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Hannover Mahnwache für getötete 35-Jährige
Nachrichten Hannover Mahnwache für getötete 35-Jährige
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00:19 30.06.2018
Rund 20 Frauen haben am Mittwoch in der Oststadt der getöteten 35-Jährigen gedacht. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

In der Oststadt haben am Mittwoch mehr als 20 Frauen eine Mahnwache für die am 16. Juni getötete 35-Jährige abgehalten. Organisiert wurde die Gedenkveranstaltung von Suana, der Beratungsstelle für von Gewalt betroffenen Migrantinnen, sowie Kargah, dem Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit. „Die Übergriffe auf Frauen häufen sich“, sagte Argiro Nepienlidou von Suana. „Wir verurteilen jede einzelne Tat.“ Die Gruppe zog am Abend vom Weißekreuzplatz zum Tatort in der Rumannstraße. Dort legten die Frauen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Elif Gencay, Anwältin der Opferfamilie, dankte den Teilnehmerinnen. „Für die Hinterbliebenen ist es ein Trost, dass es hier Menschen gibt, die ihr gedenken.“

Die 35-Jährige war gegen 5.30 Uhr auf offener Straße niedergestochen worden, der mutmaßliche Täter Bülent I. wurde erst am Abend in Bielefeld festgenommen. Pikant: Das Opfer hatte bereits Ende Mai Anzeige gegen den 57-Jährigen erstattet, weil er sie bedroht haben soll. Zudem soll I. ein Messer und eine Schusswaffe besessen haben. Der 57-Jährige hatte offenbar die Trennung nicht überwunden und stellte der 25-Jährigen weiterhin nach. Die Staatsanwaltschaft prüfte nach der tödlichen Messerattacke, ob die Polizei der Sache nicht richtig nachgegangen war. „Dafür gibt es zurzeit aber keine Anzeigen“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge nun.

Nach der Anzeige hätten die Ermittler I. einen Besuch abgestattet und eine sogenannte Gefährderansprache gehalten. Dabei wird der Betroffenen darüber informiert, welche Konsequenzen sein Handeln haben könnte. „Außerdem fand sogar eine Wohnungsdurchsuchung statt“, sagt Klinge. Allerdings habe die Polizei dabei keine scharfe Waffe finden können. Daraufhin seien die normalen Ermittlungen gegen I. aufgenommen worden. Klinge: „Es sieht momentan so aus, als hätte die Polizei im Vorfeld richtig gehandelt.“

Von Peer Hellerling

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