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Pläne zur Straßensanierung verärgern Anwohner

Grunderneuerung im Bestand Pläne zur Straßensanierung verärgern Anwohner

Im Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide sind viele Anwohner verärgert. Die Stadt will mehrere Straßen im Bezirk sanieren und die Anwohner dafür zur Kasse bitten. Bei der vergangenen Bezirksratssitzung machten viele ihrem Ärger Luft.

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Der Radweg an der Straße Kugelfangtrift ähnelt einer Buckelpiste. Das kritisierte der Bezirksrat bereits im vergangenen Jahr. Jetzt soll der Abschnitt zwischen Alter Flughafen und Langenforther Straße saniert werden.

Quelle: Foto: Kutter

Bothfeld. Im Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide sollen mehrere Straßen saniert werden. Vielen Anwohnern gefällt das gar nicht. Sie fürchten hohe Kosten, die auf die anliegenden Eigentümer zurückfallen könnten. Rund 180 Bürger hatten sich daher bei der vergangenen Bezirksratssitzung im Schulzentrum Bothfeld versammelt, um sich die Pläne der Stadt bezüglich der Sanierungen anzuhören. 

Die Erneuerungspläne betreffen den Frohnauweg, die Baldurstraße, einige Abschnitte im Sahlkamp zwischen Fliegerstraße und Holzwiesen sowie zwischen Ulenflucht und General-Wever-Straße und den Kugelfangtrift zwischen Alter Flughafen und Langenforther Straße. „Bei den routinemäßigen Straßenbegehungen wurden die Zustände der Straßen erfasst und anhand dessen entschieden, welche Straßen erneuert werden sollen“, erklärte Andrea Holthaus-Voßgröne, Bereichsleiterin Straßenerweiterung der Stadt Hannover. Die Erneuerung ist Teil des Sonderprogramms Grunderneuerung im Bestand (GiB) der Stadt Hannover. Insgesamt 54 Straßen sollen durch das Programm in der gesamten Stadt erneuert werden. 

In einer ausführlichen Präsentation erläuterte Holthaus-Voßgröne den Anwesenden in Bothfeld die Pläne zu den Bauarbeiten und die Kosten, die dadurch entstehen werden. Diese liegen bei den betroffenen Straßen jeweils zwischen 120 000 und 480 000 Euro. 

Als die Bereichsleiterin auf die Umlage der Kosten auf die Anwohner zu sprechen kam, kippte die Stimmung im Schulzentrum abrupt. „Wie viel von den Anwohnern gezahlt werden muss, hängt von der Einstufung der Straße ab“, sagte sie. „Eine Anliegerstraße ist zu 75 Prozent umlagefähig, eine Durchgangsstraße allerdings nur zu 25 bis 65 Prozent.“ Holthaus-Voßgröne betonte, dass auch die Bundeswehr, der entlang des Kugelfangtrifts ein großes Grundstück gehört, an den Kosten entsprechend beteiligt wird. 

„Das ist eine Frechheit“, rief ein Anwohner quer durch den Saal. Dem schlossen sich diverse kritische Fragen und Beschwerden von anderen Bewohnern des Bezirks an. „Wieso müssen wir jetzt so viel bezahlen, nur weil die Stadt es jahrelang versäumt hat, die Straßen in Schuss zu halten“, fragte ein Anwohner des Kugelfangtrifts verärgert. „Sie könnten uns wenigstens sagen, ob die Kosten so hoch sind, dass wir schon jetzt einen Kredit aufnehmen müssen“, schloss sich ein weiterer eher zynisch an. 

Die meisten Fragen und Einwände zielten auf die individuelle Berechnung der Kosten pro Anwohner ab. Die Bereichsleiterin und der Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg versuchten, die wütenden Anwohner zu beruhigen. „Das ist lediglich ein Vorschlag der Verwaltung. Die Entscheidung darüber trifft der Bezirksrat erst im Januar“, sagte Grunenberg. „Es bleibt noch genügend Zeit“, versicherte die Bereichsleiterin. „Im Frühjahr werden die Beschlüsse in den Bezirksräten gefasst. Die Umsetzung folgt aber frühestens Anfang 2019. Zwei Wochen vor Baubeginn werden die betroffenen Anwohner genau über den Vorgang informiert.“

Von Johanna Kruse

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