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Hannover Nach NS-Orden- und Waffenfund: Nachbarn des Verdächtigen sind verunsichert
Nachrichten Hannover Nach NS-Orden- und Waffenfund: Nachbarn des Verdächtigen sind verunsichert
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00:15 12.04.2019
In diesem Viertel in Stöcken sind die Anwohner verunsichert wegen des festgenommenen Waffensammlers. Quelle: Kutter
Hannover

Die Festnahme einen 29-Jährigen in Stöcken, der 50 Schusswaffen sowie Nazi-Devotionalien und 100 000 Euro in bar in der Wohnung seines Vaters in Stöcken gehortet hat, hat die Nachbarn in Aufregung versetzt. „Wie kann jemand so viele Waffen bei sich haben? Hier wohnen doch ganz viele Familien“, sagt eine Anwohnerin. „Ich frage mich, was der mit den ganzen Waffen wohl vorgehabt hat, weil normal ist das nicht“, sagt ein Anwohner.

Bei dem Verdächtigen, der seit der Durchsuchung am 29. März wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft sitzt, handelt es sich nach HAZ-Informationen um Marcel M. Er war von Spezialkräften der Polizei in der Wohnung seines Vaters aufgegriffen worden. Bei seiner Festnahme leistete er erheblichen Widerstand. Die Behörden stellten in seinem Zimmer 16 Langwaffen, drei Maschinenpistolen, 17 Pistolen, acht Revolver und sieben Signalwaffen sicher und werfen ihm Verstoß gegen das Waffengesetz sowie einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Bei den NS-Devotionalien handelt es sich nach Angaben der Polizei um Orden, Ehrenzeichen und Bilder.

Tat gilt nicht als politisch motiviert

Eine politische Motivation der Tat hatten die Strafverfolger bereits unmittelbar nach der Festnahme von Marcel M. ausgeschlossen. Auch Pascal Ackermann, der Rechtsanwalt des 29-Jährigen, bestätigte gegenüber der HAZ diese Einschätzung: „Er hat sich als politisch neutral bezeichnet, er sei politisch nicht aktiv, sondern lediglich ein Waffensammler ohne politischen Interessen“, sagt der Jurist. Darüber hinaus wollte sich Ackermann nicht zu dem Fall äußern. Er habe bislang noch keine Einsicht in die Ermittlungsakten gehabt, sagte er.

In dem ruhigen Viertel in Stöcken tragen diese Hinweise nicht zur Beruhigung bei. „Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn er diese Waffen hier mal ausprobiert hätte, immerhin gibt es hier viele Spielplätze und mehrere Kindergärten“, sagt eine Anwohnerin. Da der Fall so viele Fragen aufwirft, wollen sich die Grünen im Innenausschuss des niedersächsischen Landtags über die Hintergründe informieren lassen.

Von Tobias Morchner

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