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Hannover Neuer Room-Escape eröffnet in Hannover
Nachrichten Hannover Neuer Room-Escape eröffnet in Hannover
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00:17 13.10.2017
Ran an den Goldschatz: Letzte Vorbereitungen in den neuen Räumen an der Kanalstraße. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die Urwaldgeräusche sind eingepegelt. Die elektronischen Türen springen auf Kommando auf. Laserstrahlen leuchten grün im dunklen Raum. „Hier müssen noch mehr Pflanzen hin, damit es nach echtem Dschungel aussieht“, sagt Holger Schön. Der Betreiber des neuen Room-Escape Hannover eröffnet am Sonnabend seine 200 Quadratmeter Abenteuerlandschaft in der Innenstadt. Es soll die größte Deutschlands sein - und eine Ergänzung für die Freunde des nervenkitzeligen Spielgenres, das die Spannung typischer Computerspielwelten in die Alltagsrealität übertragen soll.

Sogenannte Escape Games oder Ausbruchspiele sind in den Letzten Jahren zum Trend geworden - deutschlandweit gibt es mehr als 300 Anbieter, in Hannover sind es ab diesem Wochenende sechs. Dabei werden Teams von zwei bis sechs Spielern in einem Raum eingeschlossen und müssen versteckte Hinweise aufspüren, Rätsel lösen oder Passwörter knacken, um schließlich den Schlüssel für den Ausgang zu finden. In der Regel hat man dafür 60 Minuten Zeit. Geschicklichkeit, Koordination und Kombinationsgabe sind gefragt, vor allem aber auch Teamgeist. Als Belohnung gibt es Nervenkitzel und Spannung. Die von Computerspielen inspirierten „Live-Escape-Games“ stammen ursprünglich aus Japan. In Deutschland eröffnete der erste 2013 in München.

Info

Room-Escape: In Labyrinthen Schätze suchen und Rätsel lösen. Ort: Kanalstraße 9. Räume: zwölf. Eintritt: ab 19,90 Euro pro Person, Jugendliche 7 Euro. Weitere Informationen unter www.room-escape-hannover.de

2014 eröffnete Schön den ersten Escape-Room in Hannover. „Ich habe es mal selbst ausprobiert und die Idee nach Hannover gebracht“, erzählt der Hobbyspieleentwickler und Discothekenbetreiber. In den Räumen des Clubs Rockhouse fand er genug Platz dafür. „Ich hatte diese tollen Räume mitten in der Stadt, die sonst nur am Wochenende voll waren“, erinnert er sich.

So wurden aus einem klassischen Escape-Room sechs Themenwelten, die nun um eine Attraktion wachsen: Für das Projekt „Inka-Schatz“ hat Schön sechs weitere Räume konzipiert und gestaltet. „Es geht jetzt mehr um den Unterhaltungcharakter als den ursprünglichen Ausbrucherlebnis: Die Uhr zählt rauf und nicht runter, und die Räume sind nicht mehr verschlossen“, sagt Schön. Die Teams sollen in den sechs neuen Räumen in eine fremde Welt eintauchen und sich im besten Fall in dichtem Dschungeldickicht, in gruseligen Katakomben oder in undurchdringliche Labyrinthen auf den Spuren des Schatzes verlieren.

"Die Geräuschkulisse ist wichtig"

Darin sieht auch Eduard Maibach den Erfolg der neuen Escape-Room-Konzepte. In einem Internetportal sammelt der 33-Jährige alle deutschen Anbieter und testet regelmäßig neue Angebote. „Am Anfang ist man immer ein wenig distanziert. Doch dann fängt man an und geht in der Geschichte voll auf“, sagt Maibach. „Wenn ich spiele, dann ist es ein so intensives Erlebnis, dass ich meinen Alltag und alles drum herum vergesse.“ Gerade Vielspieler bräuchten aber eine gewisse Atmosphäre, um sich der Geschichte und den Gefühlen völlig hinzugeben. „Die Geräuschkulisse ist wichtig, aber auch die Art der Rätsel: Sie dürfen gerade am Anfang nicht zu schwer sein“, sagt Maibach.

Der hannoversche Escape-Room -Pionier Schön hat sich lange mit den Rätseln beschäftigt. „Die ganze Konzeption war ein Prozess, in dem immer wieder etwas geändert oder verbessert wird“, sagt er. Auf den Spuren des Inka-Schatzes müssen die Spieler mit Blaulichttaschenlampen nach Hinweisen auf Wänden suchen oder mit Hilfe von Touchbildschirmen antike Inka-Codes knacken. Beim Labyrinth oder im Dschungel sind Geschicklichkeit und Teamgeist gefragt.

Markt ist erschöpft

Zehn Wochen Umbauzeit waren nötig. Für die aufwendige Kulisse musste im Rockhouse sogar die Bühne weichen. „Wir haben immer mehr Gäste in den Escape-Rooms als im Club“, sagt Schön. Damit sich die Spieler wie im südamerikanischen Regenwald fühlen, investierte der 42-Jährige rund 130 000 Euro.

Ein großes Risiko, denn nach Einschätzung von Schön ist der Markt in Hannover bereits erschöpft. „Es würde einfach keinen Sinn machen, noch einen kleinen Raum zu eröffnen. Es gibt in Hannover bereits genug gute Angebote.“ Noch ein letzter Durchgang bevor die Testgruppe kommt - schließlich muss bei der Eröffnung am Sonnabend alles glatt laufen.

Und noch eine Attraktion für Hannover

Room-Escape ist nicht die einzige neue Attraktion, über die sich Hannoveraner freuen können. Vier junge Unternehmer haben kürzlich ihr Start-up Neon Golf gegründet und damit begonnen, in der vierten Etage ihres Gebäudes an der Heiligerstraße rund 900 Quadratmeter für Hannovers erste Schwarzlicht-Minigolfanlage umzubauen. Im Dezember soll es losgehen.

Von Andrea Brack

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