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Hannover So klingt das neue Album von Wingenfelder
Nachrichten Hannover So klingt das neue Album von Wingenfelder
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08:39 19.07.2018
Vielarbeiter: Kai (r.) und Thorsten Wingenfelder. Quelle: r.
Hannover

Es sind 21 Songs. Ein richtiges Brett. Und das nach einem Jahr 2017, das für Kai und Thorsten Wingenfelder ganz im Zeichen von Fury in the Slaughterhouse stand. Große Hallen, Open-Airs, neue Songs, und trotzdem haben sie währenddessen schon am neuen Wingenfelder-Album gearbeitet. Auszeiten haben sie sich genommen, sind an die dänische Küste gefahren oder nach Helsingborg in Schweden, dort haben sie dann geschrieben – und sind mächtig stolz auf die üppige Ausbeute. So ein Album gelinge von der Qualität des Songwritings her vielleicht zwei- oder dreimal im Leben, sagt Thorsten, der jüngere Bruder. „Ich habe gedacht, das hört irgendwann mal auf, aber es hörte nicht auf.“ 

Ein knappes halbes Jahr, nachdem Fury wieder in den Ruhezustand versetzt wurde, ist „Sieben Himmel hoch“ nun also fertig, mit Songs, anders als bei Fury, in deutscher Sprache – und aus der Mitte des Lebens heraus. Der Song „Mitten im Leben“, eine Tanznummer, verortet zwei Mittfünfziger im großen Kontext. „Wir haben keine neun Leben, treten Sie ein, nehmen Sie Platz, jeder gegen jeden, Augen zu und willkommen im Leben.“

Ein Sprachrohr ihrer Generation zu sein, wie es der „Rolling Stone“ einst formulierte, ist durchaus ein Attribut, mit dem sich die beiden anfreunden können. „Wer schreibt denn schon darüber, wie es ist, wenn die Kinder mit 18 mal aus dem Haus gehen? Oder über die Frage, wie Liebe mit 50 ist“, fragt Thorsten und schiebt die Answort gleich hinterher: „Anders. Einfach anders.“ Für Sänger Kai entstehen Songs immer im Kontext der jeweiligen Zeit, deshalb sei „Sieben Himmel hoch“ etwas offensiver und politischer geworden. „Weil die Zeit eben so ist, dass man mal drüber nachdenken kann, in welchem Zustand dieses Land ist, was man tut und wo man hin will.“ 

Mit dem neuen Album im Gepäck gehen die Wingenfelders wieder auf Tournee, „aber unserem Alter entsprechend. Drei Wochen Tour, drei Wochen Urlaub, drei Wochen Tour. In den Herbstferien mit den Kindern wegfahren und dann weitermachen.“ Stationen gibt es genug, schon mit Fury haben sie gefühlt jedes Dorf in Deutschland abgeklappert, die Fans sind treu und kommen immer wieder. Das Wingenfelder-Projekt spielt sich eher in Clubs denn in Arenen ab, aber „wir sind ein kleines, aber aufstrebendes Unternehmen“, wie der Wahl-Kölner Thorsten es formuliert. 

An der früheren Hauptwirkungsstätte Hannover muss es dann aber schon das Capitol sein, der größte Saal der Tournee. Das Herz hängt immer noch an der Stadt, fußballerisch kann sich Kai richtig reinsteigern. „Das geht mir total auf den Sack. Man kann über Kind denken, was man will, aber hier wird eine Mannschaft bestraft, die eine Supersaison gespielt hat. Und das Land lacht sich tot darüber.“ Auch so eine Geschichte mitten aus dem Leben. Einen Song dazu gibt es aber noch nicht. 

Das Wingenfelder-Album „Sieben Himmel hoch“ ist vom 8. Juni an im Handel. 

Die Wingenfelder treten am Sonntag, 4. November, ab 19 Uhr in der Musa Göttingen, Hagenweg 2a, auf. Tickets gibt es bereits jetzt unter gt-tickets.de.

Von Uwe Janssen

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