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Hannover Strengere Auflagen für Straßenmusiker: So diskutieren die HAZ-Leser
Nachrichten Hannover Strengere Auflagen für Straßenmusiker: So diskutieren die HAZ-Leser
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17:57 12.09.2018
Ein Straßenmusiker musiziert in der Innenstadt von Hannover. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Wer auf Hannovers Straßen Musik machen will, muss nun deutlich mehr Vorschriften beachten als bisher. Die Stadt hat die Auflagen für Straßenmusiker deutlich verschärft. Musiziert werden darf nur noch an bestimmten Plätzen und ohne Verstärker, außerdem gilt eine zeitliche Begrenzung für die Musiker.

Die Grünen im Rat kritisieren die strengeren Vorschriften. Damit stehen sie nicht alleine. Auch unter den Lesern, die sich auf der HAZ-Facebook-Seite melden, befinden sich viele, die das Vorgehen der Stadt nicht gut finden. Allerdings gibt es auch einige Leser, die sich von den Musikern belästigt fühlen und strengere Vorschriften daher befürworten.

Schadet das Vorgehen der Bewerbung als Kulturhauptstadt?

Da wäre zum Beispiel Filipa da Costa. Sie arbeitet eigenen Angaben zufolge am Platz der Weltausstellung. Insbesondere bei gutem Wetter erleide sie dort aufgrund der Musiker "regelmäßig einen Nervenzusammenbruch". Auch André Ulrich ist von der Musik in der City genervt. Er freut sich daher über das Vorgehen der Stadt. "Endlich gehört das stundenlange Herumdudeln an einer Stelle der Vergangenheit an", schreibt er auf der Facebook-Seite der HAZ.

Serena Denton hingegen kann die Stadt nicht verstehen. "Die meisten Straßenmusiker sind echt gut", schreibt sie. Sie befürchtet sogar einen Rückgang der Lebensfreude in der Stadt. "Musik ist Leben und Leben sollte man genießen." Ähnlich argumentiert auch Michael Gündel. Er hat auch Hannovers Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 im Blick. "Guter Anfang, wenn Straßenmusiker (...) eigentlich nur nerven", schreibt er ironisch.

Einige Leser sehen zudem einen Widerspruch zwischen dem Vorgehen der Stadt und dem Titel "City of Music". Im Jahr 2014 hatte die Unesco der niedersächsischen Landeshauptstadt diesen aufgrund ihrer musikalischen Angebote zuerkannt.

Straßenmusik kein großes Problem

Arne Schmitt bewertet die Regelverschärfung für Straßenmusiker differenziert. Er fordert einen Diskussionsprozess, bei dem alle Betroffenen auf Augenhöhe diskutieren können. "Dazu gehören dann Geschäftstreibende, Anwohner und gerade auch Straßenmusiker", meint Schmitt.

Viele Leser sehen in der Lärmbelästigung durch Straßenmusiker im Vergleich zu anderen lokalen Themen jedoch ein vergleichsweise kleines Problem. Exemplarisch dafür schreibt Facebook-Nutzerin Irinka Kalinka: "Die Stadt sollte sich mal um die wirklichen Probleme kümmern: Müll, Junkies und überteuerte Mieten." Das sieht auch Thorsten Schäfer so. Seiner Meinung nach gibt es in Hannover "genügend andere Baustellen, die man mal beim Schopfe packen könnte". Dass sich die Stadt nun dem Thema Straßenmusik zuwendet, bezeichnet er als Rosinenpicken, da von den Straßenmusikern kaum Widerstand zu erwarten sei.

Von RND/ms

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