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Hannover Neues Bündnis will Geflüchteten helfen
Nachrichten Hannover Neues Bündnis will Geflüchteten helfen
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00:18 30.10.2017
Von Jutta Rinas
Gemeinsam für ein neues Bündnis: Mira Walizade mit Almuth Blanck, Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf, Salem Jaza mit Vanessa Krukenberg und Abdulaziz Mohammed mit Jürgen Liedtke (von links nach rechts) werben für die gute Sache. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Hannover bekommt ein neues Bürgerbündnis. „Menschen verbinden Menschen“ heißt es. Die Initiatoren, darunter Almut Maldfeld vom Freiwilligenzentrum und Renée Bergmann vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte, verbindet ein hohes Ziel. Jeder der derzeit 3800 Geflüchteten in Hannover soll mit Hilfe des Bündnisses einen ehrenamtlichen Paten an die Seite gestellt bekommen. Etwa 1300 hannoversche Bürger engagierten sich bereits in der engen Begleitung eines Flüchtlings, schätzte Maldfeld jetzt bei der Vorstellung des Projektes: „Wir brauchen also noch mehr als 2000 Bürger“.

Notwendig sei die „neue Bewegung“, weil die Geflüchteten weitergehende Hilfe bei der Integration bräuchten, sagte Maldfeld. Hannover könne mit dem neuen Bürgerbündnis Trendsetter werden, mutmaßte Reinhold Fahlbusch, ein Initiator.

Rund 80 Vereinen und Initiativen hat sich das Projekt bereits vorgestellt: Diese können sich in dem Bündnis, das auch Netzwerk sein will, mit ihrem Knowhow einbringen. Die Stadt fördert das Projekt 2017/18 mit insgesamt rund 180.000 Euro. Unter anderem die beiden Projektmitarbeiter im Freiwilligenzentrum, die die Geflüchteten und ihre Paten betreuen, werden davon bezahlt. Melden kann sich zunächst jeder über 18 Jahre, sagte Tornike Murtskhvaladze am Freitag. Wer wolle, werde geschult.

Immer mehr Geflüchtete fänden in Hannover eine Wohnung oder kämen zumindest in kleineren Gemeinschaftsunterkünften unter, sagte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf am Freitag. Sie bräuchten Alltagshilfe: bei der Suche nach Arbeit, Kita oder Schule, bei Behördenkontakten, Freizeitaktivitäten.

Ohne Werbung geht es bei so einem Projekt nicht. Interessierte Bürger sollen deshalb in den kommenden Monaten mit einer Plakataktion, Einspielern in Fahrgastfernsehen und Programmkinos, und Flyern begeistert werden. Auch für die Werbeoffensive hat „Menschen verbinden Menschen“ Geldgeber gefunden. Klosterkammer und Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung geben 66.000 Euro.

Wie sehr beide Seiten von so einer Patenschaft profitieren, konnte man bei der Pressekonferenz eindrucksvoll erleben. Es mache sie glücklich zu sehen, mit welchem Einsatz sich geflüchtete Jugendliche ihren Aufgaben stellten, sagt die 67-jährige Almuth Blanck, die mit Beginn der Rente eine neue Aufgabe suchte. Ihr Patenkind Mira, 15, geht in die 9. Klasse einer IGS und möchte später Ärztin werden. In Jürgen Liedtkes Haus gehen acht Flüchtlinge ein und aus: alles junge Männer. „Wenn wir nicht wollen, dass die Menschen in eine Subkultur abgedrängt werden, müssen wir helfen, sagt der 76-jährige schlicht. Patenkind Abdulaziz Mohammed ist 26 Jahre alt und hat gerade eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer begonnen. „Ich kann mit allem zu ihm gehen“, sagt er über seinen Paten: „Er ist wie eine Familie für mich.“

Wer interessiert ist, kann sich im Freiwilligenzentrum unter (05 11) 30 03 44 80 oder unter menschen@fwzh.de melden. Weitere Infos: www.menschen-verbinden-menschen.de

Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich die Bürgerstiftung Hannover in den Bereichen Jugend, Kultur und Soziales. Am Freitag feierten die Stifter und ihre Gäste im Schloss Herrenhausen die vielen Projekte, die sie bereits realisieren konnten.

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