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Hannover Kinder retten 39-jährigen Mann aus Badesee
Nachrichten Hannover Kinder retten 39-jährigen Mann aus Badesee
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06:36 29.05.2018
Junge Lebensretter am Tannenbruchsee: Enna Hemme (11), Joost Hemme (11) und Marleen Hemme (13). Quelle: Christan Elsner
Hannover

Das unerschrockene und schnelle Eingreifen von drei Kindern hat einen 39-Jährigen am Sonntag am Tannenbruchsee bei Neustadt vor dem Ertrinken bewahrt. Die 13-jährige Marleen, ihr elf Jahre alter Bruder Joost und deren ebenfalls elfjährige Cousine Enna waren gegen 18 Uhr auf die Schwierigkeiten des Mannes im Wasser aufmerksam geworden. Wie die Polizei mitteilt, schwammen sie daraufhin zu dem Hilflosen, warfen ihm eine sogenannte Schwimmnudel zu und zogen ihn auf eine Sandbank. Ein Rettungswagen brachte den Mann anschließend in ein Krankenhaus. Inzwischen hat er die Klinik wieder verlassen.

Die Kinder hatten den Sonntag gemeinsam mit ihren Eltern an dem Badesee verbracht. „Sie haben gegen Abend auf einer Sandbank in der Mitte des Gewässers gespielt“, sagt Ennas Mutter der HAZ. Der 39-Jährige schwamm zu diesem Zeitpunkt mit seinem drei Jahre altem Sohn, der noch nicht schwimmen kann, auf dem Rücken in Richtung der Sandbank. „Das sind nur knapp 50 Meter, wir haben das im Freibad schon oft gemacht, aber im Nachhinein muss sich sagen, war das keine gute Idee“, sagt der 39-Jährige der HAZ.

Der Tannenbruchsee. Quelle: Christian Elsner

Auf halber Strecke bemerkte der Schwimmer, dass ihm unerklärlicherweise die Kraft ausging. „Ich lag plötzlich viel tiefer im Wasser, konnte nur schwer atmen“, sagt er. Der 39-Jährige sah die Kinder auf der Sandbank. „Wie weit ist es noch“, konnte er ihnen gerade noch zurufen. Dann tauchte sein Kopf das erste Mal unter Wasser. Es gelang dem Schwimmer zwar, seinen Sohn stets über der Wasseroberfläche zu halten. „Ich selber hatte einen kurzem Moment lang das Gefühl, dass sich es nicht schaffe“, sagt er.

Die Kinder Marleen, Joost und Enna reagierten blitzschnell. Sie sprangen mit Schwimmnudeln in den Händen in den Badesee und kamen dem 39-Jährigen zu Hilfe. „Die Kinder haben die Nudeln immer zur Sicherheit dabei, obwohl sie sicher Schwimmen und das silberne Abzeichen haben“, sagt Ennas Mutter.

Gemeinsam gelang es ihnen, den 39-Jährigen und dessen Sohn an den Schwimmnudeln auf die Sandbank zu ziehen. Ein Stand-Up-Paddler ruderte die beiden von der Sandbank ans Ufer des Sees. Dort wurde der 39-Jährige von einem Rettungswagen abgeholt. „Die Nacht habe ich auf der Intensivstation verbracht. Inzwischen bin sich wieder zu Hause“, sagt der 39-Jährige. Ihm und seinem Sohn gehe es gut.

Auch die Lebensretter haben den Hilfseinsatz gut überstanden. „Für sie war es auch das erste Mal, dass sie so etwas erlebt haben“, sagt die Mutter von Enna. Doch auch der Montag war für die Schulkinder kein normaler Tag. Journalisten riefen bei den Familien an und wollten die Geschichte noch einmal von den Beteiligten hören. Am Tannenbruchsee wurden Fotos geschossen. „Sie haben super reagiert, die Frau des Schwimmers hat sich noch vor Ort bei den Rettern bedankt“, sagt die Mutter der Elfjährigen.

Von Tobias Morchner

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