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Hannover Ein Jahr Sperre nach Angriff auf Schiedsrichter
Nachrichten Hannover Ein Jahr Sperre nach Angriff auf Schiedsrichter
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01:03 15.04.2018
Ein Sportgericht hat einen Spieler des SC Langenhagen wegen eines Angriffs auf einen Schiedsrichter für ein Jahr gesperrt. Quelle: dpa
Hannover

Ein Fußballspieler der 1. Herrenmannschaft des SC Langenhagen hat für einen Angriff gegen einen Schiedrichter erhebliche Konsequenzen zu spüren bekommen. Das Amtsgericht in Neustadt am Rübenberge verurteilte Martin C. am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 450 Euro. Zudem hat er die Gerichtskosten und die Kosten für die Nebenklage zu tragen. Zuvor hatte ein Sportgericht den Hobbykicker wegen der Attacke bereits für ein Jahr gesperrt. „Das zuständige Kreissportgericht hat den Vorfall als Tätlichkeit bewertet und in diesem Fall das mögliche Strafmaß von bis zu einem Jahr Sperre voll ausgeschöpft", sagt Dominic Rahe vom Niedersächsischen Fußballverband.

Am 24. September 2017 waren  in der 1. Kreisklasse die Mannschaften des SV Esperke und des SC Langenhagen aufeinander getroffen. Schiedrichter der Begegnung war Silvio F. „Es war von Beginn an ein sehr körperbetontes Spiel“, sagte F. vor dem Amtsgericht. Nach dem Führungstor von Esperke in der 63. Minute beschwerte sich Martin C. beim Schiedsrichter über ein vermeintliches Foul, das nicht geahndet worden war. Dafür sah der SCL-Spieler die gelbe Karte. „Das kommt schon Mal vor, dass ich eine gelbe Karte bekomme, ich bin der Sechser in der Mannschaft, da bliebt das nicht aus“, sagte C. am Donnerstag vor Gericht.

Als Schiedsrichter F. in den Schlussminuten den Ausgleichstreffer für Langenhagen nicht anerkannte, platzte Martin C. endgültig der Kragen. Unmittelbar nach dem Abpfiff, die meisten Spieler beider Teams hatten sich zum Sportlergruß im Mittelkreis versammelt, blaffte er den Schiedsrichter an: „Jedes Wochenende werden wir verpfiffen.“ Vor Gericht gab der Spieler den Vorfall zu. „Ich trainiere drei Mal die Woche, ordne auch meine Wochenenden dem Fußball unter und dann sowas – da kann man schon mal emotional werden“, sagte C. vor dem Amtsgericht.

Das sind die Strafen des Niedersäschischen Fußballverbandes

Auf welche Art und Weise Vergehen von Fußballspielern in Niedersachsen geahndet werden müssen, regelt die Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes. In Paragraf 43 geht es um die Strafbestimmungen gegen Spieler.

  • Rohes Spiel: zwei Wochen bis zwölf Monate Sperre
  • Beleidigung: eine Woche bis sechs Monate Sperre
  • Bedrohung: zwei Wochen bis sechs Monate Sperre
  • Unsportliches Verhalten: eine Woche bis sechs Monate Sperre
  • Auflehnung gegen die Anordnung des Schiedsrichters: eine Woche bis sechs Monate Sperre
  • Verlassen des Spielfeldes ohne Einwilligung des Schiedsrichters: eine Woche bis drei Monate Sperre
  • Nichtbefolgung einer Berufung zu Auswahlspielen des Verbandes: zwei Wochen bis drei Monate Sperre
  • Tätlichkeit jeder Art während des Spiels, auf dem Weg zum oder vom Spielfeld oder in der Kabine: drei Wochen bis zwölf Monate Sperre 

Schiedrichter Silvio F. blieb konsequent und gab Martin C. Gelb-Rot. Der Langenhagener schleuderte daraufhin seine Trinkflasche aus Hartplastik gegen die Brust des Schiedsrichters. „Gib mir doch was du willst“, soll er dabei gerufen haben. Silvio F. erlitt durch den Wurf eine Thoraxprellung, war eine Woche lang krank geschrieben und hatte drei Wochen lang Schmerzen im Brustbereich. „Für meinen Mandanten ist das leiten von Fußballspielen auch nur ein Hobby, vielleicht sollten Sie einfach mal ein bisschen ruhiger werden“, gab Rechtsanwalt  Andreas Hüttl, der den Schiedsrichter in der Nebenklage vertrat, dem Fußballer in seinem Plädoyer mit auf den Weg. Auch die Amtsrichterin mahnte Martin C. zur Besonnenheit: „Legen Sie sich einen Knetball zu, Sie müssen lernen, Ihre Agressionen anders zu kanalisierern“, sagte sie. Mit ihrem Urteil von 30 Tagessätzen a 15 Euro blieb sie allerdings deutlich unter der Forderung des Staatsanwaltes, der 90 Tagessätze gefordert hatte. „Sie sind ja mit der einjährigen Sperre schon bestraft worden“, sagte die Amtsrichterin.

Von tm

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