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Hannover Nach Stromausfall: Züge fahren wieder im Hauptbahnhof – heftige Kritik an Management
Nachrichten Hannover Nach Stromausfall: Züge fahren wieder im Hauptbahnhof – heftige Kritik an Management
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19:58 02.12.2018
Stundenlang kam es zu Behinderungen – am Infoschalter im Hauptbahnhof bildeten sich lange Schlangen. . Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Ausgerechnet am ersten Adventssonntag hat ein Kabelbrand in einem Stellwerk am Hauptbahnhof Hannover den Bahnverkehr im Großraum über Stunden lahmgelegt. Tausende Reisende strandeten – und viele verzweifelten einmal mehr an der mangelhaften Informationspolitik des Unternehmens. „Es müsste eigentlich einen Aufstand geben“, sagte Ulrich Grunert vom Fahrgastverband Pro-Bahn: „Die Leute lassen sich viel zu viel gefallen.“ Auch der langjährige hannoversche Bahn-Aufsichtsrat Patrick Döring (FDP) kritisierte gegenüber der HAZ: „Alle Bahngäste spüren, dass es jahrelang zu wenig Instandsetzung bei der Bahn gab.“

Mehrere Pannen am Hauptbahnhof Hannover kamen zusammen

Nach HAZ-Informationen kamen mehrere technische Pannen zusammen. Gegen 12.40 Uhr hatte es in einem Kabelschacht auf dem Bahn-Betriebsgelände Hagenstraße 750 Meter westlich vom Hauptbahnhof eine Verpuffung und einen Kurzschluss gegeben. Alle Oberleitungen im Umfeld des Hauptbahnhofs waren daher ohne Strom. Zusätzlich soll es etwa einen Kilometer weiter Richtung Herrenhausen eine Verpuffung an einer Leitung gegeben haben. Die genaue Ursache soll an diesem Montag geklärt werden, hieß es bei der Bahn.

Weil nach Angaben von Fahrgästen zusätzlich schon seit Tagen ein defekter ICE im Hauptbahnhof ein Gleis blockiert und am Nachmittag noch ein Schmorbrand einen Westfalenbahn-Triebwagen im Hauptbahnhof lahmlegte, waren zwei Gleise nicht nutzbar. Entsprechend schwer kam der Verkehr wieder in gang, nachdem der Strom ab etwa 15.30 Uhr wieder floss.

Durchsagen im Hauptbahnhof widersprüchlich

Im Hauptbahnhof bildeten sich ab Mittag lange Schlangen am Infoschalter. Die Auskünfte aber waren teils höchst widersprüchlich. Wer nach Braunschweig wollte, wurde zum Bahnhof Linden-Fischerhof geschickt, weil ICE über die Südumgehung umgeleitet würden. Mindestens zwei ICE fuhren dann aber über das Durchfahrtgleis im Fischerhof – mangels Bahnsteigen konnte niemand zusteigen. Die ICE aus Hamburg wurden über den Messebahnhof Laatzen umgeleitet, wegen unklarer Ansagen reisten Passagiere, die eigentlich nach Hannover wollten, von dort bis Göttingen weiter. Besonders schlimm traf es Peine. Stundenlang warteten dort Hunderte Reisende auf Züge. Weil aber offenbar auch der Bahnhof Braunschweig mit wartenden Zügen verstopft war, kamen in keiner Richtung mehr Personenzüge durch. „Die Ansagen sind widersprüchlich“, sagte etwa Bahnkunde Thorsten Bock. Telefonisch habe ihm ein Bahnmitarbeiter sogar gesagt, in Hannover habe es einen Anschlag gegeben. Die Bahn dementiert das: Es lägen keine Anzeichen für Fremdeinwirkung vor. Der erste Zug von Peine nach Braunschweig fuhr erst wieder gegen 18.30 Uhr.

Nach Angaben eines Bahnsprechers sollte ein Busersatzverkehr eingerichtet werden. Reisende wurden über Lautsprecher dazu aufgefordert, mit der Üstra-Stadtbahnlinie 1 zum Bahnhof Hannover Messe/Laatzen zu fahren. Dorthin sollten sie in umgeleitete ICE steigen können. Des Weiteren sollten Fahrgäste laut Bahnsprecher versuchen, mit anderen Verkehrsmitteln zu Anschlussstationen unmittelbar vor dem Haltepunkt Hannover HBF zu gelangen. Der Zug-Fernverkehr wurde demnach in Nord-Süd-Richtung über Celle und Hannover-Wülfel umgeleitet. In Wülfel wurde auch ein zusätzlicher Halt eingeplant. In Ost-West-Richtung fuhren die Bahnzüge über Lehrte und Wunstorf – dort war ebenfalls jeweils ein zusätzlicher Halt vorgesehen.

Informationen zu den Umleitungen im Nahverkehr sind laut Bahnsprecher im Internet über den Nachrichtendienst Twitter unter Twitter@DB_regionds.de zu finden.

Lesen Sie auch: So reagierten die Bahnreisenden 

Von Ingo Rodriguez

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