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Hannover Hannover bekommt eine neue Freitreppe in der City
Nachrichten Hannover Hannover bekommt eine neue Freitreppe in der City
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00:41 23.03.2018
Am Hohen Ufer haben die Arbeiten an der Ufer-Promenadentreppe sichtbar begonnen - und Hanova stellt sein Gebäude mit den goldenen Ornamentfenstern fertig.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Hannovers Flusskante bekommt ein neues Gesicht. Am Leineufer der Altstadt haben die Bauarbeiten für die große Freitreppe begonnen. Direkt darüber sind die ersten Mieter in den Neubau mit den goldfarbenen Ornamentfenstern eingezogen. Im Erdgeschoss soll es eine gutbürgerliche Gastronomie mit Craftbeer-Ausschank und 290 Sitzplätzen geben – die Verhandlungen mit dem Pächter stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. 

Es ist Hannovers Gründungsort – trotzdem war das Hohe Ufer der Altstadt lange Zeit vernachlässigt. Jetzt investiert die Stadt Millionenbeträge in die Aufwertung. Eine von Bäumen gesäumte Uferpromenade führt künftig von der Goethestraße zum Beginenturm. Zu Füßen des neu gestalteten Marstalls soll eine breite, steinerne Freitreppe zum Sonnenbad am Flussufer einladen. Die Bauarbeiten haben sichtbar begonnen, mit schwerem Gerät modellieren Arbeiter die Uferkante neu – nur die Steinbastion nahe der Goethestraße bleibt. 2,4 Millionen Euro kostet der Bauabschnitt. Zuvor sind 1,85 Millionen Euro in die Gestaltung der Promenade rund um die neue Volkshochschule geflossen. Sie ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen – und im Kostenrahmen geblieben. 

Die Pläne gehen auf den Innenstadtdialog City 2020 zurück, bei dem Konzepte für eine Aufwertung der City-Areale diskutiert wurden – und auch die Schaffung von mehr Wohnraum in der Innenstadt. 25 Apartments sind jetzt bezugsfertig in dem weißen Neubau auf der Uferseite des Marstalls, den Hochtief nach Plänen des hannoverschen Architekturbüros BKSP errichtet hat und die städtische Wohnungsgesellschaft Hanova vermietet. Preiswertes Wohnen, wie es etwa am Klagesmarkt ermöglicht wurde, sei dort aber nicht realisierbar gewesen, sagt Hanova-Chef Karsten Klaus. 18 Millionen Euro habe das Unternehmen investiert. Die Apartments kosten zwischen 11 und 16 Euro pro Quadratmeter – Kaltmiete, zuzüglich Nebenkosten. Das ist deutlich über dem Hannover-Durchschnitt, für Neubauten aber inzwischen fast üblich.

Der Nachfrage tut das aber offenbar keinen Abbruch, sagt Klaus. Vier Wohnungen seien seit Mitte März bezogen, etliche weitere Mietverträge unterzeichnet, aber noch einige Wohnungen zu haben. Zum Teil reichen sie über zwei Galerie-Etagen, ein Innenhof lässt Licht von zwei Seiten einfallen. Im Inneren gibt es einen sogenannten Eisspeicher, ein Langzeitenergiespeicher, der über Solarmodule und Wärmepumpen gespeist wird und das Gebäude heizt. Die Technik feiert Premiere in Hannover

„Das Hohe Ufer gewinnt mit dem Lückenschluss spürbar an Attraktivität“, sagt Klaus. Das Gebäude ist zugleich Westteil der Marstall-Bebauung. Auf der Ostseite gibt es auf der bisher als Parkplatz genutzten Fläche ein Pendant mit dem Bau der Strabag in Sandsteinoptik, der im Sommer einen farblich beleuchteten Brunnen erhalten soll. Zwischen den Gebäuden wird der Platz derzeit neu gestaltet. Er soll auch dank der Belebung durch Gastronomie eine Art Bollwerk gegen das Steintormilieu sein, das von Westen angrenzt. Die Hanova werde die Immobilie langfristig behalten und so dafür sorgen, dass kein Rotlichtmilieu dort Fuß fassen könne, verspricht Klaus

Bis zum Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten an der neuen Uferpromenade noch dauern, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Wenn alles nach Plan geht, können die Hannoveraner also in einem Jahr das neue Flaniergefühl am Gründungsort genießen. 

Von Conrad von Meding

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