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Hannover Kita hat für 47 Kinder keinen Platz mehr
Nachrichten Hannover Kita hat für 47 Kinder keinen Platz mehr
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00:15 02.12.2018
Für 47 Kinder ist bald in der St. Johannis-Kita kein Platz mehr. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Kindertagesstätte der evangelischen St. Johannis-Gemeinde kann von Montag an rund die Hälfte ihrer Kinder nicht mehr betreuen. Zum Dezember gehen drei Erzieherinnen gleichzeitig, Nachfolger suchte die Leitung bislang vergebens. Statt um 97 Jungen und Mädchen kümmern sich die Mitarbeiter in Bemerode von nächster Woche an nur noch um 50 Kinder.

Die alarmierende Nachricht erreichte Mütter und Väter am Dienstag per E-Mail. „Ich bedaure zutiefst“, begann der Text von Kita-Leiterin Esther Michelhans, „Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir... ab Montag die Betreuung Ihrer Kinder wegen akutem Erzieher-Notstand nicht mehr sicherstellen können.“ Und Verträge hin oder her: Die Plätze bekommen zunächst Familien, in denen beide Partner arbeiten sowie berufstätige Alleinerziehende. Dazu kommen noch Eltern, die einen nicht verschiebbaren Termin vorweisen können. Eine Liste zum Eintragen liegt aus.

Protest der Eltern

Der Mangel an Fachpersonal, unter dem auch kommunale wie private Tagesstätten leiden, erreicht die St. Johannis-Gemeinde nicht völlig überraschend. Zum 1. Dezember gehen zwei Erzieherinnen in Ruhestand, eine weitere Mitarbeiterin wechselte den Arbeitgeber. Der Arbeitsmarkt gab Nachfolgerinnen bislang nicht her. In ihrer Mail schrieb Michelhans, dass Vorschläge nach Übergangslösungen, also formal geringer qualifiziertes Personal, vom Kultusministerium abgelehnt worden seien. Weder habe man zwei „Sozialassistentinnen“ beschäftigen noch eine Bewerberin einstellen dürfen, der in ihrer Ausbildung ein Praxisjahr fehle. Das Ministerium bestätigte diese Entscheidung und berief sich auf Vorschriften des niedersächsischen Kita-Gesetzes. Michelhans teilte weiter mit, die Stadt habe die „dramatische Lage“ bedauert, aber nicht weiterhelfen können. Bemühungen, Erzieher über Zeitarbeitsfirmen zu bekommen, seien ebenfalls vergebens gewesen.

Manche Eltern hätten sich von der Kita-Leitung nicht nur frühere Informationen gewünscht, sondern auch mehr Bemühen um andere Betreuungsmöglichkeiten. „Ruhestand kommt nicht aus heiterem Himmel“, sagte eine Mutter. Offenbar sei kein Versuch unternommen worden, Plätze in anderen Einrichtungen zu finden. Kein Verständnis hat sie dafür, dass den Stellenausschreibungen zufolge neue Mitarbeiter der St. Johannis-Kita Mitglied einer Kirche sein müssen. „Das finde ich erschütternd“, bei solch einem Notstand müsse man von strengen Regeln abrücken.

Kirche deutet Lockerung an

Kirchenvorstand und Kita-Leitung haben den Eltern versichert, dass man weiter Lösungen suche, „um diesen enorm schwierigen Zustand der Betreuungs-Ungewissheit so kurz als möglich zu halten“. Man suche auch weiter Fachpersonal. Eine kleine Hilfe könnte eine Nachricht aus der Landeskirche sein, die eine Lockerung bisheriger strenger Einstellungskriterien in Aussicht stellt. Superintendent Karl-Ludwig Schmidt sagte am Mittwoch der HAZ: „Wir sind bemüht, unsere Stellen im Erziehungsdienst mit Mitarbeitern zu besetzen, die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen angehören. Wenn dies nicht gelingt, können gesonderte Genehmigungen durch die Landeskirche Hannover ausgesprochen werden.“

Erzieher dürften für kirchliche Arbeitgeber dennoch nicht leicht zu finden sein. Bis dahin müssen Eltern, die es nicht auf die Notfall-Liste der St-Johannis-Kita schaffen, ihre Kinder woanders unterbringen. Die Gemeinde will sich erst am Donnerstag äußern. .

Von Gunnar Menkens

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