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Hannover Region will wissen, wie hoch die Miete sind
Nachrichten Hannover Region will wissen, wie hoch die Miete sind
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21:58 06.04.2018
Beginn der Erhebung zum Mietspiegel 2019 (v.l.): Sozialdezernent Erwin Jordan, Mieterbundchef Randolph Fries, Achim Hippe, Vizepräsident des Amtsgerichts und Oliver Francke-Weltmann vom Verein Haus & Grund. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Seit 2011 sind die Mieten in Hannover laut dem offiziellen Mietspiegel um 11,9 Prozent gestiegen – und die Dynamik nimmt wegen des akuten Wohnraummangels eher zu. Jetzt beginnt die Umfrage für den neuen Mietspiegel: Die Region lässt in diesen Tagen Post an 135 000 Mieterhaushalte und 40 000 Vermieter im gesamten Regionsgebiet verschicken. Der letzte Mietspiegel wurde 2017 veröffentlicht. Zuletzt lag die Rücklaufquote nur bei etwa 10 Prozent, weshalb Sozialdezernent Erwin Jordan dringend appelliert, den Fragebogen auszufüllen und zurückzuschicken: „Je mehr mitmachen, desto realistischer ist das Bild über die örtlichen Mietpreise.“

Der Mietspiegel ist das einzige unanfechtbare Instrument, um die sogenannte „örtsübliche Miete“ festzulegen. Anhand etlicher Kriterien können Mieter und Vermieter dann ermitteln, in welchem Rahmen sich Mietforderungen bewegen dürfen. Achim Hippe, als Vizepräsident des Amtsgerichts Mitglied in der Mietspiegelkommission, berichtet, dass die Zahl der Prozesse um Mietverträge seit Einführung des Spiegels 2011 drastisch abgenommen habe. 173 seien es im vergangenen Jahr gewesen – angesichts Hunderttausender Mietwohnungen eine geringe Quote. „Früher musste bei jedem Verfahren ein Gutachter eingeschaltet werden, der jeweils 2500 Euro kostet – diese Kosten entfallen wegen des Mietspiegels“, sagt Hippe

Die Haushalte werden zufällig ausgewählt, aber so, dass später ein repräsentatives Bild für alle 21 Kommunen in der Region entsteht. Ausschlaggebend ist für den Mietspiegel, ob es in den vergangenen vier Jahren eine Mieterhöhung oder einen neuen Mietvertrag gegeben hat Befragung und Auswertung liegen beim Institut ALP: Die Region hat die Umfrage neu ausgeschrieben und nach Angaben Jordans einen besseren Preis als in den Vorjahren ausgehandelt: Rund 200 000 Euro kostet das Projekt. Im Ergebnis stehen die Mietspiegel für alle kostenlos im Internet zur Verfügung. 

Auch Mieterbund und der Eigentümerverband Haus & Grund bitten dringend um Teilnahme. Der Mietspiegel habe „spürbar befriedende Wirkung“ bei Konflikten um die Miethöhe gebracht, sagt Mieterbund-Geschäftsführer Randolph Fries. Oliver Francke-Weltmann von Haus & Grund sagt, die Veröffentlichung bewahre Vermieter „vor dem Vorwurf ungerechtfertigter Mieterhöhungen“. Die Einsendefrist für Antworten läuft bis Mai. „Aber wir wissen ja alle: Am besten kümmert man sich sofort, sonst bleibt es liegen“, sagt Dezernent Jordan

So hoch sind die Mieten

Die Durchschnittsmiete in Hannover liegt laut aktuellem Mietspiegel bei 6,51 Euro pro Quadratmeter und ist damit seit 2011 um 11,9 Prozent gestiegen, seit 2015 um 5,6 Prozent. Je nach Lage, Größe und Ausstattung differieren die Kosten aber zwischen 4,93 Euro und 11,33 Euro.

In Langenhagen liegt die Durchschnittsmiete derzeit bei 6,09 Prozent (seit 2011: plus 4,8 Prozent), in Laatzen bei 5,95 Euro (plus 9,2 Prozent), in Garbsen bei 5,30 Euro. Dort ist sie rechnerisch sogar um 3,3 Prozent gesunken – was allerdings daran liegt, dass dort eine große Anzahl Wohnungen aus der öffentlichen Förderung gefallen sind, sodass sie im Mietspiegel berücksichtigt werden, die Mieten aber sind zunächst billig geblieben.

Die stärkste Steigerung prozentual gibt es mit 16,2 Prozent in der Wedemark, wo die Mieten auf 6,60 Euro gestiegen sind. Auch in Burgwedel (6,35 Euro), Isernhagen (6,21 Euro) und Burgdorf (6,14 Euro) liegt der durchschnittliche Preis der örtlichen Vergleichsmiete über 6 Euro. Preiswerteste Kommune ist Uetze mit 4,96 Euro – dort betrug die Steigerung seit 2011 0,6 Prozent.

Von Conrad von Meding

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