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NDR verabschiedet Fernsehchefin

Marlis Fertmann NDR verabschiedet Fernsehchefin

Seit 20 Jahren leitet Fertmann das NDR-Fernsehen in Hannover, aber Funkhaus­chef Arno Beyer konnte berichten, dass ihr Engagement beim NDR schon deutlich länger währt. Jetzt geht sie in den Ruhestand – vorher gibt es noch eine Freiluftoper.

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„Journalistin bleibt man ein Leben lang“: Marlis Fertmann (r.) mit Nachfolgerin Andrea Lütke.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Zum Abschied spielte die NDR-Radiophilharmonie ein Medley aus vier Opern: „Tosca“, „La Traviata“, „La Bohème“ und natürlich „Rigoletto“. Drei davon hat Hannovers NDR-Fernsehchefin Marlis Fertmann schon auf die Openairbühne im Maschpark gebracht, die vierte folgt am kommenden Wochenende. Ihr Freiluft-Opernprojekt will Fertmann noch mindestens zwei Jahre fortsetzen, das hat sie schon versprochen - aber der Job im Funkhaus am Maschsee ist in wenigen Tagen abgeschlossen. Am Freitag haben die Kollegen ihr einen fröhlich-musikalischen Abschied bereitet.

200 Gäste waren gekommen, darunter etwa die langjährige Mädchenchorleiterin Gudrun Schröfel, Niedersachsens Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic, Polizeipräsident Volker Kluwe und der Direktor des Historischen Museums, Prof. Thomas Schwark. Seit 20 Jahren leitet Fertmann das NDR-Fernsehen in Hannover, aber Funkhaus­chef Arno Beyer konnte berichten, dass ihr Engagement beim NDR schon deutlich länger währt. Seit 33 Jahren ist die Journalistin dort tätig, zunächst in Kiel beim Hörfunk, dann beim Fernsehen, später wurde sie Hörfunkchefin in Hannover und 1997 schließlich für die Fernsehsparte verantwortlich. Den Job übernimmt ab August die 51-jährige Andrea Lütke, bisher Redaktionsleiterin von „hallo Niedersachsen“ - NDR-Intendant Lutz Marmor stellte sie der versammelten Gästeschar vor.

Und was macht die scheidende Fernsehchefin künftig? „Ich bin Journalistin“, sagt 62-Jährige frei heraus: „Als Journalistin braucht man keine Festanstellung, um zu arbeiten, das bleibt man ein Leben lang.“ Vor allem aber wolle sie sich ehrenamtlich engagieren. „Vielleicht im Jazz-Club mitarbeiten - ich werde mal sehen.“ Musik ist eben eine Leidenschaft.

Deshalb prägte die auch die Abschiedsfeier. Unter anderem trug NDR-Kollege Henning Orth zu Klavierbegleitung ein auf Marlis Fertmann getextetes Stück vor, andere Kollegen hatten sich zu einem kleinen Hausorchester zusammengetan und musizierten. Und natürlich gab es auch einen eigens gedrehten Film - wenn die Fernsehleute etwas können, dann schließlich das.

Ihr letztes dienstliches Projekt wird nun die Aufführung von Verdis „Rigoletto“ am kommenden Sonnabend auf der Seebühne hinterm Rathaus sein. Fertmann hatte die Idee zu dem Freiluftopernprojekt mit Unterstützung von Hannover Concerts 2014 erstmals umgesetzt - und Hannover damit ein Openairspektakel spendiert, das pro Inszenierung bis zu 40 000 Klassikfans sowohl in die bestuhlten Bereiche wie auch auf Picknickdecken in den Maschpark gelockt hat. Für 2018 und 2019 sind die Folgeverträge schon gemacht.

Ein bisschen mehr Privatleben, das gestand Fertmann am Rande der Veranstaltung, soll es aber auch künftig geben. Die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder will den Garten in der Südstadt genießen und versuchen, mehr Zeit auf ihrer Lieblingsinsel Mallorca zu verbringen. Mal schauen, wie viel Zeit dafür bleibt neben den Aufgaben.

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