräber auf den Friedhöfen in Ricklingen und der Seelhorst.

Kapazitäten sind vorhanden

Platz für neue Angebote zur Beisetzung wäre auf den beiden Friedhöfen im Stadtbezirk vorhanden, nimmt man die Auslastung als Grundlage. Am Misburger Wald sind nach Angaben der Verwaltung etwa 30 Prozent der 1500 Grabstätten unbelegt. In Anderten sind 47 Prozent der Grabstätten frei, allerdings steht davon auf Grund Lage, Größe und Erreichbarkeit die Hälfte nicht zur Verfügung.

In der Vergangenheit hatte der Bezirksrat häufiger das Erscheinungsbild des Misburger Friedhofs kritisiert und der Verwaltung mangelnde Pflege vorgeworfen. „Da der Friedhof nach Sturmschäden teilweise neu angelegt werden muss, sehen wir die Chance, einen Friedhain anzulegen“, heißt es seitens der SPD. Dem widerspricht Stadtsprecher Dennis Dix: „Die Sturmschäden aus dem Jahr 2018 sind vollständig beseitigt“. Sie seien auch nicht in so großem Umfang gewesen, dass der Friedhof teilweise neu angelegt werden müsse.

Von Bernd Haase

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