Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Werden die Abfallsäcke abgeschafft?
Nachrichten Hannover Werden die Abfallsäcke abgeschafft?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 09.08.2018
Aha-Mitarbeiter Dennis Voge wirft einen Restmüllsack in den Müllwagen. Quelle: Gerko Naumann
Hannover

Ein paar Jahre war Ruhe, jetzt gibt es in der Großen Koalition in der Region aus SPD und CDU wieder eine Diskussion über die Abschaffung der Restabfallsäcke im Umland. „Die Sackfrage wird in der SPD diskutiert“, sagt der Abfallexperte der SPD-Regionsfraktion, Wolfgang Toboldt.

Dahinter steckt offenbar eine mögliche Ungerechtigkeit zwischen den Sacknutzern und den Tonnennutzern. Nach Angaben von Toboldt wird in den Säcken häufig der Müll gestopft, um das Sackvolumen möglichst gut auszunutzen. Dagegen werde in Tonnen kaum gestopft, das hätten Gewichtsüberprüfungen von Aha ergeben.

Aha ist seit Jahren gegen die Restabfallsäcke und möchte am liebsten nur noch Tonnen abfahren lassen. Das Unternehmen argumentiert mit dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter und mit einer Vereinheitlichung des Systems um dadurch Kosten zu sparen. Auch ein von der Regionsversammlung beschlossenes Bürgergutachten hatte die Abschaffung der Säcke gefordert.

Die CDU lehnt den Austausch der Säcke durch Tonnen kategorisch ab. „Wir sind mit dem Versprechen, die Säcke zu erhalten, bei der Kommunalwahl angetreten und wir bleiben dabei“, betont CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek. Mit der CDU gebe es keine Änderung bei den Säcken. Die CDU hatte der Region vorgeworfen, die Bürgergutachter mit falschen Zahlen versorgt zu haben.

Statt über die Säcke zu diskutieren, wolle die CDU etwas bei der im Koalitionsvertrag fest vereinbarten Senkung der Mindestmüllmenge erreichen. Derzeit werde in dieser Frage über verschiedene vom Abfallwirtschaftsbetrieb Aha den Politikern vorgelegte Berechnungsmodellle diskutiert.

Die SPD fasst das Thema Mindestmüllmenge allerdings nur mit spitzen Fingern an. Zwar gebe es den klaren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, doch müsse genau geprüft werden, welche Auswirkungen das habe, auch auf die Müllgebühren. Nach Ansicht von Toboldt sinken die Müllgebühren bei einer Verringerung des Mindestvolumens keineswegs. Denn die Fixkosten für das Personal und die Fahrzeuge blieben gleich. Bei der vorherigen Gebührenreform seien überwiegend Bewohner von Einfamilienhäusern gut weggekommen. Und wer im Mehrfamilienhaus wohnt, habe in der Regel mehr zahlen müssen. Das will die SPD dieses Mal verhindern.

Das Mindestvolumen beim Restmüll liegt derzeit bei 10 Litern pro Person und Woche. Bei einer Bürgerumfrage war von vielen Bürgern eine Senkung auf fünf Liter pro Person und Woche gefordert worden. Laut Aha liegt das tatsächliche Müllvolumen im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Litern.

Von Mathias Klein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Projekt „Unter einem Dach“ will Arbeitsplätze für Flüchtlinge schaffen. Geplant ist eine Auftragswerkstatt für Modedesigner.

06.08.2018

Top-Konzerte, eine Casa Blanca Revival-Party und das beliebte Fackelschwimmen – das erste Maschseefest-Wochenende hatte einiges zu bieten und zog Tausende Besucher an. Wir haben alle Ereignisse zusammengefasst.

08.08.2018

Auf dem Maschseefest wurde am Wochenende wieder viel gefeiert, aber dank der HAZ auch etwas gelernt. Fans von Hannover 96 hatten gleich mehrere Gründe zum Jubeln und zum Abschluss des Seh-Festes war die Gilde-Parkbühne mal wieder ausverkauft - das war das Wochenende in Hannover.

12.08.2018