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Hannover Das ist das neue Album von Marquess
Nachrichten Hannover Das ist das neue Album von Marquess
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10:14 09.04.2018
Zurück auf die Straße: Marquess in Havanna. Quelle: Marquess
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Hannover

 Die Zeichen stehen auf Sommer. Bei der Musik sowieso, aber diesmal war bei Marquess alles wärmer. „Normalerweise“, sagt Keyboarder Christian Fleps, „nehmen wir eher im Winter auf. Aber nun war es schon warm, als wir die Demos zum neuen Album gemacht haben.“ 2017 war das, in Hannover. Für die endgültigen Aufnahmen von „En Movimiento“ sind Fleps, Gitarrist Dominique Decker und Sänger Sascha Pierro nach Kuba geflogen und haben unter anderem in den Egrem-Studios eingespielt, wo auch die legendären Aufnahmen des Buena Vista Social Club entstanden sind. Bis auf den sattsam klimatisierten Regieraum war die Hauptstadt so, wie man es sich vorstellt: heiß. Dazu laut, staubig, rhythmisch. „Da dröhnt fast aus jedem Hauseingang Musik“, sagt Dominique Decker, der seinen älteren Bruder, Fury-Bassist Christian, in Sachen internationaler Erfolg eine Gitarrenlänge voraus ist. 

Die Millionenstadt und ihr rauer Charme haben die Hannoveraner fasziniert. „Wir haben uns extra die Gegend in Havanna ausgesucht, wo das normale Volk wohnt, ohne Hotels und Touristen“, sagt Sänger Pierro. Vorteil: Videodrehs, eine weitere Aufgabe der Reise, konnten fast an jeder Ecke gemacht werden, „überall gab es tolle Locations und schöne Bilder. Nicht Hochglanz mit frisch polierten Autos, aber genau das wollten wir auch nicht.“ So entstanden nicht nur Aufnahmen für Videos, sondern auch massig Bewegtbilder und Fotos für eine Dokumentation der Reise – die auch in der Vorbereitung eine neue Erfahrung war. Einfach so einreisen und arbeiten, das funktioniert in dem sozialistischen Land nicht. „Wir mussten alles vorher bei den Behörden beantragen“, sagt Decker. Doch schon für die Aufnahmen lohnte sich der bürokratische Aufwand: „Dieses Studio versprüht schon einen besonderen Charme“, sagt Fleps.

Ganz überraschend kommt es also nicht, dass „En Movimiento“ wieder ein Sommeralbum geworden ist, mit eingängigen, hymnischen Melodien, vielstimmigen Refrains, Deckers spanischer Gitarre und spanischen Texten. Die Mischung findet seine Hörer, nicht nur in Deutschland, sondern vermehrt auch im Ausland. In Polen, Tschechien und Griechenland hatte Marquess Nummer-Eins-Hits, in Schweden haben sie als einzige Band neben Rammstein einen Top-Ten-Hit gehabt. Obwohl alle drei längst vom Musikmachen leben können, basierte gerade internationaler Erfolg bislang oft auf Zufall. Das soll nun anders werden. Auch in Spanien und Südamerika wollen die Hannoveraner Punkte sammeln. „Wir werden diesmal gezielter vorgehen und haben eine Extra-Firma, die sich ums Ausland kümmert.“ Gastmusiker aus Mexiko, Venezuela oder Kuba sind auf dem Album dabei – was helfen könnte, in den entsprechenden Ländern Fuß zu fassen. Angst, dass Muttersprachler wegen des Spanischsprechs der Deutschen die Nase rümpfen könnten, hat Sascha Pierro nicht mehr. „Ganz im Gegenteil, die Leute freuen sich und fühlen sich geehrt, dass wir in ihrer Sprache singen“, sagt der Halbitaliener. 

Der Terminkalender ist eng, nach der Werbetour für das neue Album folgt die Festivalsaison mit rund 30 Auftritten. Zeit für andere künstlerische Aktivitäten bleibt da kaum noch. Decker malt nebenbei, aber für andere Bands oder Studiojobs hat er kaum noch Zeit. „Ich bin eher froh, wenn ich mal einfach so für mich Gitarre spielen kann.“ Fleps hat ein Studio, wo auch viele Marquess-Demos entstehen. Und Pierro hat es schätzen gelernt, sich mit den beiden Bandkollegen in seinem Wohnzimmer zu treffen, um entspannt an Liedern zu arbeiten, auch mal ohne direkt an das nächste Marquess-Album zu denken. „Wir kommen alle vom Songschreiben, das ist eigentlich der Kern unserer Arbeit“, sagt er. In Hannover geht das besonders gut. „Die Stadt ist idealer Ort für Musiker. Total unterschätzt.“ 

Nun wird es erstmal Sommer. Marquess, so viel ist sicher, wird einem hier und da begegnen. 

Von Uwe Janssen

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