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Hannover Stadt will Angebot von Pfandringen einstellen
Nachrichten Hannover Stadt will Angebot von Pfandringen einstellen
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00:16 08.04.2018
Ein seltenes Bild: Pfandringe, in denen tatsächlich Pfandflaschen stecken. Oft bleiben die Behälter leer oder werden mit Abfall bestückt. Quelle: dpa
Hannover

 Der Versuch, mittels Pfandbehältern Bedürftigen das Wühlen im Müll zu ersparen, ist gescheitert. Ein Jahr lang hat die Stadtverwaltung an drei Standorten Sammelbehälter für Pfandflaschen aufgestellt, doch sie wurden kaum angenommen. Stattdessen wurden die Pfandringe als Abfalleimer benutzt und zum Teil mutwillig beschädigt. Im Umfeld der Pfandbehälter wurden Flaschen zerschlagen und Müll weggeworfen. Pfandsammler berichteten, dass sie weiterhin Abfalleimer durchsuchen würden. Unterm Strich ergebe sich kein „messbar positiver Effekt“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage, über die der Umweltausschuss demnächst entscheidet. Der Test hat die Stadt rund 24.000 Euro gekostet. „Daraus sollten wir lernen, Pilotprojekte noch vor dem Start kritisch zu prüfen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Die Initaitive für den Pfandringe-Versuch ging vom Bezirksrat Linden-Limmer aus. Bereits vor drei Jahren hatte sich das Gremium für die Behälter ausgesprochen. Die Forderung aus dem Bezirksrat löste eine Debatte aus. Die SPD meinte, dass mit Pfandbehältern keine Armut bekämpft werde, das Ganze sei Symbolpolitik. Grüne und CDU verwiesen auf positive Erfahrungen in anderen  Städten. Die Stadtverwaltung blieb skeptisch, doch am Ende rang sich die Ratspolitik zu einem Testlauf durch. An drei Standorten – auf der Limmerstraße in Linden, am Steintor und auf dem Lister Platz wurden die Pfandringe im Dezember 2016 montiert. Sozialwissenschaftlich begleitet wurde der Versuch von den Mitarbeitern des Karl-Lemmermann-Hauses.

Die Ergebnisse sind enttäuschend. Die Pfandringe blieben überwiegend leer, insbesondere am Standort Limmerstraße. Lediglich auf dem Lister Platz wurde die eine oder andere Pfandflasche im vorgesehenen Behälter entsorgt. In Linden steckten in den Pfandringen oft Plastikmüll und To-Go-Becher. Am Standort Limmerstraße sind bereits kurz nach der Installation zahlreiche Aufkleber an den Ringen angebracht worden, sodass kaum noch erkennbar war, wozu die Behälter dienten. Am Steintorplatz wurden die Behälter zwei Mal mutwillig beschädigt.  Im Umfeld der Pfandringe an allen Standorten musste das Entsorgungsunternehmen Aha Müll und Glasscherben entfernen.

Zudem verfehlen die Pfandringe ihr Ziel, Bedürftigen die Suche nach Pfandflaschen zu erleichtern. „Alle Sammler gaben an, dass sie trotz der Pfandringe weiterhin in Mülleimern nach Pfand suchen werden“, heißt es im Bericht des Karl-Lemmermann-Hauses. Das Pfand aus den Ringen könne lediglich ein Zuverdienst sein. Das Karl-Lemmermann-Haus rät ebenso wie Aha davon ab, den Versuch weiterzuführen oder gar auszuweiten.

Von Andreas Schinkel

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